HC Thurgau will Leuchtturm werden

EISHOCKEY. Mit neuen Personen in der Führung und auch auf dem Eisfeld will der HC Thurgau im NLB-Eishockey endlich zurück auf die Erfolgsspur kommen. Neuer Verwaltungsratspräsident ist der Weinfelder Anwalt Peter Muri.

Ruedi Stettler
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VR-Präsident Peter Muri (Bild: Reto Martin)

VR-Präsident Peter Muri (Bild: Reto Martin)

Wenn der neue Verwaltungsratspräsident des HC Thurgau, Peter Muri, immer ein so forsches Tempo vorlegt, geht es mit dem HC Thurgau rasch wieder aufwärts. An der gestrigen Pressekonferenz im Kongresszentrum Thurgauerhof in Weinfelden begann er mit seinen Ausführungen bereits zwei Minuten vor dem festgelegten Termin. Seine Voten waren unmissverständlich.

1. «Der HC Thurgau soll wieder zu einem sportlichen Leuchtturm im Thurgau, eventuell gar in der Ostschweiz werden.» Er solle Vorbildfunktion für den Nachwuchs übernehmen.

2. Die Clubs im Thurgau haben zuletzt nicht optimal zusammengearbeitet. Eine Verbesserung der jetzigen Situation wird so rasch wie möglich an die Hand genommen. Anschieben will man auch eine Aufbruchstimmung, um wieder mehr finanzielle Mittel generieren zu können.

3. Die finanzielle Stabilität soll mindestens gehalten werden. Ein Budget zwischen 2,3 und 2,5 Millionen Franken (bisher knapp 2 Millionen) ist gesichert. Die Sponsoringverträge sind für zwei Jahre unterschrieben.

Noch Altlasten vorhanden

Die verbliebenen beiden Verwaltungsräte der Thurgauer Eishockey AG, Beat Frischknecht und Hansrudolf Forrer, sind gestern an der ausserordentlichen Generalversammlung zurückgetreten. Die Vorstellung des neuen VR hat angedauert, weil gewisse Altlasten in den letzten Wochen zu einigen Diskussionen Anlass gaben. Der neue VR-Präsident Peter Muri musste anmerken: «Die Summe ist leider etwas höher, als wir erwartet haben.» Es handelt sich um gegen 250 000 Franken.

Das neu für die Finanzen zuständige VR-Mitglied Urs Schock sagt dazu: «Eigentlich wollten wir den 100-Meter-Lauf nicht bei der 110er-Marke beginnen. Jetzt haben wir zähneknirschend zugesagt und wollen die 10 fehlenden Meter möglichst rasch aufholen.»

Für Peter Muri, den Inhaber einer Anwaltskanzlei in Weinfelden, gilt eine logische Devise: «Wir werden nicht mehr Geld ausgeben, als dass wir in der Kasse haben. Und trotzdem setzen wir uns ein deutliches sportliches Ziel: Wir wollen nächste Saison in den Playoffs mit dabei sein.»

Die letzten zwei Jahre war dies nicht der Fall und das hatte gravierende Auswirkungen auf die Zuschauerzahlen. Sie sind trotz der Rückkehr in die Güttingersreuti massiv gesunken, obwohl – mit Ausnahme der GCK Lions – alle anderen NLB-Clubs zum Teil deutlich zulegen konnten. Für Urs Schock ist daher naheliegend: «Wir planen mit den Basiszahlen aus der abgelaufenen Saison.»

Mehr Routine erhalten

Die Weichen für eine bessere Zukunft sind also gestellt. Auch die getätigten Transfers von Sportchef und HCT-Geschäftsführer Roger Maier lassen auf einen Aufschwung hoffen. Neben dem seit längerem engagierten Verteidiger Ronny Keller wurde gestern in Weinfelden mit Stürmer Thomas Nüssli ein weiterer Routinier präsentiert. Das liess Headcoach Rolf Schrepfer frohlocken: «Trotz vielen Talenten in unserer neuen Mannschaft haben wir einiges an Routine erhalten. Beide werden ein Vorbild für unsere Jungen sein und ihnen auf dem Weg in die Playoffs sicher hilfreich zur Seite stehen.»

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