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Harte Mädels

Seit April hat der Rugby Club Winterthur ein Frauenteam. Auch eine Thurgauerin ist dabei: Claudia Wyss liebt es, für ihre Teamkolleginnen zu kämpfen – wenn sie nicht gerade einen Jetlag hat.
Ralf Rüthemann
Claudia Wyss wird von Anja Mazenauer (links) und Sarah Molemba angegriffen. (Bild: Reto Martin)

Claudia Wyss wird von Anja Mazenauer (links) und Sarah Molemba angegriffen. (Bild: Reto Martin)

Im Rugby wird gedrängt, angegriffen und gerannt bis zum Geht-nicht-Mehr. Es ist ein Sport für harte Kerle, die an ihre Grenzen kommen wollen. Seit vergangenem April gesellen sich aber auch ein paar harte Mädels zu den harten Kerlen des Rugby Clubs Winterthur. Mit dabei ist die Frauenfelderin Claudia Wyss. Am Probetraining konnte sie nicht teilnehmen, deshalb ist sie einfach ins erste Training gegangen. Auf das Rugby-Frauenteam aufmerksam wurde sie durch eine Kollegin. «Und ich wusste, dass mir Rugby bestimmt gefällt, weil ich das in der Pfadi schon immer geliebt habe.»

Seither ist die 30-Jährige Feuer und Flamme für diesen englischen Sport – auch wenn sie bis anhin noch keine Ernstkämpfe bestreiten konnte und längere Zeit im Training ausfiel. Bei einer Übung brach sie sich nämlich vier Rippen und das Brustbein. «Das ist saudumm gegangen, das hätte bei allen anderen Sportarten auch passieren können», sagt sie.

Jetzt ist sie aber wieder fit und freut sich auf jedes Training, selbst wenn es nur Fitnesseinheiten sind. «Mir macht es einfach Freude und wir haben einen unglaublich starken Zusammenhalt, das kann man sich fast nicht vorstellen.» Claudia Wyss liebt es, im Team zu spielen und für ihre Kameradinnen zu kämpfen. Vor allem die Intensität sagt ihr zu. Während eines Rugby-Spiels sei es einfach egal, wie man aussieht, da stehe der Sport im Vordergrund. «Bei den Frauen im American Football habe ich manchmal das Gefühl, dass es wichtiger ist, einfach möglichst knappe Höschen zu tragen.»

«Muskeln gespürt, die ich vorher gar nicht kannte»

Kämpfen muss Claudia Wyss manchmal nicht nur auf dem Feld, sondern auch, um überhaupt Zeit für Rugby zu finden. Seit acht Jahren ist sie nämlich Flight Attendant bei der Swiss und reist regelmässig um die halbe Welt. Sie ist aber nicht die einzige bei den Winterthurer Frauen, die unregelmässige Arbeitszeiten hat. «Wir haben Krankenschwestern, Ärztinnen, Laborantinnen, Flugverkehrsleiterinnen und so weiter.» Doch wenn Wyss Zeit findet, dann gibt sie alles. «Nach dem ersten Training war ich so kaputt, ich habe Muskeln gespürt, die ich vorher gar nicht kannte», sagt die Forward-Spielerin. Es lohne sich aber, sagt sie, die Fortschritte seien schon klar erkennbar. «Wir haben zwei wirklich gute Trainer von den Winterthurer Herren, die sich viel Zeit für uns nehmen und uns viel beibringen können.»

Ein kollektiver Kampfsport

Rugby sei kein Ballsport, sondern ein kollektiver Kampfsport, sagt Claudia Wyss. Ihre Familie und ihre Kollegen waren zu Beginn noch ziemlich skeptisch. «Das hat sich aber schnell gelegt, als sie gesehen haben, wie viel Spass mir dieser Sport macht.»

Im Schweizer Frauen-Rugby gibt es eine Frauenliga mit einer normalen Meisterschaft und eine Entwicklungsliga, in der sich die Teams im Rahmen von Turnieren mit dem Sport vertraut machen und erste Erfahrungen sammeln können. In dieser Liga spielen auch die Winterthurerinnen. «Wir werden sehen, vielleicht können wir auch mal in der Frauenliga spielen», sagt Claudia Wyss. «Ich bin jedenfalls topmotiviert.»

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