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Haudegen Geiger steht kurz vor der Rückkehr ins Rampenlicht

Alain Geiger kann heute mit Traditionsverein Servette Genf den Aufstieg in die Super League perfekt machen. Es ist ein Comeback, mit dem nicht viele gerechnet haben.
Markus Brütsch und Stefan Welzel
Erfolgreich zurück im Schweizer Fussball: Alain Geiger. Bild: Salvatore Di Nolfi/Keystone

Erfolgreich zurück im Schweizer Fussball: Alain Geiger.
Bild: Salvatore Di Nolfi/Keystone

Der Genfer Dauerregen kann der guten Laune von Alain Geiger nichts anhaben. Die Vorfreude auf das Spiel ist enorm. Mit einem Sieg über Lausanne-Sport kann der Servette FC heute Abend nach sechsjähriger Abwesenheit die Rückkehr in die Super League klarmachen. «Wir rechnen mit 15 000 Zuschauern», sagt Geiger. «In der Stadt ist wieder Leidenschaft und Herzblut für Servette zu spüren.» Geiger hat selber in den 80er-Jahren während fünf Saisons für die Grenats gespielt und ist mit ihnen Meister und Cupsieger geworden.

Mitte dieser Woche sitzt der 58-Jährige neben dem Stade de Genève in einer Pizzeria beim Mittagessen. Er nimmt sich viel Zeit, um über Servette und seine spezielle Trainerkarriere mit vielen Stationen in Nordafrika zu sprechen. Der 112-fache frühere Nationalspieler kommt beim Erzählen so richtig in Fahrt, bemerkt aber plötzlich, dass er sich sputen muss, will er nicht zu spät zum Termin mit Servette-Boss Didier Fischer kommen. «Ein Trainer sollte den Präsidenten nie warten lassen», schmunzelt Geiger.

Er und sein Team werden heute Abend alles daran setzen, das Léman-Derby für sich zu entscheiden. Die Rivalität mit den Lausannern ist gross, und es gäbe für die Genfer nichts Süsseres, als ausgerechnet vor den Augen der Waadtländer Konkurrenz die Promotion zu bejubeln.

Ein Fest für den Fall der Fälle ist aber nicht vorgesehen. Der vier Runden vor Saisonschluss mit elf Punkten vor Lausanne führende Leader will demütig bleiben. Geiger sagt, für eine Aufstiegsfeier bliebe ja später noch etwas Zeit. Und der Trainer weiss natürlich auch, dass die Erwartungshaltung in Genf inzwischen so gross geworden ist, dass niemand sagen kann, wie sein Team nun gegen Lausanne damit umgehen wird.

Ein Aufstieg mit Servette dürfte vor allem für Geiger eine Genugtuung sein. Nicht wenige Experten haben dem Walliser nach rund zehn Jahren Trainertätigkeit bei Vereinen wie Olympique de Safi (Marokko), Al-Ettifaq (Saudi-Arabien) oder ES Sétif (Algerien) nicht mehr zugetraut, in Europa erfolgreich Fuss zu fassen. Zudem fehlen Geiger die ganz grossen Erfolge als Trainer. Das Double mit ES Sétif 2012 blieb bisher die Ausnahme. Und: Fast nirgends stand er länger als ein Jahr an der Seitenlinie.

Um im Mai 2018 den Job bei Servette zu erhalten, musste er sich selbst per Telefonanruf ins Gespräch bringen. Einige Monate zuvor scheiterte seine Bewerbung beim ambitionierten Challenge-Ligisten. Seinen Namen verband man weder mit Glamour noch mit modernen Taktik-Interpretationen oder bestechendem Erfolg. Doch heute wird sein Boss Fischer äusserst glücklich darüber sein, dem alten Haudegen Geiger eine Chance gegeben zu haben.

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