HEIMSIEG: St. Otmar gibt die rote Laterne ab

Mit einem Tor in der Schlusssekunde gewinnt St. Otmar gegen Endingen 22:21 und verbessert sich in der Tabelle auf Rang acht.

Ralph Weibel
Merken
Drucken
Teilen
Torhüter Michal Shejbal zeigte vor der Pause zehn Paraden – und hielt St. Otmar so im Spiel. (Bild: Urs Bucher)

Torhüter Michal Shejbal zeigte vor der Pause zehn Paraden – und hielt St. Otmar so im Spiel. (Bild: Urs Bucher)

Ralph Weibel

Richtig spannend wollte es St. Otmar eigentlich erst im nächsten Heimspiel machen. Am kommenden Donnerstag wird das Spiel gegen Kriens-Luzern live auf MySports übertragen und soll in jeder Hinsicht Werbung für den Handball machen. Solche war das Gezeigte gestern gegen Endingen spielerisch sicherlich nicht. Dafür hätte die Drama­turgie der letzten zehn Minuten kaum besser geschrieben werden können. Mit dem vierten Führungswechsel legten die St. Galler ein Tor vor, nachdem sie einen Zweitorerückstand aufgeholt hatten. Beruhigend wirkte sich dies auf den Tabellenletzten nicht aus. Mit der Aussicht, die rote Laterne in der achten Meisterschaftsrunde endlich abgeben zu können, stieg die Hektik. Darunter litt die Präzision im Spiel, die schon zuvor nicht auf einem hohen Niveau war. An der Seitenlinie forderte Trainer Vedran Banic seine Spieler wieder und wieder auf, Ruhe zu bewahren, ebenso bei einer letzten Auszeit. Doch mit diesen hatten beide Trainer wenig ­Erfolg. Das Spiel der jeweiligen Mannschaft stockte nach einem Time-out eher und gereichte dem Gegner zum Vorteil.

Ausgleich zwölf Sekunden vor Schluss

Doch beim letzten schien Banic die richtigen Worte gefunden zu haben. Sein Team legte noch zweimal vor, musste die Gäste aber immer wieder gleichziehen lassen. Letztmals mit einem ­Penalty, zwölf Sekunden vor Schluss. In den restlichen Sekunden stürmten die St.-Otmar-Spieler noch einmal auf das gegnerische Tor, und mit einem satten Kernwurf gelang Ondrej Zdrahala der entscheidende Treffer. Mann des Spiels war er trotzdem nicht. Diese Meriten verdiente sich Torhüter Michal Shejbal. In einer von Beginn an hart, aber sehr fair geführten Partie hielt er sein Team im Spiel. Alleine bis zur Pause zeigte Shejbal zehn Paraden und war damit hauptverantwortlich, dass Endingen resultatmässig nicht enteilte. Defensiv stellte der Aufsteiger die St. Galler wiederholt vor eine schwierige Aufgabe. Oft kam St. Otmar nicht zu aussichtsreichen Abschlusspositionen. Was sich nicht zuletzt darin spiegelt, dass sie über 60 Minuten nicht zu einem Penalty kamen. Die Lösung fanden die Gastgeber nach dem Seitenwechsel mit vermehrten Abschlüssen aus dem Rückraum. Zudem stellte Vedran Banic für die Schlussviertelstunde die Verteidigung auf ein 5-1 um. Tobias Wetzel störte nun vermehrt die Kreise von Endingens Spielmacher Armin Sarac. Bis sich die Gäste darauf eingestellt hatten, leisteten sie sich einige technische Fehler und verspielten den Zweitorevorsprung und ermöglichten die dramatischen Schlussminuten. Von Glück wollte der Mann des Spiels, Michal Shejbal, nicht reden: «Ich denke, wir haben verdient gewonnen.» Das war sicher richtig, aber der ­Gegner hätte bei einem anderen Spielausgang diese Aussage auch für sich reklamieren können.