Herausputzen für die Besten

FUSSBALL. Future Champs Ostschweiz hat turbulente Monate hinter sich. Der Bezug der neuen Akademie in der Nähe der AFG Arena soll der Beginn einer neuen Ära sein. Morgen wird die Nacht des Ostschweizer Fussballs ausgetragen.

Patricia Loher
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Neues Nest für den Nachwuchs: Die vor drei Wochen eröffnete Akademie in der Nähe der AFG Arena bietet 24 Talenten ab 13 Jahren Platz. (Bild: Ralph Ribi)

Neues Nest für den Nachwuchs: Die vor drei Wochen eröffnete Akademie in der Nähe der AFG Arena bietet 24 Talenten ab 13 Jahren Platz. (Bild: Ralph Ribi)

Die Tage sind intensiv. Wieder einmal. Nachdem in den vergangenen Monaten im Trainerstab von Future Champs Ostschweiz (FCO) kaum ein Stein auf dem anderen geblieben ist, sind es für den Technischen Leiter Marco Otero und Geschäftsführer Ferruccio Vanin nun die Tage zwischen Akademie-Eröffnung und Nacht des Ostschweizer Fussballs. Morgen werden in der Olma-Halle zum viertenmal Auszeichnungen verliehen. Der Rückhalt ist gross. Die 850 Plätze sind ausverkauft. Ein Tisch für vier Personen kostet 1000 Franken, ein Einzelticket 250 Franken. Der Erlös fliesst in das Nachwuchsprojekt FCO, vor einem Jahr wurde den Verantwortlichen ein Check von 100 000 Franken übergeben.

Hinter FCO stehen der Ostschweizer Fussballverband, der federführende FC St. Gallen, der FC Wil sowie weitere 140 Vereine der Region. Die Verantwortlichen sprechen von einem Potenzial von 15 000 Jugendlichen. FCO wirtschaftet mit drei Millionen Franken, um die Besten flächendeckend fördern und möglichst viele von ihnen in den Spitzenfussball führen zu können. In den vier Jahren seit dem Start hat FCO bereits 15 Akteure zu Nachwuchs-Internationalen ausgebildet.

Veränderungen gehören dazu

Otero ist seit sieben Monaten im Amt, im März trat er die Nachfolge des zurückgetretenen Roger Zürcher an. Vanin ist seit Sommer 2014 Geschäftsführer. Der Auftrag der beiden ist es, mit diesem Projekt eine nächste Stufe zu erreichen. Schweizweit geniesst FCO schon jetzt einen hervorragenden Ruf. Das Grossprojekt ist ein Unternehmen im Unternehmen, mit Vanin als Geschäftsführer, verschiedenen Angestellten, unter anderem in der Administration, im Marketing und im Sponsoring. Allerdings haben seit dem vergangenen Herbst doch auch einige Trainer und verschiedene Leiter das Projekt verlassen – die einen freiwillig, die anderen nicht. Präsident Dölf Früh sagte schon früher einmal, solche Veränderungen gehörten dazu.

Früh will aber festgehalten haben, dass bereits in den vergangenen vier Jahren bei FCO gute Arbeit geleistet worden sei. Zumal mit dem 20jährigen Roy Gelmi und dem 18jährigen Silvan Hefti zuletzt zwei junge Spieler den Schritt in die Super League geschafft haben, und mit Michael Eisenring, dem zurzeit verletzten Daniel Lässer oder Michael Scherrer drei Akteure an der Schwelle zu einer der beiden höchsten Ligen stehen. Das ist natürlich auch den früheren Trainern zu verdanken. Die aktuell Verantwortlichen lassen durchblicken, dass es bei ihren Entscheiden, sich vom einen oder anderen Trainer zu trennen, nicht um Diplome oder Fachkompetenz gegangen sei. Otero sagt, er sei Trainer seiner Trainer. Er müsse nicht nur schauen, dass alle in seinem Team Fussball spielen könnten. Er müsse auch schauen, dass alle zueinander passten. Der 41jährige Otero, ein Zürcher mit spanischen Wurzeln, war früher im Nachwuchs des FC Basel und der Grasshoppers beschäftigt, ehe er mit Murat Yakin nach Moskau zu Spartak ging.

Neues Schmuckstück

Das neue Schmuckstück von FCO ist die Akademie in der Nähe der AFG Arena an der Kunklerstrasse. Innerhalb von etwas mehr als einem Jahr war das etwa zehn Millionen teure Projekt fertiggestellt. Anfang Oktober wurde es feierlich eröffnet. In der neuen Akademie hat es Platz für 24 Jugendliche ab 13 Jahren. Sie sind die Talentiertesten ihrer Jahrgänge, trainieren hauptsächlich mit ihren Teams in St. Gallen und individuell auch in Bürglen. Sie gehen zur Schule oder absolvieren eine Lehre. Gemeinsam mit ihren Teamkollegen leben und lernen sie in der Akademie, rund um die Uhr steht den Jugendlichen eine Ansprechperson zur Verfügung. Auf den Zimmertüren sind Fussballgrössen wie Ivan Zamorano, Luis Figo, Johan Cruyff, Pelé und Tranquillo Barnetta abgebildet.

Der Traum der jungen Ostschweizer ist es, den Sprung in den Profifussball auch zu schaffen. Doch an der Basis wartet noch viel Arbeit, um Spieler und Teams an die Spitze zu führen: Otero fordert mehr Siegermentalität. «Wir sind nicht der kleine FC St. Gallen. Wir können jedes Team der Schweiz besiegen. Das müssen wir verinnerlichen.»