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HANDBALL: Weigelt hört auf ihr Bauchgefühl

Die St. Gallerin Karin Weigelt spielte in Norwegen, Frankreich und Deutschland. Nun überlegt sich die 33-jährige Nationalspielerin, wann der richtige Zeitpunkt für den Rücktritt ist.
Raya Badraun
Karin Weigelt (vorne) ist mit 123 Länderspielen die erfahrenste Akteurin in der Schweizer Auswahl. (Bild: Alexander Wagner/SHV)

Karin Weigelt (vorne) ist mit 123 Länderspielen die erfahrenste Akteurin in der Schweizer Auswahl. (Bild: Alexander Wagner/SHV)

Raya Badraun

Karin Weigelt hatte in Frankreich eigentlich einen Zweijahresvertrag. Doch dann schaffte Celles-sur-Belle den Ligaerhalt nicht und die St. Gallerin stand vor der Frage, was sie nun tun sollte. Die 33-Jährige ist eine neugierige Frau, die wohl nie «ein 08/15-Leben führen wird», wie sie selbst mit einem Lachen sagt. In den vergangenen Jahren glich deshalb auch keine Saison der anderen. Erst spielte sie bei verschiedenen Clubs in der Bundesliga, dann wechselte sie nach Norwegen und schliesslich nach Frankreich. Sie hat diese Entdeckungsreisen gemocht, sich immer wieder angepasst an Philosophien, Hierarchien, Sprachen und den Umgangston, der etwa in Deutschland viel direkter war. «Ich wurde dadurch ein offenerer Mensch», sagt Weigelt.

Doch nun war sie an einem anderen Punkt. Sie fühlte sich noch immer fit und wollte weiterspielen. Ein ganz neuer Club war jedoch keine Option mehr. «Es ist anstrengend, jedes Mal ein neues Umfeld aufzubauen», sagt Weigelt. «Ich wollte lieber zu einem Verein, den ich bereits kannte.» Also wechselte sie im vergangenen Sommer zu Frisch auf Göppingen, wo sie bereits von 2010 bis 2014 gespielt hatte. Mit dem Trainer Aleksandar Knezevic verstand sie sich schon damals gut. Deshalb waren sie über all die Jahre auch in Kontakt geblieben. Seit dem vergangenen Sommer ist Weigelt nun wieder Captain. «Es ist schön, zurückzukommen», sagt sie. «Es ist noch immer so wie früher, sogar die Fans.» Auch die Nähe zur Schweiz sagt ihr zu.

Vertrag läuft im Sommer aus

Obwohl sie Verein und Umfeld kennt, führt Weigelt in Göppingen, wo sie fünf Minuten von der Sporthalle entfernt wohnt, wieder ein anderes Leben. In den vergangenen Jahren war sie Handballerin und Studentin. Nun arbeitet sie vormittags als Assistentin der Kommunikationsleitung bei der Landesmesse in Stuttgart. Sie kümmert sich dabei unter anderem um die Werbung. Es ist ein erster Schritt in ein Leben fern vom Sport, das früher oder später auch bei ihr beginnt. Die Ostschweizerin macht sich zur Zeit immer wieder Gedanken über die nahe Zukunft. Gerne würde sie im Beruf mehr Verantwortung und grössere Projekte übernehmen, als mit einer 50-Prozent-Stelle möglich ist. Im kommenden Sommer läuft zudem ihr Vertrag beim Bundesliga-Club Frisch auf Göppingen aus.

Weigelt sieht vor allem zwei Wege für sich. Entweder hängt sie noch eine weitere Saison in Deutschland an, oder sie geht in die Schweiz zurück und zieht einen Schlussstrich unter ihre Handballkarriere. Bei einem NLA-Team zu spielen, sieht die Ostschweizerin hingegen nicht als Option. «Aber wer weiss, vielleicht packt es mich nach dem Rücktritt dann plötzlich doch noch», sagt die Linkshänderin, die bis 2007 beim LC Brühl unter Vertrag war. Die Rückkehr in die Schweiz wäre auch das Ende ihrer Karriere als Nationalspielerin. Mit 123 Länderspielen ist die Rückraumspielerin momentan die mit Abstand erfahrenste Akteurin in der Auswahl. «Vor allem im Ausland habe ich gemerkt, welche Bedeutung es hat, für das Nationalteam spielen zu dürfen», sagt Weigelt. «Es ist eine Ehre.» Für sie, die schon so lange im Ausland lebt, war es zudem eine Verbindung zur Heimat. Bei Zusammenzügen konnte sie die Familie in St. Gallen besuchen, oder die Eltern schauten sich ein Spiel von ihr mit dem Schweizer Nationalteam an.

Wie es nun weitergeht in ihrem Leben, ist noch nicht entschieden. Gespräche mit dem Verein laufen. «Ich war nun elf Jahre im Ausland», sagt Weigelt. «Der Abschied muss deshalb gut überlegt sein.» Am Ende werde sie vor allem auf das Bauchgefühl hören.

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