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Der Fechter Max Heinzer und seine innovativen Trainingsmethoden

Max Heinzer ist unbestrittener Leader der Schweizer Degen-Weltmeister-Equipe. Vor dem Weltcup-Start in Bern spricht der 31-jährige Schwyzer über seine aktuelle Verfassung.
Interview: Richard Stoffel (SDA)
Die aktuelle Nummer 6 der Weltrangliste: Max Heinzer. (Bild: Christian Egelmair/Freshfocus (Zürich, 12. Juli 2017))

Die aktuelle Nummer 6 der Weltrangliste: Max Heinzer. (Bild: Christian Egelmair/Freshfocus (Zürich, 12. Juli 2017))

Max Heinzer, der geschichtsträchtige WM-Goldgewinn mit dem Schweizer Männerdegen-Team ist erst wenige Monate her. Welche Resonanz löste der Titel aus?

Der Kindheitstraum, sich Weltmeister nennen zu können, ist in Erfüllung gegangen. Die Resonanz von Freunden, Bekannten und so weiter war gewaltig. Es herrschte viel Respekt und Freude rundherum. Die ganze Fecht-Schweiz schätzte den Titelgewinn. Dennoch dürfen wir uns nun nicht ausruhen. Es gilt, die nächsten Ziele anzugreifen und diesen WM-Titelgewinn zu bestätigen. Möglichst schon am Sonntag am Team-Weltcup in Bern.

Welche Art von Honorierungen folgten hierzulande für die Team-Weltmeister und inwiefern profitierte auch der Verband beim Engagement von Sponsoren?

Swiss Fencing konnte vom Team-WM-Titel sicher profitieren, sie sind noch auf Sponsorensuche. Wir Athleten hatten beispielsweise von Swiss Olympic oder vom WM-Veranstalter Prämien erhalten. Auch von den Kantonen gab es Unterstützung. In Basel wurden wir beispielsweise geehrt.

In der Team-Wertung bei der Wahl der Schweizer Sportler des Jahres schafften es die Fechter trotz dem geschichtsträchtigen Erfolg nicht einmal in die Top 3.

Ich erwartete überhaupt nichts. Ich finde es immer schwierig, Sportarten miteinander zu vergleichen. Sicher wäre eine Ehrung schön gewesen. Ich weiss, dass Fechten eine Randsportart ist. Ich weiss aber auch, was wir geleistet haben. Wenn man sieht, dass der Fecht-WM-Titel erstmalig ist, spricht das schon für sich. Ich bin aber der Falsche, um dies mit den Erfolgen der anderen Sportarten zu vergleichen. Ich würde unseren Titelgewinn sicher sehr stark gewichten.

Sie gelten als innovativ, gerade auch in Bezug auf selbst entwickelte Trainingsmethoden. Neuerdings machen Sie Familienwanderungen mit Ihrem Sohn Mael im Huckepack.

Von Küssnacht am Rigi wanderten wir in den letzten Wochen oft auf die Rigi hinauf. Das sind rund 1300 Höhenmeter. Ich habe dann rund zehn Kilo auf dem Rücken. Man denkt nicht ans Fechten bei diesen Wanderungen und dennoch hilft es auch fürs Fechten. Es ist durchaus als leichtes Ausdauertraining zu werten.

Das WM-Gold-Team ist in Sachen gleichbleibende Besetzung nicht in Stein gemeisselt – oder doch?

Es hat bis zu acht Fechter, die für die vier Plätze in Frage kommen. Jeder muss seine Leistung zeigen, um im Team sein zu dürfen. Bis zum Start der Olympia-Qualifikationsphase wird es schon noch immer mal wieder Änderungen geben. Vielleicht ist jemand verletzt oder ein anderer hat eine Baisse. Dass wir am Sonntag in Bern aber noch in der WM-Formation starten, ist dennoch klar. Da es ja noch keinen anderen wichtigen Event gab und es auch der Weltcup-Saisonauftakt vor Heimpublikum ist.

Wie beurteilen Sie Ihre Chancen zum Weltcup-Auftakt im Einzel vom Samstag in Bern, wo Sie bereits drei Mal triumphieren konnten?

Ich fühle mich aktuell sehr gut, bin schnell und kräftig. Das sind auch meine bekannten Stärken. Dennoch muss für ein Spitzenresultat alles zusammenpassen. Noch nicht richtig einschätzen kann ich meine Ausdauer. Da kann ich im Training mein Tempo hintenraus noch nicht ganz so hoch halten wie ich das selbst möchte. Ich fühle mich bereit für Bern, werde aber sicher nicht dominieren können, sondern muss Gefecht für Gefecht nehmen. Heikel ist immer das erste Duell in den Top 64. Da gibt es viele junge, hungrige Fechter, die mir ein Bein stellen können und möchten. Dafür muss ich gewappnet sein.

Bern (Wankdorf-Sporthalle). Degen-Weltcup der Männer (Einzel und Länderteams). Einzel.Heute. Finaltag (ab 9.30 Uhr letzte 64/mit den gesetzten Top 16, unter ihnen Max Heinzer). – Halbfinals ab 17 Uhr, nach kurzer Pause Final. – Sonntag. Teamwettbewerb (ab 8 Uhr/Weltmeister Schweiz). – Um Platz 3 ab 14 Uhr, danach Final (kaum vor 14.45 Uhr).

Stand Weltranglisten (vor Bern). Einzel: 1. Borel (FRA) 214. 2. Nikischin (UKR) 211. – Ferner: 6. Heinzer 126.

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