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HC Thurgau verliert klar: Nichts zu holen gegen Leader Olten

Bei seinem Weihnachtsspiel gibt es für den HC Thurgau keine Geschenke, stattdessen trifft Olten viermal und gewinnt souverän 4:0.

Thomas Ammann
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So erfolgreich wie hier Kevin Kühni (links) gegen Cédric Hüsler wehrt sich Thurgau gegen Olten nicht immer und verliert klar mit 0:4.

So erfolgreich wie hier Kevin Kühni (links) gegen Cédric Hüsler wehrt sich Thurgau gegen Olten nicht immer und verliert klar mit 0:4.

Marc Schumacher/Freshfocus

Es herrschte vorweihnachtliche Stimmung in der Güttingersreuti in Weinfelden. 1562 Zuschauer fanden – angelockt durch Gratiseintritt auf der Stehrampe – trotz Maskenpflicht den Weg in die Eishalle. Das Heimteam trat in speziellen Shirts auf, der Thurgauer Leu trug darauf passenderweise eine Samichlaus-Mütze. Kinder waren mit Plüschtieren bewaffnet, die sie beim ersten Tor für einen guten Zweck auf das Spielfeld werfen sollten. Um es vorwegzunehmen: Am Ende musste ein Icing herhalten, um die Spendenaktion durchzuführen.

Gast bei diesem Weihnachtsspiel war der EHC Olten. Und der Tabellenführer liess von der ersten Sekunde an durchblicken, dass er gewillt war, die festliche Atmosphäre im Keim zu ersticken. Entsprechend intensiv und umkämpft gestaltete sich der Beginn der Partie. Thurgaus Nico Lehmann bekam die Härte als Erster zu spüren, nach einem harten Check auf offenem Eis blieb er benommen liegen.

Intensiv, aber mit wenigen spielerischen Höhepunkten

Wenig später lag auf der anderen Seite Eliot Antonietti getroffen am Boden. Vorausgegangen war ein überharter Check von Patrick Spannring in Bandennähe. Der gebürtige Österreicher wurde dafür zu Recht mit fünf Minuten und einem Restausschluss bestraft. Kurze Zeit später musste auch Kevin Kühni in die Kühlbox. Die doppelte Überzahl nutzte Olten zur Führung, wenn auch etwas glücklich. Patrick Parati lenkte, am Boden liegend, einen Querpass von Olten-Topscorer Dion Knelsen ins eigene Tor ab. Besonders bitter: Kurz vorher war Jonathan Ang der Oltener Verteidigung entwischt, aber an Simon Rytz gescheitert.

In der 12. Minute tauchte der Thurgauer Topscorer wieder allein vor dem Gehäuse der Gäste auf – mit demselben Resultat. Besser machten es auf der anderen Seite die Solothurner. Stanislav Horansky tanzte die halbe Thurgauer Mannschaft schwindlig und bediente Knelsen, der im Nachschuss Luis Janett zum zweiten Mal bezwang. Es war ein intensives Drittel, das spielerisch allerdings nicht das halten konnte, was die Ausgangslage versprochen hatte. Dritter gegen Erster – auf dem Papier trennte die beiden Teams nur wenig. Auf dem Feld war der Unterschied jedoch grösser.

Zu ineffizient vor dem Oltener Tor

Dies zeigte sich in den weiteren 40 Minuten der Begegnung. Routiniert spulten die Oltener ihr Pensum runter. Defensiv liessen sie kaum etwas anbrennen, offensiv agierten sie effizient. Brenzlig wurde es für die Solothurner nur noch einmal, kurz vor Ende des zweiten Drittels. Thurgau konnte während fast zwei Minuten in doppelter Überzahl agieren. Mehr als ein Lattenschuss von Ian Derungs schaute jedoch nicht heraus. Zu statisch war das Powerplay, zu sehr verliess man sich auf die Genialität von Ang. Zu diesem Zeitpunkt stand es bereits 0:3. In der 31. Minute hatte Kevin Kühni als hinterster Mann die Scheibe unbedrängt auf den Stock von Dominic Forget gespielt. Dieser liess sich nicht zweimal bitten und blieb allein vor Janett eiskalt. Forget war es auch, der mit dem 0:4 das Schlussresultat bewerkstelligte.

Die Thurgauer konnten sich insgesamt wenig vorwerfen. Es gelang ihnen immerhin, die Oltener Toplinie mit Knelsen, Horansky und Garry Nunn, die bis zu dieser Partie bereits 116 Scorerpunkte gesammelt hatte, einigermassen unter Kontrolle zu halten. Bei den raren Torgelegenheiten agierten die Ostschweizer aber zu ineffizient, um Olten ernsthaft in Bedrängnis zu bringen.

Thurgau – Olten 0:4 (0:2, 0:1, 0:1)

Güttingersreuti, Weinfelden – 1562 Zuschauer – SR: Gianinazzi/Erard, Nater/Bachelut.
Tore: 10. Knelsen (Ausschlüsse Spannring, Kühni) 0:1. 15. Knelsen (Horansky, Nunn) 0:2. 31. Forget 0:3. 59. Forget (Scheidegger, Rytz; ins leere Tor) 0:4.
Strafen: 3-mal 2 Minuten plus 5 Minuten plus Spieldauer (Spannring) gegen Thurgau, 5-mal 2 Minuten gegen Olten.
Thurgau: Janett; Soracreppa, Forrer; Parati, Moor; Törmänen, Kühni; Schmutz; Derungs, Palmberg, Ang; Spannring, Hobi, Woger; Lehmann, Rundqvist, Binias; Petrig, Fritsche, Hollenstein; Bischofberger.
Olten: Rytz; Antonietti, Scheidegger; Lüthi, Schmuckli; Wyss, Heughebaert; Portmann, Nater; Horansky, Knelsen, Nunn; Lhotak, Forget, Sterchi; Mosimann, Weder, Hüsler; Schwab, Fuhrer, Oehen.
Bemerkungen: Thurgau ohne Fechtig, Loosli, Baumann (alle verletzt), Senn, Salamin (überzählig), Bader und Bircher (beide Rapperswil-Jona/NLA). Olten ohne Weisskopf, Maurer, Hasani (alle verletzt), Gurtner (überzählig) und Matthys (abwesend).

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