Harziger Ostschweizer Auftakt

Drei Ostschweizer Clubs spielen in der NLA. Doch von einer Dominanz ist nichts zu spüren. St. Otmar, Fortitudo Gossau und Arbon belegen nach fünf Runden die Plätze acht, zehn und zwölf. Damit bleiben sie unter den Erwartungen.

Rabea Huber
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Der Erfolg blieb bisher aus: Die Situation bei St. Otmar (im Bild mit Raphael Liniger, rechts, und Martin Engeler) ist derzeit zum Haareraufen. (Bild: ky/Ennio Leanza)

Der Erfolg blieb bisher aus: Die Situation bei St. Otmar (im Bild mit Raphael Liniger, rechts, und Martin Engeler) ist derzeit zum Haareraufen. (Bild: ky/Ennio Leanza)

Handball. «Es ist ein harziger Start», sagt St. Otmars Teammanager Wolfgang King. Das Saisonziel hat er mit der Finalrunden-Teilnahme vorsichtig formuliert. Doch nun wird deutlich, wie schwer das zu erreichen ist. Gegen Kriens und Wacker Thun konnten die St. Galler nicht gewinnen. Beide waren aber vergangene Saison hinter St. Otmar klassiert.

Die St. Galler haben in fünf Spielen erst vier Punkte gewonnen. Während damit zu rechnen war, dass sich Fortitudo und Arbon in der unteren Tabellenhälfte wieder finden, hat sich das St. Otmar anders vorgestellt. «Uns fehlt ein ultimatives Erfolgserlebnis», sagt King. Gegen Arbon feierte das Team von Trainer Dan Hansen vor einer Woche zwar den ersten Saisonsieg, doch wirklich freuen konnte sich danach niemand. Zu schwach war die Leistung auch in jenem Spiel. Die St. Galler waren bisher innerhalb der einzelnen Partien zu wenig konstant.

St. Otmar bereits unter Druck

Einer der Gründe für den schlechten Start sieht Hansen in der Position des Goalies. «Zuerst fehlte uns Thomas Isenrich wegen seiner Meniskusoperation. Nun ist Jonas Kindler krank und fällt aus», sagt der Trainer. Zwar haben die St. Galler kurzfristig Christian Ramota verpflichtet, doch der Deutsche weist zwei Jahre nach dem Karrierenende einen Trainingsrückstand auf.

Umso mehr spüre man den Weggang von Goalie Kyung-Tai Han. «Wir haben nun eine andere Mannschaft. Die Abgänge wurden nicht gleichwertig kompensiert», sagt Hansen und widerspricht damit dem Teammanager. King ist der Meinung, dass St. Otmar mit den Neuzuzügen gut aufgestellt sei. Doch die St. Galler sind bereits morgen gegen Bern Muri unter Druck, wollen sie den Anschluss ans Tabellen-Mittelfeld nicht verpassen.

Fortitudo fehlen zwei Punkte

Mit dem zehnten Platz nach fünf Runden kann Fortitudo zufrieden sein, nicht aber mit den zwei Punkten. Vor einer Woche unterlagen die Gossauer Aufsteiger Stäfa. «Diese Punkte, die wir zu Hause gegen einen direkten Konkurrenten verloren haben, werden uns fehlen», sagt Assistenztrainer Markus Keller. Er ersetzte diese Woche Predrag Borkovic, der am Dienstag notfallmässig ins Spital musste.

Der Coach leidet an einer Entzündung der Bauchspeicheldrüse und muss sich Gallensteine entfernen lassen.

Keller wird auch im morgigen Auswärtsspiel an der Seitenlinie stehen. Suhr Aarau erlebte ebenfalls einen durchzogenen Saisonstart und ist noch hinter Gossau plaziert. «Die Resultate der Aargauer sind jedoch besser als unsere. Gegen die Kadetten Schaffhausen und Bern Muri verloren sie nach starken Auftritten nur knapp», so Keller. Mit einer guten Leistung liege der morgige Gegner aber in Reichweite.

«Die Aargauer sind noch mehr unter Druck als wir. Wenn wir nicht wieder den Start verschlafen, können wir sie nervös machen. Und dann liegt auch etwas drin», sagt Keller.

Arbon in Realität angekommen

Etwas pragmatischer sieht Arbons Trainer Enver Koso die Chancen seines Teams morgen in Kriens: «Eigentlich gibt es keine Möglichkeit, die Luzerner zu besiegen. Das ist die Realität.» In dieser ist der Aufsteiger nach fünf NLA-Runden angekommen.

Trotz der Heimspiele gegen Fortitudo und Stäfa sind die Thurgauer noch immer ohne Punkte und deshalb Letzte. «Enttäuschung spüre ich im Team deshalb noch keine. Wir haben gewusst, was auf uns zukommt», sagt Koso. «Ich hoffe, dass es nun immer besser klappt und wir ab Februar unsere beste Form haben.»