Heisser Tanz in der Barrage

Ab heute spielen acht Nationalteams um die letzten vier EM-Plätze. Wie in den vergangenen Jahren stets, dürften auch diese Barragespiele zu hitzigen Angelegenheiten werden. Für jedes der acht Teams finden sich Gründe, warum sie 2016 in Frankreich an der EM dabei sein sollten.

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WM-Barrage 2009: Irlands Spieler sind ausser sich, nachdem Frankreichs Thierry Henry das entscheidende Tor in der Verlängerung per Hands vorbereitet hat. (Bild: ap/François Mori)

WM-Barrage 2009: Irlands Spieler sind ausser sich, nachdem Frankreichs Thierry Henry das entscheidende Tor in der Verlängerung per Hands vorbereitet hat. (Bild: ap/François Mori)

Die lange Rechnerei der Gruppenphase ist vorbei, ab heute heisst es in der EM-Qualifikation: Alles oder nichts. 20 Teams sind qualifiziert – von Albanien bis Wales –, acht weitere spielen in der Barrage um die letzten vier Plätze. Dass es dabei hitzig zu und her gehen kann, zeigt die Vergangenheit. Einige der emotionalsten Fussballgeschichten der vergangenen Jahre haben sich in diesen Ausscheidungsspielen zugetragen. In Erinnerung sind die Bilder vom 15. November 2005 in Istanbul, als die Schweizer nach dem 2:4 und der WM-Qualifikation eigentlich viel zu jubeln hatten, sich aber vor der Wut der Zuschauer und einiger Offizieller in die Kabine retten mussten.

Eingeprägt hat sich auch das Handspiel Thierry Henrys, das Frankreich 2009 gegen Irland ein Tor in der Verlängerung und damit die WM-Teilnahme beschert hat. Henry hingegen brachte es Kritik und ein belastetes Karrierenende ein. Kürzlich wurde die Geschichte aufgewärmt: Irlands Verbandspräsident erklärte, dass die Fifa dem irischen Verband damals einen hohen Euro-Betrag bezahlt habe, damit der Fall kein rechtliches Nachspiel habe.

Emotionsgeladen war auch die Barrage zwischen England und Schottland 1999 (mit knappem Sieg Englands). Oder diejenige Deutschlands gegen die Ukraine 2001, als die Deutschen nach dem 1:1-Hinspiel zitterten, dann ein 4:1 folgen liessen. Da war aber auch das Spiel Portugal gegen Schweden 2013, das zum Vergleich Cristiano Ronaldo gegen Zlatan Ibrahimovic hochstilisiert wurde – mit dem besseren Ende für Ronaldo.

In der Frage, welches der übriggebliebenen Teams die EM 2016 am meisten bereichern würde, ist sich die Sportredaktion nicht ganz einig. Sie hat für jede Mannschaft Argumente gefunden. (rst)

WM-Barrage 2005: Valon Behrami (links) und Tranquillo Barnetta beglückwünschen Marco Streller zum 2:3 in Istanbul. Nach dem Spiel und der WM-Qualifikation fliehen die Schweizer in die Kabine. (Bild: ky/Laurent Gillieron)

WM-Barrage 2005: Valon Behrami (links) und Tranquillo Barnetta beglückwünschen Marco Streller zum 2:3 in Istanbul. Nach dem Spiel und der WM-Qualifikation fliehen die Schweizer in die Kabine. (Bild: ky/Laurent Gillieron)

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