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Heim-Ruder-EM: Silberfrust für Roman Röösli

Zunächst fühlten sich der Neuenkircher Roman Röösli und Barnabé Delarze bereits als Europameister. Wegen neun Hundertstel verpasst das Duo aber den erhofften EM-Triumph. Der Frust ist entsprechend gross.
Raphael Gutzwiller
Im Schlussspurt überholen Roman Röösli (ganz rechts) und Barnabé Delarze noch das rumänische Duo, aber nicht mehr das polnische. (Bild: Roger Grütter (Luzern, 2. Juni 2019))

Im Schlussspurt überholen Roman Röösli (ganz rechts) und Barnabé Delarze noch das rumänische Duo, aber nicht mehr das polnische. (Bild: Roger Grütter (Luzern, 2. Juni 2019))

Für einen kurzen Moment war alles gut. Der Neuenkircher Roman Röösli und Barnabé Delarze jubelten kurz nach einem fulminanten Schlussspurt über den EM-Titel im Doppelzweier. Jenen EM-Titel auf dem heimischen Rotsee, den sie sich zum Ziel gesetzt hatten. Auf der Haupttribüne schrien und applaudierten die Schweizer Fans.

Dann der Schock. Die Zeitmessung zeigte nur Rang 2 für das Schweizer Duo an, das polnische Duo war nur gerade neun Hundertstel schneller gerudert. «Der Schiedsrichter sagte, dass wir Zweiter sind, ich konnte es zunächst gar nicht glauben», meinte Röösli, der sich später für die Reaktion schämte. «Es ist peinlich, dass wir jubelten und dann gar nicht gewonnen haben.» Teamkollege Delarze meinte:

«Langsam habe ich genug von zweiten Plätzen.»

Wie bei der letztjährigen WM in Plovdiv verpasste das Duo den Sieg. Roman Röösli wollte Stunden später die Medaille zunächst lieber gar nicht erst zeigen, denn «sie hat die falsche Farbe».

Dass die Medaille am Ende die silberne und nicht die goldene Farbe hatte, lag wohl lediglich an einem einzigen Schlag. 300 Meter vor dem Ziel hatten die beiden Doppelzweierruderer zu einem Schlussspurt angesetzt. Einem Schlussspurt, der beinahe gekrönt worden wäre. Nötig war der Effort zum Ende, weil die beiden Schweizer im Mittelteil ein bisschen ins Hintertreffen geraten waren. Nach 1500 Metern lagen die beiden gar nur an vierter Stelle. Dann zogen die beiden das Tempo nochmals so an, wie es nur die Allerbesten der Welt können. «Zu jenem Zeitpunkt ist man schon lange übersäuert», berichtet Röösli. «Dann geht es darum, nochmals alle Kraft rauszuhauen.» Nach und nach überholten sie die Konkurrenten, am Schluss aber behielt das Duo aus Polen nur knapp die Oberhand. «Es geht immer darum, dass wir die richtige Balance finden. Klar kann man sagen, wir haben im Mittelteil das Rennen verloren, jedoch hätten wir dann vielleicht nicht mehr einen solchen Schlussspurt hinlegen können», analysierte Röösli.

Natürlich wäre es etwas Grosses gewesen, zu Hause vor dieser Kulisse am Rotsee den Titel zu holen, fand Roman Röösli. «Es war schon so eine spezielle Europameisterschaft, ein richtiges Fest. Hier sogar den Titel zu holen, hätte mir sehr viel bedeutet», so Röösli vom Seeclub Sempach. Wie viele Menschen er rund um den Rotsee kannte, zeigt die Tatsache, dass er nach dem Rennen vom Ruderzentrum bis zum Zielbereich fast zwei Stunden benötigte. Alle wollten gratulieren oder fragen, weshalb es eben doch nicht ganz zum Sieg gereicht hat.

Mit ein bisschen Abstand sah Röösli den zweiten Rang ein bisschen positiver.

«Wir wissen, dass wir ganz vorne mitfahren können. Wir wissen aber auch, dass wir nochmals viel arbeiten und zulegen müssen. Denn die Konkurrenten werden alle auch nochmals zulegen im Hinblick auf die WM.»

Positiv stimmt das Schweizer Top-Ruderduo sicher auch die Tatsache, dass an der EM in jener Disziplin schon fast alle Top-Nationen am Start waren. Von den Überseeländern fährt im Doppelzweier lediglich noch Neuseeland vorne mit. Richtig ernst gilt es für die Ruderer nämlich erst an den Weltmeisterschaften in Linz, wenn es um die Olympiaqualifikation geht. Denn das grosse Ziel von Roman Röösli und Barnabé Delarze lautet Tokio 2020.

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