Heimspiel im Kybunpark
Zeidler hat die Qual der Wahl – offene Fragen zu Impfungen und Fanaufmarsch: Der FC St.Gallen vor dem Heimspiel gegen Luzern

Nach starkem Start in Lausanne will der FC St.Gallen am Sonntag ab 14.15 Uhr zuhause gegen Luzern nachlegen. Wenn der Cupsieger zu Gast ist, werden im Kybunpark über 12'000 Zuschauer erwartet. Die Eingangskontrollen mit Covid-Zertifikat stellen den FC St.Gallen vor grosse Herausforderungen. Noch ist offen, ob die Luzern-Fans ins Stadion kommen wollen.

Ralf Streule
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Nicht an die Cupfinal-Niederlage denken! Peter Zeidler will Luzern am Sonntag ohne Revanchegelüste empfangen.

Nicht an die Cupfinal-Niederlage denken! Peter Zeidler will Luzern am Sonntag ohne Revanchegelüste empfangen.

Philipp Schmidli

Auch wenn es viele denken: Trainer Peter Zeidler will nichts davon wissen. Nein, das Spiel vom Sonntag gegen den FC Luzern werde explizit nicht ein Spiel der Revanchegelüste. Der verlorene Cupfinal gegen denselben Gegner sei abgehakt. Der Fokus gelte alleine dem eigenen Spiel. «Etwas, das uns im Cupfinal nicht gelang.» – hoppla! Ein kleines Fünkchen bedauernder Rückblende entglitt Zeidler an der Pressekonferenz vor dem Luzern-Spiel dann eben doch noch.

Seit jener Niederlage im Mai hat sich in beiden Teams aber ohnehin zu viel getan, als dass sich das neuerliche Aufeinandertreffen so einfach vergleichen liesse. Hier der FC Luzern, der erfahrene Zugänge wie Samuele Campo, Holger Badstuber oder Christian Gentner tätigte und, Zitat Zeidler, «mit Plan und Begeisterung» spiele und «allen Grund dazu hat, höchste Ambitionen zu hegen». Dort der FC St.Gallen, der vor allem in Sachen Kaderbreite erstaunlich gewachsen ist. Der im defensiven Mittelfeld mit Hoffnungsträger und Leihspieler Ousmane Diakité zu neuen Qualitäten gefunden hat. Und der beim Saisonstart in Lausanne bereits wieder zu den alten Tugenden fand: Aufsässigkeit, Vertikalspiel und Tempo.

«Gesunder Konkurrenzkampf» im Training

Trainer Peter Zeidler.

Trainer Peter Zeidler.

Bild: Claudio Thoma/Freshfocus

Ein grosses Fazit aus dem Startspiel zu ziehen, sei nicht angebracht, so Zeidler. Mit den drei Punkten wie auch der Art und Weise des Siegs sei er aber sehr zufrieden. Für ihn stellt sich nun von neuem die Frage, wer aus dem breiten Kader in die Startaufstellung gehört. Basil Stillhart war in der Romandie aus dieser herausgefallen – ihn als Verlierer des Saisonstarts zu bezeichnen, sei aber mehr als falsch, sagte Zeidler.

«Der Stillhart gehört eigentlich immer rein.»

Der Konkurrenzkampf im Training sei gross, und er empfinde ihn als gesund, so Zeidler. Ebenfalls die Qual der Wahl hat der Trainer im Sturm. Noch sei offen, wer zum Zug kommen werde. Alessio Besio, Boris Babic, Fabian Schubert oder Kwadwo Duah? In welcher Kombination? Oder kehrt gar der auf Einsätze lauernde Jérémy Guillemenot zurück? Wird Zeidler gleich Vorgehen wie in der Westschweiz und das eine Duo vor, das andere nach der Pause einsetzen? Das alles sei noch offen – «Abschlusstraining und das Gefühl entscheiden mit.»

Fanrückkehr mit offenen Fragen

Der FC St.Gallen freut sich auf Zuschauer. Für das Spiel gegen den FC Luzern am Sonntag, 14.15 Uhr, waren bis am Freitagnachmittag bereits 12'000 Tickets verkauft – die gut 10'000 Saisonabonnements mitgerechnet. Die Eingangskontrolle wird für die Verantwortlichen aber eine grosse Herausforderung, wie Präsident Matthias Hüppi erklärt. Zuletzt sei die Kommunikation mit den Zuschauern weiter verstärkt worden. Man wolle verhindern, dass – wie beim Test gegen Bilbao – einige Zuschauer ohne gültiges Covid-Zertifikat (QR-Code) oder ohne amtlichen Ausweis wieder weggeschickt werden müssten. Zertifikatspflichtig sind alle über 16-Jährigen. In einem Testcenter vor dem Stadion werden gegen Vorzeigen eines Ausweises und der Krankenkassenkarte Antigen-Schnelltests durchgeführt. Die Personendaten werden nur für die Überprüfung des Zertifikats gebraucht, die Tickets sind nicht personalisiert. Noch ist gemäss Hüppi offen, ob die Luzerner Fans den Gästesektor nutzen werden – oder aus generellem Protest gegen personalisierte Tickets beim FC Sion vor dem Stadion ausharren. Auch diese Ungewissheit bringe organisatorische Mehrarbeit mit sich. (rst)

Impfen oder testen? Gespräche im Team laufen

Ruhe ist inzwischen in der Frage eingekehrt, ob Leonidas Stergiou bei den Ostschweizern bleibt oder einen Wechsel zum CFC Genua vollzieht. Die Ruhe vor dem Sturm? Es bleibt beim Alten: Keine Wasserstandsmeldungen seitens des Klubs.

Mit einer anderen Frage beschäftigt sich das Team derzeit in Sachen Covid: Ab dem 4. August müssen die Profis ein Zertifikat vorweisen können, also geimpft, getestet oder genesen sein. Die Gespräche mit den Teamärzten sei im vollen Gang, so Zeidler. Was zumindest bedeuten dürfte, dass ein Teil der Mannschaft nicht geimpft ist. Werden Leistungseinbussen bei einer Impfung befürchtet? Wären die alternativ nötigen vielen Tests eine Belastung? Auf die Karte «genesen» dürften jedenfalls die wenigsten setzen können. 180 Tage nach einer Infektion verfällt diese Möglichkeit. Noch bleiben einige Tage bis zum Auswärtsspiel gegen Lugano, um Lösungen zu finden.

Mögliche Aufstellung: Zigi; Lüchinger, Stergiou, Fazliji, Kempter; Diakité; Görtler, Ruiz, Youan; Besio, Schubert.

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