Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Spass beim Lesen.

Fast unbemerkt hat der Bau der neuen Valascia des HC Ambri-Piotta begonnen

2021 soll das neue Eishockey-Stadion von Ambri-Piotta eingeweiht werden. Zum Auftakt der Bauarbeiten für das 51-Millionen-Projekt wurde auf jegliche Feierlichkeiten verzichtet.
Gerhard Lob, Ambrì
Visualisierung vorerst noch ohne Dach: So soll das Innere des neuen Ambri-Stadions dereinst aussehen. (Bild: HCAP)

Visualisierung vorerst noch ohne Dach: So soll das Innere des neuen Ambri-Stadions dereinst aussehen. (Bild: HCAP)

Sogar der gewählte Bundespräsident Ueli Maurer war zugegen, als kurz vor Weihnachten auf dem ehemaligen Militärflugplatz von Ambri der erste Spatenstich für die neue Valascia erfolgte. Es war ein symbolischer Spatenstich, denn in Tat und Wahrheit haben die Bauarbeiten erst Anfang dieser Woche begonnen. Im Unterschied zum Dezember, mit Festreden und dem Singen der Vereinshymne «La Montanara» im schneebedeckten Ambri, ging der Baustart von dieser Woche ohne jegliches Zeremoniell vonstatten. Statt Chorstimmen erklangen reale Baggergeräusche.

Konkret handelt es sich um Vorbereitungsarbeiten der eigentlichen Baustelle. Der Hangar 6 auf dem Ex-Flugfeld – direkt neben der Autobahn A2 (siehe Bild unten) – wird geräumt und abgerissen, bevor dann die Aushebung der Grube für das Fundament beginnt.

(Bild: Samuel Golay / Keystone, 22. Dezember 2018)

(Bild: Samuel Golay / Keystone, 22. Dezember 2018)

Die Arbeiten sind, in Absprache mit der Standortgemeinde von Quinto, dem Konsortium Pervangher-Ecorecycling übertragen worden.

Ambri braucht die alpine, dörfliche Atmosphäre

Mit dem Baubeginn konkretisiert sich ein Projekt, über das jahrelang diskutiert und gestritten wurde. Da die bestehende und legendäre Valascia, die soeben ihren 60. Geburtstag feierte, an einer lawinengefährdeten Stelle steht und nicht restauriert werden darf, gab es nur den Ausweg eines neuen Stadions, um weiterhin in der obersten Spielklasse des Schweizer Eishockeys mitmischen zu dürfen.

Das Eishockeystadion Valascia von Ambri. (Bild: Samuel Golay, 22. Dezember 2018)

Das Eishockeystadion Valascia von Ambri. (Bild: Samuel Golay, 22. Dezember 2018)

Vor genau zwei Jahren, Ende April 2017, wurde in einer öffentlichen Versammlung entschieden, dass die neue Valascia in Ambri in der oberen Leventina zu stehen kommen soll. Die Fans verwarfen die Alternative eines Multifunktionalstadions in Castione bei Bellinzona – zu sehr hängt die Geschichte des Hockey Clubs Ambri-Piotta (HCAP) mit der alpinen und dörflichen Atmosphäre der Leventina zusammen. Es war auch der Beginn einer – bis anhin erfolgreichen – sportlichen Erneuerung für den Traditionsverein: Luca Cereda wurde zum Trainer ernannt, Paolo Duca zum sportlichen Direktor. In der abgelaufenen Saison resultierte gegen Biel der erste Playoff-Sieg seit 13 Jahren.

Komplizierter als gedacht erwies sich die Finanzierung des neuen Stadions, das aus der Feder von Stararchitekt Mario Botta stammt und eine Kapazität von 7000 Plätzen aufweist, 4000 Steh- und 3000 Sitzplätze, davon 500 in VIP-Lounges. Die Gesamtinvestitionen belaufen sich auf 51,15 Millionen Franken, welche auch die Kosten für den Abbruch der jetzigen Valascia beinhaltet. Vier Banken garantieren in einem Konsortium 14 Millionen Franken. Zusammen mit weiteren Geldgebern, etwa dem Programm Gottardo 2020, kommen diese externen Finanzierungen auf 23,8 Millionen Franken. Die öffentliche Hand – Kanton Tessin, Lotteriefonds und andere – garantieren 13 Millionen. Auch die Gemeinden aus der Region unterstützen das Projekt, teils mit Bürgschaften. So sprach beispielsweise Faido einen Kredit über 800000 Franken und Airolo und Prato Leventina sicherten gemeinsam Bürgschaften in Höhe von 2 Millionen Franken zu. Weitere 14,35 Millionen werden aus Eigenmitteln und privaten Spenden aufgebracht. «Es ist schweizweit einmalig, dass ein Klub sein eigenes Stadion finanziert», betonte Klubpräsident ­Filippo Lombardi bereits im ­Dezember. Normalerweise seien es Städte oder Gemeinden, welche die Stadien bauten.

Zur Saison 2021/22 soll das neue Stadion bereit sein

Für die Bauzeit sind 22 Monate veranschlagt. Das neue Stadion sollte somit zur Spielzeit 2021/22 bereit sein. Bauherrin ist die Valascia Immobiliare SA, welche sich mehrheitlich im Besitz des HCAP befindet. Anlässlich der ausserordentlichen Versammlung vom 15. April dieses Jahres genehmigten die Aktionäre der Valascia Immobiliare SA die zweite Kapitalerhöhung von 2,4 auf maximal 3,6 Millionen Franken. So wird privaten Aktionären die Möglichkeit gegeben, sich an der Finanzierung der Neuen Multifunktionshalle in Ambri zu beteiligen. Wie das neue Stadion dereinst heissen soll, ist noch nicht klar. Gespräche mit mehreren Sponsoren laufen noch.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.