Handball-Supercup
Ein Versprechen für die Zukunft: Die jungen Brühlerinnen gewinnen überraschend den Supercup

Die Handballerinnen des LC Brühl gewinnen mit dem 30:24 gegen das favorisierte Zug zum dritten Mal den Supercup. Der Auftritt der jungen St.Gallerinnen in Winterthur macht Lust auf mehr.

Fritz Bischoff, Winterthur
Drucken
Teilen
Der erste Titel der Saison ist gewonnen: Die Spielerinnen des LC Brühl jubeln nach dem Erfolg im Supercup gegen Zug.

Der erste Titel der Saison ist gewonnen: Die Spielerinnen des LC Brühl jubeln nach dem Erfolg im Supercup gegen Zug.

Michael Buholzer/Keystone

Als der LC Brühl zur Pause gegen den Double-Gewinner Zug mit 14:12 in Führung lag, stellte der St.Galler Trainer Nicolaj Andersson fest. «Unsere Leistung war ganz okay.»

Nach Spielschluss kam dann die verbale Steigerung und strahlend meinte er: «Unsere Leistung war schlichtweg hervorragend.» Damit übertrieb der Däne nicht, denn was die St.Gallerinnen leistungsmässig gegen den Favoriten aus der Zentralschweiz zeigten, war ein absolut souveräner Auftritt mit einer breit abgestützten Teamleistung.

Verlief die erste Halbzeit noch ausgeglichen, so steigerten sich die St.Gallerinnen nach der Pause schnell zur 20:14-Führung. In der Folge verwalteten sie ihren Vorsprung mit eindrücklicher Abgeklärtheit.

Überragende Sladana Dokovic

Den Grundstein zum unerwarteten Pokalgewinn legte der LC Brühl mit einer soliden Defensivleistung. Vor der mit 21 Abwehraktionen glänzenden Torhüterin Sladana Dokovic arbeitete eine sehr offensiv eingestellte, agile und trotzdem kompakte Verteidigung. Dokovic sagte:

«Meine Mitspielerinnen halfen mir mit ihrer sehr guten Defensivarbeit entscheidend zu meinen Abwehraktionen.»

Die Defensivleistung hob auch Dimitra Hess hervor. «Aus der sicheren Deckung fanden wir auch in der Offensive zu einer sehr guten Teamleistung. So kamen wir zu einem Sieg, der mich in seiner Deutlichkeit überrascht», stellte die achtfache Torschützin, die in der vergangenen Saison noch bei den Zugerinnen gespielt hatte, fest.

Die 21-jährige Internationale ist mit dem Sieg im Supercup die einzige Spielerin, die in diesem Jahr alle drei möglichen Titel gewonnen hat. Dass die Partie gegen ihre ehemaligen Teamkameradinnen speziell war, lag auf der Hand und bedeutete für Dimitra Hess zusätzliche Motivation.

Die neunfache Torschützing Katarina Simova (Mitte).

Die neunfache Torschützing Katarina Simova (Mitte).

Michael Buholzer/Keystone

Ein Versprechen für die Zukunft

Motiviert dürfte nach dem Sieg im Supercup das ganze Team der Brühlerinnen im Hinblick auf die in einer Woche beginnende Meisterschaft sein. «Wir sind schon mit viel Selbstvertrauen in das Spiel gegen Zug gegangen. Nach unserem Erfolg ist das Selbstvertrauen für die Meisterschaft jetzt noch grösser», so Katarina Simova. Jede habe für jede gekämpft und gespielt. Weiter sagte die neunfache Torschützin:

«Wir waren als Team eine Einheit, das ein Versprechen für die Zukunft sein kann.»

Ein Versprechen für die Zukunft ist vor allem der Umstand, dass das zu grossen Teilen neuformierte Team des LC Brühl noch ein sehr junges ist.

Angesichts der Tatsache, dass fünf Kaderspielerinnen verletzungsbedingt noch nicht eingesetzt werden konnten oder geschont wurden, darf vom 31-fachen Rekordmeister in den kommenden Monaten eine Leistung erwartet werden, die weitere Titel nach sich ruft.

Zug – Brühl 24:30 (12:14)AXA Arena Winterthur – 935 Zuschauer – Sr. Abalo/Maurer
Strafen: Gegen beide Teams je dreimal 2 Minuten.
Zug: Booijink/Abt; Tschamper, Scherer, Stutz (7/6), Heinzer (4), Goldmann, Steinmann, Eugster (4), Litscher (1), Riner (4), Taivan (3), Gwerder, Spieler (1), Bächtiger, Jonsdottir.
Brühl: Dokovic/Schlachter; Mosimann, Kernatsch (3), Brunner, Pavic (2), Ackermann (1), Altherr, Wolff (3/2), Tomasini (1), Lüscher, Gutkowska (3), Hess (8/2), Forizs, Baric, Simova (9).
Bemerkungen: Brühl ohne Schaefer (verletzt). Altherr, Lüscher, Brunner und Forizs nicht eingesetzt. Brühl vergibt zwei Penaltys.

Aktuelle Nachrichten