Der Anschlusstreffer kam zu spät: HC Thurgau kassiert gegen Visp vierte Auswärtsniederlage in Folge

Nach einer über weite Strecken durchzogenen Leistung verliert der HC Thurgau das Auswärtsspiel gegen den EHC Visp mit 1:3. Vor dem gegnerischen Tor agieren die Ostschweizer zu inkonsequent, defensiv lassen sie zu viele Möglichkeiten zu. Einziger Thurgauer Torschütze ist Melvin Merola drei Minuten vor dem Ende.

Thomas Ammann, Visp
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Wenig Lob vom Coach: Stephan Mair muss mit dem HC Thurgau die vierte Auswärtsniederlage in Folge hinnehmen. (Bild: FOTO GACCIOLI KREUZLINGEN)

Wenig Lob vom Coach: Stephan Mair muss mit dem HC Thurgau die vierte Auswärtsniederlage in Folge hinnehmen. (Bild: FOTO GACCIOLI KREUZLINGEN)

Mit dem EHC Visp traf der HC Thurgau gestern auf jenen Gegner, der ihnen Anfang Oktober in der heimischen Güttingersreuti mit 0:7 die bisher höchste Saisonniederlage zugefügt hatte. Es gab also mehr als nur eine Scharte auszuwetzen in diesem zweiten Saisonduell der Tabellennachbarn. Die Teams trafen zudem zum ersten Mal in der Lonza Arena aufeinander. Die neue Heimstätte der Visper ist sehr zweckmässig, lässt aber den Charme und die Stimmung der altehrwürdigen Litternahalle etwas vermissen.

Zu wenig Durschlagskraft

Sowohl Visp als auch Thurgau agierten von Beginn weg äusserst lauffreudig und körperbetont. Duelle an der Bande, Laufduelle und kernige Checks prägten über weite Strecken die Partie. Am Ende gewann mit dem EHC Visp nicht zwingend das bessere, aber sicherlich das etwas konsequentere Team mit den klareren Chancen die Partie.

Im Wallis liess der HC Thurgau in erster Linie die Effizienz im Powerplay vermissen. Dabei hatten sie noch am Freitag im Heimspiel gegen Olten zwei ihrer drei Treffer in Überzahl erzielt. Gestern schaute selbst nichts Zählbares heraus, als ihnen das Heimteam zu Beginn des zweiten Drittels nach zwei äusserst unnötigen Strafen eine 71-sekündige doppelte Überzahl ermöglichte.

Über die gesamten 60 Minuten fehlte es den Thurgauern an der nötigen Effizienz und Durchschlagskraft vor dem gegnerischen Tor. Schüsse aus bester Lage flogen zentral auf Visp-Torhüter Reto Lory. Nach Abprallern setzten sie zu wenig konsequent nach. Dabei waren viele Angriffe in der Entstehung äusserst vielversprechend. Dass ihnen das Toreschiessen nicht so leicht von der Hand fällt, war jedoch nicht erst seit gestern bekannt. Nur die abgeschlagenen Schlusslichter Winterthur, EVZ Academy und Ticino Rockets schossen bislang weniger Tore als die Ostschweizer.

Zwei identische Gegentore

Auch Visp auf der anderen Seite ging mit seinen Möglichkeiten lange Zeit fahrlässig um. Sowohl Dario Burgener als auch Andy Furrer konnten beim Stand von 0:0 alleine auf Nicola Aeberhard losziehen, scheiterten jedoch am Thurgauer Keeper. Troy Josephs verfehlte nach einem Abpraller das halbleere Tor um Haaresbreite. Und in der 36. Minute setzte Topscorer Tomas Dolana einen Ablenker an den Pfosten.

Als sich viele schon mit dem 0:0 zur zweiten Drittelspause abgefunden hatten, tankte sich Fabian Haberstich nach einem Puckgewinn energisch gegen Patrick Parati durch, legte im letzten Moment quer in die Mitte, wo Stefan Spinell den Puck ins Tor ablenkte. Das zweite Tor in der 46. Minute war eine Kopie des ersten. Andy Furrer musste nur noch einschieben, nachdem sich wiederum ein Visper über links durchgesetzt und kurz vor dem Tor einen Querpass gespielt hatte.

Vierte Auswärtsniederlage in Folge

Thurgau blieb vor 2505 Zuschauern in der Lonza Arena einiges schuldig. Ein Lichtblick auf Seiten der Gäste war Melvin Merola. Der Matchwinner vom Freitag war wiederum ein Aktivposten, kreierte einige gefährliche Situationen und scheiterte in der 50. Minute mit einem Ablenker nur ganz knapp. Er war es schliesslich auch, der in der 57. Minute, als die Thurgauer bereits ohne Torhüter agierten, mit einem satten Schuss die Hoffnung auf einen Punktgewinn zurückbrachte. Diese Hoffnung zerstörte Andy Ritz knapp zwei Minuten später mit dem 3:1 ins verwaiste Tor.

Damit kassieren die Ostschweizer die vierte Auswärtsniederlage in Folge und rutschen in der Tabelle der Swiss League auf Rang sechs ab.

Visp – Thurgau 3:1 (0:0, 1:0, 2:1). Lonza-Arena – 2505 Zuschauer – SR: Fluri/Hürlimann, Micheli/Burgy. Tore: 39. Spinell (Haberstich) 1:0. 46. Furrer (Achermann, Burgener) 2:0. 57. Merola (K. Jones, Wildhaber) 2:1. 59. Ritz (ins leere Tor) 3:1. Strafen: 6-mal 2 Minuten gegen Visp, 2-mal 2 Minuten gegen Thurgau. Bemerkungen: 36. Pfostenschuss Dolana (V).

Visp: Lory; Furrer, Wiedmer; Haueter, Steiner; Heynen, Brantschen; Nater, Petrig; Dolana, Van Guilder, Josephs; Haberstich, Brügger, Berger; Ranov, Achermann, Burgener; Spinell, Ritz, Riatsch.

Thurgau: Aeberhard; Parati, Seiler; Wildhaber, Scheidegger; Collenberg, Fechtig; Engeler; Merola, C. Jones, K. Jones; Altorfer, Brändli, Loosli; Niedermaier, Hollenstein, Frei; Moser, Kellenberger, Zanzi.