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HEIMSIEG: Abgeklärtes St. Gallen trotzt der Kälte – und Lugano

Der FC St. Gallen überzeugt im Kollektiv und nutzt beim 3:0 gegen Lugano in der ereignisarmen Partie eiskalt seine Chancen. Damit liegen die Ostschweizer neu auf dem dritten Tabellenplatz. Das lässt hoffen.
Christian Brägger
Die St. Galler Spieler bejubeln den Treffer zum 1:0 durch Stjepan Kukuruzovic. (Bild: Michel Canonica)

Die St. Galler Spieler bejubeln den Treffer zum 1:0 durch Stjepan Kukuruzovic. (Bild: Michel Canonica)

Christian Brägger

Fussball bei minus sechs, minus sieben Grad – es ist das Thema vor dem Anpfiff. In den 90 Minuten, die folgen, bleibt es präsent. Später zeigen die Bilder in den Katakomben des Kybunparks, wer sich im Kühlschrank des Stadions besser zurechtfindet: in aller Deutlichkeit der FC St. Gallen. Verletzte wie überzählige Spieler, Mitarbeiter der zweiten Reihe und der Präsident Matthias Hüppi, sie alle stellen sich auf. Und stehen den siegreichen Kollegen Spalier. Jeder will erster Gratulant der zurückkehrenden Teamgefährten sein, die davor dem in der Rückrunde unbesiegten FC Lugano trotzen, ihn zermürben und mit 3:0 in die Schranken weisen.

Der dritte Platz spricht für Contini

Die neue Führung des FC St. Gallen fordert Leidenschaft, Spektakel, attraktiven Fussball. Das findet gegen die Tessiner nicht statt, überrascht bei diesen Temperaturen aber nicht. Auch deswegen gehen die Ostschweizer die Partie pragmatisch an, letztlich zählt das Resultat, die Tabelle lügt nicht; diese spricht nach 23 Runden für die Arbeit von Trainer Giorgio Contini, der FC St. Gallen steht nun auf dem dritten Rang, neu auch vor dem FC Zürich, weil dieser das Stadtderby verliert. Im schwierigen Startprogramm nach der Winterpause haben Contini und seine Mannschaft mit zuletzt zwei Siegen die Kurve also gekriegt. Vor allem haben sie ein Gesetz dieser Saison durchbrochen. Es besagt, dass der FC St. Gallen seit Ende September nicht zwei Runden in Folge gewinnen kann. Und immer dann verliert, wenn es darauf ankommt. So gesehen bieten die nächsten zwei vermeintlich einfachen Gegner Thun und Lausanne gar Raum, die jüngste positive Serie auszubauen. Doch bis dahin ist noch Zeit. Contini sagt: «Jetzt dürfen wir ja nicht denken, es wird einfacher. Im Gegenteil. Jeder Gegner wird um sein Leben kämpfen. Wir müssen einfach weiter unseren Job erledigen.»

Als der Trainer dies sagt, blickt er zufrieden in die Runde, er weiss, wie er gegen Lugano zum Erfolg gekommen ist. Mit Organisation und Ordnung, die im St. Galler Spiel bis auf sehr wenige Ausnahmen klappen – die Null steht, die der Coach fordert. Und mit Effizienz – eigentlich lassen die St. Galler keine Torchance aus. Gewiss gehe eine solche Spielweise schon auch auf die Kosten der Attraktivität, «aber letztlich sind 10 200 Zuschauer zufrieden nach Hause gegangen, und das ist es doch, was zählt», sagt der Coach.

Drei Tore nach Standards

Der FC St. Gallen hat gegen Lugano zwar Mühe, ins Spiel zu finden. Vielleicht ist es der Respekt vor dem Gegner, gegen den er zuletzt zu Hause dreimal verloren hat. Oder es ist doch die Kälte, die hemmt. Doch bald haben die Ostschweizer die Partie im Griff, ohne selbst für Torgefahr zu sorgen. Und dann, im psychologisch günstigsten Moment kurz vor der Pause, findet nach einem Corner die scharf getretene Flanke Stjepan Kukuruzovics den Weg vorbei an Freund und Feind ins Tor. Der Torschütze nennt das 1:0 später «irgendwie gewollt», in der zweiten Halbzeit folgen zwei weitere nach Standardsituationen: Der direkt verwandelte Freistoss von Runar Sigurjonsson, der via Lattenunterkante in der 63. Minute hinter Luganos Goalie David Da Costa einschlägt. Und in der 88. Minute, als Lugano seine beste Möglichkeit vergibt. Im Gegenzug ist Cedric Itten zur Stelle und stochert den Ball nach einem Freistoss rein.

Mit den Gegentoren nach stehenden Bällen – Contini hat diese im Abschlusstraining üben lassen – hadert Luganos Trainer Pierluigi Tami, nicht aber mit der Kälte. Der Tessiner sieht sie nicht als Ausrede für den bescheidenen Auftritt seiner Mannschaft. Mit ein Grund sind eher die Verletzten und Gesperrten, die Tami ersetzen muss, worunter Luganos Spielfluss leidet. Doch eine solche Absenzenliste führt St. Gallen auch. Am Abend kann das alles Contini egal sein, er kritisiert noch die Mängel im Spielaufbau seines Teams und freut sich beispielsweise über die gute Leistung des jungen Jasper van der Werff. Damit ist er nicht allein.

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