St.Otmars Handballer gewinnen erstmals seit über zwei Jahren gegen Pfadi Winterthur: Angstgegner war einmal

St.Otmar gewinnt in der NLA gegen Pfadi Winterthur und bleibt dank des 27:24-Sieges Vierter. Zwei Spieler stechen aus dem starken Kollektiv heraus.

Ives Bruggmann
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St.Otmars Spielertrainer Bo Spellerberg beschäftigt – wie so oft – mehrere Gegenspieler und kommt dennoch zum Wurf.

St.Otmars Spielertrainer Bo Spellerberg beschäftigt – wie so oft – mehrere Gegenspieler und kommt dennoch zum Wurf.

Bild: Ralph Ribi (St.Gallen, 23. Februar 2020)

Den Angstgegner Pfadi Winterthur gibt es nicht mehr. Zumindest vorläufig. St.Otmars NLA-Handballer besiegten den Tabellendritten nach zehn Spielen ohne Sieg und seit dem 11. Oktober 2017 erstmals wieder. Der 27:24-Sieg war am Ende ungefährdet, auch wenn die St.Galler eine frühe Vorentscheidung verpassten.

In der 49. Minute schaffte der Gast aus Winterthur nach einer Schwächephase St.Otmars aus dem Nichts den 19:20-Anschlusstreffer. Doch dann nahm der omnipräsente Spielertrainer Bo Spellerberg das Heft des Handelns in die Hand. Zuerst erzielte er mit einem Schlagwurf ins hohe Eck das 21:20 für St.Otmar, dann spielte er Kreisläufer Tobias Wetzel frei, der einen Penalty sowie eine Zweiminutenstrafe herausholte. Den Siebenmeter verwertete der 40-jährige Däne souverän. Nur wenig später stellte Spellerberg mit seinem dritten Treffer innert vier Minuten die Weichen für den Sieg.

Bringolf stellt Spellerberg in den Schatten

Am Ende kam der formstarke St.Galler Spielertrainer vor 1200 Zuschauern in der Kreuzbleiche auf neun Treffer aus elf Versuchen. Trotz dieser herausragenden Statistik war Spellerberg nicht der beste Mann in der Halle. St.Otmars Goalie Aurel Bringolf setzte noch eins drauf. Er zeigte 17 Paraden und damit eine Abwehrquote von überragenden 43 Prozent. Die Winterthurer verzweifelten vor allem in der ersten Viertelstunde am St.Galler Nationalgoalie. Ihren vierten Treffer erzielten die Gäste erst nach Ablauf der ersten Viertelstunde. In dieser Zeitspanne parierte Bringolf zwei Drittel aller Würfe auf sein Tor.

Die Defensive um die bärenstarken Frédéric Wüstner, Tobias Wetzel und Max Höning leisteten einen grossen Beitrag zu Bringolfs Leistung. Kaum einen unbedrängten Wurf aus dem Rückraum liess sie zu. In der Offensive fanden die St.Galler gegen die unkonventionelle 3:2:1-Deckung der Gäste immer wieder Lösungen. Nur die Wurfquote liess zwischendurch zu wünschen übrig. So vergab St.Otmar die Vorentscheidung mehrmals fahrlässig.

Selbstvertrauen für das Playoff getankt

Pfadi Winterthur war an diesem Abend aber schlicht zu wenig zwingend, um St.Otmar ernsthaft zu gefährden. «Wir haben schlecht geworfen, waren zu wenig druckvoll und produzierten zu viele einfache Fehler», sagte Pfadis Trainer Adrian Brüngger. Wer so spiele, habe es nicht verdient zu gewinnen. Auf der anderen Seite waren St.Otmars Spieler froh, die Sieglosserie gegen Pfadi beendet zu haben. Damit haben die St.Galler nun in den vergangenen eineinhalb Jahren gegen alle Teams in der höchsten Schweizer Liga mindestens einmal gewonnen. «Das gibt uns Selbstvertrauen im Hinblick auf das Playoff», sagt Goalie Bringolf. Nichtsdestotrotz soll der vierte Platz mit aller Macht verteidigt werden. «Das zusätzliche Heimspiel im Playoff-Viertelfinal kann entscheidend sein», sagt Bringolf.

Durch die Niederlage Aaraus gegen Bern baute St.Otmar den Vorsprung auf den fünften Platz, den nun Thun innehat, auf drei Punkte aus. Als nächstes stehen für die St.Galler Handballer zwei schwierige Auswärtspartien in Bern und Aarau auf dem Programm. Doch, wer keinen Angstgegner hat...