HANDBALL: Niederlage trotz viel Kampf

St. Otmar verliert in der NLA gegen den HC Kriens-Luzern nach einer Halbzeitführung und trotz viel Gegenwehr 23:25 (12:11). Die Finalrunde rückt damit in weite Ferne.

Fritz Bischoff
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Amadeus Hedin erzielte zwar vier Treffer, kassierte kurz vor Schluss aber auch eine Zweiminutenstrafe. (Bild: Urs Bucher)

Amadeus Hedin erzielte zwar vier Treffer, kassierte kurz vor Schluss aber auch eine Zweiminutenstrafe. (Bild: Urs Bucher)

Fritz Bischoff

Für einen Augenblick herrschte gestern Abend in der Sporthalle Kreuzbleiche nach der Schlusssirene zur Partie St. Otmars gegen Kriens-Luzern schon fast gespenstische Stille. Das Publikum verarbeitete die 23:25-Niederlage gleichermassen konsterniert, wie dies die St. Galler Spieler taten. In den Schlussminuten hatten sie den durchaus möglichen dritten Sieg in Folge aus der Hand gegeben. Die Ehrung der besten Spieler löste die gedrückte Stimmung ein wenig. Bei den Gästen wurde der Topskorer Luca Spengler für seine neun Tore ausgezeichnet, bei den Gastgebern Torhüter Jonas Kindler für seine bravourösen Abwehraktionen mit 15 erfolgreichen Interventionen. So einig wie sich alle Anwesenden ob der verdienten Auszeichnung für die beiden Geehrten waren, so einig waren sich diese beiden auch in der Analyse.

«Es waren Kleinigkeiten, die am Ende das Schlussresultat erbrachten», sagten die beiden übereinstimmend. Spengler ergänzte sein Fazit mit dem Empfinden: «Ich denke, dass wir in den Schlussminuten wohl die besseren Nerven hatten.» Diese Nerven wurden auf Seiten St. Otmars in der Schlussphase tatsächlich arg strapaziert. Beim Stande von 22:22 in der 57. Minute wurde Amadeus Hedin mit einer Zweiminutenstrafe sanktioniert, und wenig später musste auch Jan Gwerder das Spielfeld für zwei Minuten verlassen. Kriens-Luzern konnte während annähernd einer Minute mit zwei Spielern in Überzahl agieren. Dieses Handicap wog für das Heimteam zu schwer, der Sieg und damit die Punkte entschwanden.

Starke Defensivleistung

Doch St. Otmar hätte schon im früheren Spielverlauf die Möglichkeiten gehabt, die hektische und spannende Schlussphase zu vermeiden. «Es gelang uns einfach nicht, unseren Vorsprung einmal auf drei oder vier Treffer auszubauen», stellte Captain Kindler fest. Ein Gleiches gilt jedoch auch für die Zentralschweizer, die das gleiche Manko zu beklagen hatten. So blieb die Partie stets spannend und ausgeglichen.

Bei St. Otmar gefiel vor allem die Defensivarbeit. Vor Torhüter Kindler agierte eine zupackende, agile und kompakte Abwehr. Ihr einziger Makel war es, dass sie den gegnerischen Topskorer nicht zu neutralisieren vermochte, so dass dieser immer wieder zu einfachen Treffern kam. «Meine Mitspieler arbeiteten sehr effizient für mich und brachten mich in gute Abschlusspositionen», stellte Spengler fest. Dieses Erarbeiten guter Möglichkeiten bereitete St. Otmar eher mehr Mühe. Meist standen am Anfang der Treffer der Einheimischen viel Arbeit, Kampf und Aufwand. Dies auch gepaart mit Euphorie und Begeisterung. Doch am Ende reichte dies gegen die Luzerner nicht zum Sieg. «Uns fehlten heute ganz einfach drei Tore. Punkt, Schluss – das ist die ernüchternde Tatsache», zeigte sich Kindler mächtig enttäuscht.