HC THURGAU: Wieder entscheiden Sekunden

Einmal mehr gibt ein Doppelschlag dem Spiel des HC Thurgau die Wende. Doch anders als bei der Heimniederlage gegen Rapperswil-Jona sind die Ostschweizer beim 4:1-Sieg in Winterthur die Profiteure.
Matthias Hafen
Am richtigen Ort: Thurgaus kanadischer Mittelstürmer Cam Braes lenkt vor Winterthurs Goalie Remo Oehninger den Puck ab. (Bild: MARIO GACCIOLI)

Am richtigen Ort: Thurgaus kanadischer Mittelstürmer Cam Braes lenkt vor Winterthurs Goalie Remo Oehninger den Puck ab. (Bild: MARIO GACCIOLI)

Es wird langsam unheimlich. Praktisch alles, was dem HC Thurgau vor eigenem Publikum misslingt, geht auf fremdem Eis zu seinen Gunsten aus. Kassierte der Ostschweizer NLB-Club daheim gegen Rapperswil-Jona zwei Treffer innert 22 Sekunden, so schlug er in Winterthur innert 28 Sekunden selber zweimal zu. Kurz vor Spielmitte machten Cam Braes und Toms Andersons aus dem 0:1-Rückstand eine 2:1-Führung.

Braes lenkte an der Torraumgrenze einen scharfen Schuss von Verteidiger Yannick Hänggi zum Ausgleich ab. Dann lancierten Sami El Assaoui und Adrian Brunner ihren Mitspieler Toms Andersons so herrlich, dass dieser solo auf Winterthurs Goalie Remo Oehninger loslaufen konnte und eiskalt zur Wende traf.

Im ersten Drittel vom Glück profitiert

Auch für Thurgaus Trainer Stephan Mair waren dies entscheidende Sekunden in einem Spiel, das mehr von der Spannung als von der Intensität lebte. Vom ersten Drittel war Mair ganz und gar nicht angetan. Denn nebst Tim Wiesers 1:0 im Powerplay (11.) hätten die Winterthurer bereits vorentscheidend davonziehen können. Doch Thierry Bader traf in der sechsten Minute nur den Pfosten, Anton Ranov und erneut Wieser scheiterten mit Grosschancen am starken HCT-Goalie Janick Schwendener.

Es war Schwerstarbeit, was Thurgau gestern zu verrichten hatte – wie so oft gegen Winterthur. Trainer Mair konnte aber zufrieden feststellen, dass sich seine Mannschaft immer mehr steigerte, je länger die Partie dauerte. «Am Anfang haben wir dem Gegner zu viel Raum gegeben. Am Schluss liessen wir praktisch keine Chancen mehr zu», sagte Mair. Dazwischen taten sich die Gäste schwer, die Entscheidung zu forcieren. Das beruhigende 3:1 erzielte Andri Spiller erst in der 53. Minute. Er schloss eine Passstafette via Jeadon Descheneau und Braes ab. Das Trio hatte die Winterthurer Verteidiger damit schwindlig gespielt. Das 4:1, das Braes zum Doppeltorschützen machte, fiel Sekunden vor Schluss ins leere Tor.

Am Freitag gastiert Ajoie in Weinfelden

Damit geht Thurgaus eigenartige Erfolgskurve weiter. Im Jahr 2018 hat der NLB-Sechste auswärts bislang alles gewonnen, zu Hause dafür alle Begegnungen verloren. Am kommenden Freitag steht gegen das viertplatzierte Ajoie das nächste Heimspiel an.

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