Handball
Fortitudo mit zwei Gesichtern: Die Gossauer verlieren das letzte Heimspiel der Saison

Die Fürstenländer NLB-Handballer sind Wädenswil/Horgen nur in der ersten Halbzeit ebenbürtig und verlieren in der vorletzten Aufstiegsrunde 24:29.

Fritz Bischoff
Merken
Drucken
Teilen
Lucius Graf (links) erzielte in seinem letzten Heimspiel für Gossau sechs Treffer.

Lucius Graf (links) erzielte in seinem letzten Heimspiel für Gossau sechs Treffer.

Michel Canonica

Nach dem letzten Heimspiel mit dem zweitletzten Aufstiegsrundenspiel der NLB-Handballer ist nun auch rechnerisch klar, dass sich Fortitudo Gossau nicht für das Playoff zur NLA qualifiziert. Die St.Galler waren der SG Wädenswil/Horgen nur in der ersten Halbzeit ein fordernder und ebenbürtiger Gegner und verloren schliesslich 24:29. Während Gossau auf dem fünften Platz der Rangliste verbleibt, haben sich die Zürcher auf den zweiten Platz verbessert und den HSC Kreuzlingen überholt. Gewinnen sie am Samstag auch ihre letzte Aufstiegsrundenpartie, so sind sie für das Playoff zur NLA gegen Chênois Genève qualifiziert.

Die zwei Gossauer Gesichter

Fortitudo zeigte einmal mehr zwei extrem auseinanderliegende Leistungen innerhalb eines Spiels. Vor der Pause waren die Gastgeber das bessere, das dominierende, das überzeugende Team. Aus einer sehr gut funktionierenden und kompakten Defensivarbeit heraus überzeugte auch die Offensivleistung. So lag das Heimteam nach rund 20 Minuten mit sechs Toren (12:6) in Führung und hatte den Gegner absolut im Griff. «Das war ein nahezu perfektes und optimales Spiel, das uns in dieser Phase gelang», urteilte Trainer René Ullmer. Je näher aber die Pause rückte, desto deutlicher zeichnete sich das ab, was in der zweiten Halbzeit eintreten sollte. Die SG Wädenswil/Horgen steigerte sich immer mehr, lag zur Pause (12:15) nur noch mit drei Treffern zurück, um in der 39. Minute beim 17:17 erstmals auszugleichen und in der Folge die Führung zu übernehmen.

Die fehlende Konstanz als Manko

Das Leistungsvermögen der Gossauer war vor allem im Angriff in sich zusammengebrochen. Beste Möglichkeiten wurden nicht mehr genutzt und der Gegner damit in seiner Euphorie bestärkt. «Unvermittelt passten die Abschlüsse nicht mehr. Dazu kamen immer mehr überhastete Aktionen. Mein Team war im Vergleich zur ersten Halbzeit nicht wieder zu erkennen. Immerhin stimmte die Defensivarbeit noch mehr oder weniger», sinnierte Ullmer. So war das letzte Heimspiel seines Teams gewissermassen ein Spiegelbild der gesamten Saison. Sehr gute Leistungen wechselten mit absolut ungenügenden Auftritten. Es mangelte an der Konstanz, die zum Erreichen des Saisonziels mit dem Aufstieg in die NLA notwendig gewesen wäre. Dass das Potenzial im Team vorhanden gewesen wäre, war im Verlaufe des vergangenen Dreivierteljahres immer wieder zu erkennen. Die Qualität zur Stabilität jedoch war das grosse Manko.

Im letzten Spiel der Saison 2020/2021 gastieren die Gossauer am Samstag beim Tabellendritten HSC Kreuzlingen. Bei einem Sieg müssen die Thurgauer auf eine Niederlage von Wädenswil/Horgen gegen den Tabellenletzten Solothurn hoffen, um sich noch auf den zweiten Platz zu verbessern und so das Playoff bestreiten zu können.

Telegramm

Fortitudo Gossau – Wädenswil/Horgen 24:29 (15:12)
Buchenwaldhalle – Sr. Keist/Winkler – 50 Zuschauer.
Strafen: 5-mal 2 Minuten gegen Gossau und 4-mal 2 Minuten gegen Wädenswil/Horgen.
Fortitudo Gossau: Perazic/Busa (2)/Halter; Linde (2), Bischofberger, Osterwalder (1), Zehnder (2), Ammann (2), Mächler (3), Schiller, Brülisauer, Bucher, Thür (1), Graf (6/3), Schneider (1), Lind (4/1).
Bemerkung: Vor dem Spiel wurden bei Gossau die Spieler Clemens Gangl, Beco Perazic, Damian Halter, Arie Thür, Benjamin Zehner, Lukas Osterwalder, Lucius Graf, Jonas Mächler und Torhütertrainer Thomas Blaser verabschiedet.