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HANDBALL: Keine lahme Ente

Schon heute kann sich Fortitudo Gossau zum ersten Mal für das Playoff qualifizieren. Bedingung ist ein Sieg in Zürich gegen GC Amicitia.
Daniel Good
Rolf Erdin ist bis Ende Saison Trainer der Gossauer. (Bild: Urs Bucher)

Rolf Erdin ist bis Ende Saison Trainer der Gossauer. (Bild: Urs Bucher)

Daniel Good

Meistens kommt es nicht gut, wenn ein Trainer schon ein halbes Jahr vor dem Ende der Saison den Rücktritt ankündigt. Die Autorität nimmt ab. Die Misserfolge häufen sich, und der Trainer ist früher weg als ursprünglich geplant. Man spricht im Sport von der «Lame Duck», der lahmen Ente, wenn der Trainer noch im Amt, aber sein Abgang bereits besiegelt ist. Der Begriff stammt aus der amerikanischen Politik. Er bezeichnet einen Präsidenten, der nicht zur Wiederwahl antritt, aber immer noch im Weissen Haus sitzt. Insbesondere innenpolitisch ist er handlungsunfähig.

In Gossau ist vieles anders als in den USA. Fortitudos Handballtrainer Rolf Erdin hat im Dezember erklärt, dass Ende Saison für ihn Schluss sei. Angst, zur lahmen Ente zu werden, hatte er nicht. «Wir haben einen unmissverständlichen Auftrag», sagt Erdin. Er meint, den Club weiter in der NLA zu halten. «Für uns ist jede Partie von grosser Bedeutung. Deshalb kommen gar keine solchen Gedanken auf. Wer mich sieht an der Linie, weiss, dass ich immer noch zu hundert Prozent motiviert bin.» Der 41-jährige Erdin ist seit Anfang 2012 Trainer der Gossauer.

Am Kreis ist Gossau geschwächt

Erdin hat die Mannschaft so gut im Griff, dass Gossau sogar reelle Aussichten hat, zum ersten Mal die Playoff-Qualifikation zu bewerkstelligen. Die erste Chance bietet sich Fortitudo heute, wenn die Ostschweizer ab 20.30 Uhr in der Zürcher Saalsporthalle gegen GC Amicitia spielen. Zwei Runden vor dem Ende des Qualifikationspensums haben sie – auf Tabellenplatz acht – zwei Punkte mehr als die Zürcher.

«GC Amicitia ist eine gute Mannschaft. Aber wir wissen, was wir zu tun haben. Wir fahren guten Mutes nach Zürich. Die Tagesform wird entscheiden», sagt Erdin. Die Mannschaft reist heute mit dem Auto, für die Anhänger Fortitudos steht ein Bus bereit. Fehlen wird der wichtige Kreisläufer Jonas Mächler. Für den stämmigen Mann aus der March ist die Saison nach einem Riss des Syndesmosebandes im Sprunggelenk beendet. Adäquat ersetzen kann Erdin Mächler nicht: Fabian Geiger ist im Militär und ohne Training in diesen Tagen, Schreinerlehrling Jannic Störchli mit schulischen Aufgaben beschäftigt. «Kreislauftraining war nicht möglich in dieser Woche», sagt Erdin.

Das sind nicht die besten Voraussetzungen für die wichtigste Partie der Saison. Aber Erdin ist es seit Jahren gewohnt, den Widerwärtigkeiten zu trotzen. «Wir müssen wie immer das Beste daraus machen.» Als der Trainer seinen Rücktritt ankündigte, war Fortitudo Tabellenletzter und in akuter Abstiegsgefahr. Nun winkt Gossau der grösste Erfolg in der Clubgeschichte.

Wenn es heute nicht klappt, erhält Fortitudo am Sonntag eine zweite Chance im Derby zu Hause gegen St. Otmar. Erdin würde besonders motiviert sein.

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