HANDBALL: In letzter Sekunde

Mit dem 24:24 bei Leader Yellow Winterthur schaffen die Frauen des HSC Kreuzlingen den Verbleib in der NLA. Den benötigten Punktgewinn realisierten sie dank Pashke Markus Treffer kurz vor Schluss.

Markus Rutishauser
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Grund zum Jubeln: Die Kreuzlinger NLA-Handballerinnen schafften den direkten Ligaerhalt, obwohl es lange nicht danach ausgesehen hatte. (Bild: Mario Gaccioli)

Grund zum Jubeln: Die Kreuzlinger NLA-Handballerinnen schafften den direkten Ligaerhalt, obwohl es lange nicht danach ausgesehen hatte. (Bild: Mario Gaccioli)

Markus Rutishauser

sport@thurgauerzeitung.ch

Der Jubel bei den Kreuzlingerinnen war nach Spielschluss fast noch grösser als ein Jahr zuvor, als sie völlig unerwartet den erstmaligen Aufstieg in die NLA geschafft hatten. Tatsächlich ist der in extremis erkämpfte Verbleib in der höchsten Spielklasse noch höher einzustufen. Von vielen als Abstiegskandidat Nummer eins gehandelt, liessen die Thurgauerinnen am Ende mit dem Direktabsteiger ATV/KV Basel und dem BSV Stans zwei höher eingestufte Teams hinter sich. Die Innerschweizerinnen müssen somit in den sauren Apfel beissen und in der Barrage gegen den NLB-Zweiten Herzogenbuchsee antreten. Basel wird in der nächsten Saison durch NLB-Meister GC Amicitia Zürich ersetzt.

Absteiger Basel bot erhoffte Schützenhilfe

Nach der überraschenden 17:19-Heimniederlage von Stans gegen Absteiger Basel am Vortag konnten die Kreuzlingerinnen den direkten Klassenerhalt wieder aus eigener Kraft schaffen. Dafür benötigten sie allerdings einen Punktgewinn im Gastspiel beim souveränen Tabellenführer Yellow Winterthur. Die Zürcherinnen hatten in dieser Entscheidungsrunde bisher keine Geschenke verteilt, in fünf Partien nur einen Zähler abgegeben und auch den HSC Kreuzlingen im Hinspiel mit 31:26 deutlich bezwungen.

Nach einer ausgeglichenen Startviertelstunde übernahm der Favorit denn auch das Spieldiktat und erarbeitete sich nicht zuletzt dank der treffsicheren Dänin Nicoline Berthelsen eine 11:8-Führung. Erst nach einem Time-out von Trainer Gabor Fülöp fand das Team vom Bodensee seinen Rhythmus wieder und konnte den Rückstand bis zur Pause auf einen Treffer reduzieren.

Diesen Schwung und den Glauben, die Überraschung tatsächlich schaffen zu können, nahm der HSCK in die zweite Halbzeit mit. Dank der Paraden von Andjela Roganovic und dank der formstarken Offensivkräfte wie Martina Strmsek (8 Tore), Selina Weidmann, Jennifer Grath­wohl (je 5) und Anina Veit (4) gingen die Thurgauerinnen eine Viertelstunde vor Schluss mit 19:17 in Führung. Und als Strmsek mit ihrem dritten verwandelten Penalty gut zehneinhalb Minuten vor dem Schlusspfiff auf 21:18 erhöhte, reifte bei den Kreuzlinger Anhängern der Glaube an den benötigten Punktgewinn. Aber Yellow Winterthur reagierte entschlossen und schaffte innerhalb von weniger als drei Minuten den Ausgleich. Damit war die dramatische Schlussphase lanciert.

Barrage schon bedrohlich nahe

Yellow Winterthur legte zweimal vor, Kreuzlingen glich zweimal aus. Als jedoch Luana Feller 41 Sekunden vor dem Ende mittels Penalty das 24:23 für die Zürcherinnen erzielte, rückte der Gang der Thurgauerinnen in die Barrage bedrohlich nahe. Ausgerechnet die junge Pashke Marku er­löste ihre Equipe elf Sekunden vor Schluss mit ihrem einzigen Treffer zum 24:24-Endstand. Der kämpferische Auftritt der Kreuzlingerinnen wurde so doch noch belohnt.