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HARTNÄCKIG: Der ewige Verlierer und sein wichtigster Sieg

Für Koldo Álvarez sind Niederlagen Alltag. Doch vor dem Spiel gegen die Schweiz befindet sich der Trainer der Fussballnationalmannschaft von Andorra im Hoch.
Trainer Koldo Alvarez konnte als erster die Niederlagenserie der Andorraner stoppen. (Bild: GIAN EHRENZELLER (KEYSTONE))

Trainer Koldo Alvarez konnte als erster die Niederlagenserie der Andorraner stoppen. (Bild: GIAN EHRENZELLER (KEYSTONE))

Der 22. Februar 2017 wird für immer mit Koldo Álvarez in Verbindung gebracht werden. Zumindest in Andorra.Álvarez wird als jener Trainer der Nationalmannschaft in die Geschichte eingehen, der es geschafft hat, die längste Niederlagenserie zu stoppen. In einem Testspiel besiegte Andorra San Marino 2:0. Es war der erste Sieg seit Oktober 2004 und 86 Partien ohne Erfolg. Das bedeutet bis heute Weltrekord. Zudem ist der Sieg von Álvarez’ Mannschaft der erste Auswärtserfolg eines andorranischen Nationalteams.

Der Sieg scheint bei der Álvarez-Equipe eine Blockade gelöst zu haben. Denn seither haben die notorischen Verlierer in drei Spielen Unentschieden gespielt und zum zweiten Mal überhaupt ein Pflichtspiel – in diesem Falle eine WM-Qualifikationspartie – gewonnen. Ungarn, das eigentlich ausserhalb der Reichweite Andorras liegt, und das Heimspiel in Budapest diskussionslos mit 4:0 für sich entschied, musste bei der 0:1-Niederlage die grösste Blamage seiner an Erfolgen so reichen Geschichte hinnehmen.

Für Andorra und ihren 46-jährigen Trainer bedeuten die drei Erfolge innert eines halben Jahres, dass sie in der Fifa-Weltrangliste von Position 203 auf Rang 129 vorrückten. Eine kleine Entschädigung für den Mann, der seit seinem Amtsantritt 2010 lediglich drei Unentschieden in drei Testspielen vorzuweisen hatte.

Dass die Verantwortlichen in Andorra so lange an Álvarez glaubten, hat auch mit seiner Vergangenheit zu tun. Der frühere Torhüter spanischer Herkunft wurde in seiner neuen Heimat 2003 zum besten Spieler der vergangenen 50 Jahre gewählt. 78-mal hütete er insgesamt das Tor des andorranischen Nationalteams. Sein grösstes Spiel war jenes gegen den damals amtierenden Weltmeister Frankreich 1999. Bei der denkbar knappen 0:1-Niederlage brachte er die französischen Stürmerstars um Nicolas Anelka mit seinen Paraden reihenweise zur Verzweiflung.

Die heutige Aufgabe gegen die Schweiz geht Andorra also mit mehr Selbstvertrauen als auch schon an. Und dennoch bleibt die Auswahl des kleinen Staates mit knapp 80 000 Einwohnern – das entspricht in etwa der Grösse der Stadt St. Gallen – der krasse Aussenseiter. Von jenen Spielern, die Álvarez für seine Mannschaft rekrutierte, verdienen lediglich zwei Spieler als Profis ihr Geld. Max Llovera und Marc Vales. Vales steht seit 2016 in Finnlands höchster Liga bei Seinäjoki unter Vertrag. Der bekannteste Andorraner ist jedoch der 37-jährige Innenverteidiger Ildefons Lima. Der Ex-Profi spielte unter anderem für Bellinzona.

Nach dem Hinspiel, das die Schweiz in Andorra mit 2:1 für sich entschied, war der Verlierertrainer der Zufriedenere. «Ich bin stolz darauf, dass es uns gelungen ist, im Stadion eine so tolle Stimmung zu erzeugen», sagte Álvarez vergangenen Oktober. Dies vor allem, nachdem Alexandre Martinez den 1:2-Anschlusstreffer erzielt hatte. «Dieses Tor erlaubte uns sogar, für ein paar Momente zu träumen.» Für die Schweiz gilt es in St. Gallen, genau das zu verhindern.

Ives Bruggmann

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