HEIMSPIEL: Der zweite Platz winkt

Gewinnt der FC St. Gallen morgen ab 16 Uhr zu Hause gegen Thun, könnte er plötzlich nach einem Viertel der Saison hervorragender Zweiter sein.

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Soeben Basel 2:1 bezwungen. Natürlich könnte man jetzt denken, der FC St. Gallen habe gegen Thun leichtes Spiel. Auch falle es nicht weiter ins Gewicht, dass die Ostschweizer ohne die verletzten Toko, Tranquillo Barnetta, Peter Tschernegg (trainiert wieder) Adonis Ajeti und den gesperrten Gjelbrim Taipi auskommen müssen. Ebenso könnte man euphorisch anmerken, dass bei einer Niederlage Zürichs in Basel nach dem ersten Viertel der Saison der zweite Rang winkt – letztmals war dies in der Saison 2012/13 der Fall; es ist jene Spielzeit, von der Anhänger wie Spieler noch heute schwärmen. Giorgio Contini aber sagt: «Wir unterschätzen den Gegner ganz gewiss nicht. Und wir schauen auch nicht auf die Tabelle. Es ist nicht ausschlaggebend, wo wir stehen.» Einzig für die Moral sei es wichtig, sich im ersten Quintett festzusetzen – da wolle man ja schliesslich hin.

Der St. Galler Trainer hält es für gut möglich, gegen die Berner Oberländer mit derselben Formation wie gegen den Serienmeister zu beginnen. «Die Spieler müssen mir nach dem Abschlusstraining das Signal geben, dass sie trotz der Partie unter der Woche bei hundert Prozent sind.» Nach einem Schlag auf den Oberschenkel könnte beispielsweise Albian Ajeti einer sein, der zuerst auf der Bank Platz nimmt. Zumal auch ein Nassim Ben Khalifa oder ein Yannis Tafer auf Einsätze brennen.

Thun lebt von Standards und Zweikampfstärke

Die Thuner, mit acht Punkten auf dem achten Platz, überzeugten bisher vor allem als solidarisches Team – sie leben von der Zweikampfstärke, Laufbereitschaft und Gefährlichkeit bei Standardsituationen. «Wir müssen böse sein, aggressiv. Die Dinge weiter vorne lösen. Um diese Gefahr der Standards zu bannen», sagt Contini. Wie auch immer man es dreht und wendet, St. Gallen geht als Favorit in die Partie. Ähnlich sieht es der Trainer, wenn auch in anderen Worten: «Wenn wir das abrufen, was wir gegen Basel zeigten, werden wir nach dem Spiel drei Punkte mehr auf dem Konto haben.»

Christian Brägger