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HEIM-EM: Die Besten Europas bald in St. Gallen

In 29 Tagen beginnt in der Eishalle Lerchenfeld die Curling-EM der Männer und Frauen. Nur drei Monate nach dem Grossanlass finden bereits die Olympischen Winterspiele statt. Die Schweizer rechnen sich für beide Wettkämpfe gute Chancen aus.
Pascal Koster
Das Schweizer Curling-Team im WM-Halbfinal diesen Frühling in Edmonton gegen Schweden. (Bild: Jonathan Hayward/AP)

Das Schweizer Curling-Team im WM-Halbfinal diesen Frühling in Edmonton gegen Schweden. (Bild: Jonathan Hayward/AP)

Pascal Koster

«Ich habe sehr gute Erinnerungen an St. Gallen», sagt Claudio Pescia – aus gutem Grund. Als Skip des Curlingclubs St. Galler Bär gewann er 2008 den Schweizer-Meister-Titel. Später wird er Ehrenmitglied des Vereins. Im Frühling 2012 tritt er dann vom Spitzencurling zurück und übernimmt als Trainer beim Curlingclub Genf. Im Zuge der EM kehrt Pescia nun an die ehemalige Wirkungsstätte zurück. Vom 17. bis 25. November wird seine Mannschaft in St. Gallen um die Medaillen kämpfen.

Seit dem Amtsantritt hat Pescia in Genf viel bewirkt. Seine Aufgabe war es, dem jungen Team um Skip Peter De Cruz, Benoît Schwarz, Valentin Tanner und Claudio Pätz beim Übergang von den Junioren in die Elite zu helfen. Das Vierjahresziel der Genfer war die Olympia-Qualifikation 2018 für Südkorea, die sie souverän schafften. Den Grundstein dafür legten sie im vergangenen Jahr, als sie ein enormes Trainingspensum für ein gutes Abschneiden an der WM bestritten. Auch der Team-Coach Pescia musste Opfer bringen. «Ich arbeite hundert Prozent, habe vergangene Saison ­jedoch zehn Wochen gefehlt.» Immer wieder musste er unbezahlte Ferien nehmen. Doch der Aufwand war nicht umsonst. An der WM im kanadischen Edmonton gewann die Schweiz die Bronzemedaille, nach 2014 bereits die zweite unter Pescia, und löste damit das Ticket für Pyeongchang.

Für Olympia den Job aufgeben

Die Olympia-Qualifikation brachte neue Möglichkeiten mit sich. Swiss Olympics schreibt vor, dass dasjenige Curlingteam, welches die Schweiz an den Olympischen Winterspielen vertritt, professionell arbeiten muss. Die Curler legten also ihre Jobs nieder und widmeten sich fortan uneingeschränkt der olympischen Vorbereitung. Ausserdem wird es vor Olympischen Spielen so gehandhabt, dass ein vom Schweizer Curlingverband gestellter Nationalcoach, in diesem Fall Thomas Lip, zum Team stösst. Er und ­Pescia begleiten die Equipe nun abwechselnd an Turnieren. Derzeit verweilt sie beispielsweise gerade in Kanada an einem Grand-Slam-Anlass. Pescia ist froh, nun etwas entlastet zu sein. Er findet, dass der Mannschaft Inputs eines neuen Trainers gut täten. «Irgendwann ist auch mein Wissen erschöpft.»

Sowohl für die EM als auch für Olympia ist Pescia sehr positiv gestimmt. «Das Potenzial für Olympia-Gold ist da. Wir haben gezeigt, dass wir auch die grossen Nationen knacken können.» Er selbst spielte als Aktiver 2006 in Turin an Olympischen Spielen. Damals erreichte er mit den Curlern des Clubs St. Galler Bär den fünften Platz, was ihm ein olympisches Diplom einbrachte.

Er erinnert sich noch, dass er über diese Platzierung sehr enttäuscht gewesen ist. «Man geht an die Olympischen Spiele, um eine Medaille zu holen.» Gleiches gilt für ihn immer noch. «‹Dabei sein ist alles› ist ein sehr doofer Spruch. Wir wollen eine Medaille gewinnen.»

Die EM in St. Gallen sieht ­Pescia vor allem als Hauptprobe für Pyeongchang. Die Vorgabe sei auch an der EM Edelmetall. «Noch wichtiger als eine Medaille ist aber, dass die Vorbereitungen auf die Winterspiele einen optimalen Abschluss finden.» Die EM sei eine hervorragende Gelegenheit, um zu lernen, auch gegen kleinere, unangenehme Nationen zu bestehen.

10000 Zuschauer in St. Gallen

Im Lerchenfeld treten Equipen aus 25 Ländern an. Zu den Favoriten zählt Pescia Titelverteidiger Schweden, Norwegen, aber auch Schottland. Neben 20 A-Teams werden 26 B-Teams teilnehmen. Sie spielen in der neuen Curlinghalle gleich nebenan um den Aufstieg in die A-Gruppe. Wegen der Wettkämpfe bleibt die Eishalle Lerchenfeld vom 11. bis 29. November gesperrt. Die Halle wird dabei so ausgebaut, dass sie 1000 Zuschauern Platz bietet. Über das gesamte Turnier hinweg werden bis zu 10000 Besucher aus allen Ecken des Kontinents erwartet.

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