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HANDBALL: Fortitudo Gossau erstmals in den NLA-Playoffs

Grosserfolg für die Handballer von Fortitudo Gossau: Dank eines Auswärtssieges gegen GC Amicitia Zürich müssen die Fürstenländer erstmals seit ihrem Aufstieg vor zehn Jahren nicht gegen die Relegation kämpfen.
Fritz Bischoff
Lucius Graf zeigte sich auch im Duell gegen GC Amicitia Zürich vom Donnerstagabend treffsicher. (Bild: Archiv/Ralph Ribi)

Lucius Graf zeigte sich auch im Duell gegen GC Amicitia Zürich vom Donnerstagabend treffsicher. (Bild: Archiv/Ralph Ribi)

In der zweitletzten Runde der NLA-Abstiegsrunde ist für Fortitudo Gossau das Tatsache geworden, woran noch vor einem Monat kaum jemand nur zu träumen, geschweige es denn es auszusprechen wagte. Das Team von Trainer Rolf Erdin hat sich für die Playoff der acht besten Teams der Schweiz qualifiziert.

Die Gossauer, die Ende April 2008 dank einem 30:25-Auswärtssieg im letzten Spiel der Nationalliga B Aufstiegsrunde gegen Stäfa erstmals den Aufstieg in die höchste Spielklasse schafften und seither als die „Unabsteigbaren“ nie mehr relegiert wurden, haben damit den bedeutendsten Erfolg ihrer fünfzigjährigen Vereinsgeschichte geschafft. Vor diesem Hintergrund ist der ausgiebige Freudentanz, den die Spieler gestern Abend mit Tränen in den Augen nach dem 24:21-Sieg in der Saalsporthalle vor den zahlreich mitgereisten Fans zum Besten gaben, nachvollziehbar. Dies weit mehr aber noch,wenn der Saisonverlauf von Forti mit einbezogen wird. Nach der Hauptrunde im Dezember lag die Mannschaft abgeschlagen auf dem letzten Platz der Tabelle, der Abstieg schien unausweichlicht. Doch der Schein war falsch. Die Gossauer starteten fulminant in die Abstiegsrunde und blieben während sechs Runden ungeschlagen. Die vorentscheidende Grundlage für die Playoff-Qualifikation war gelegt.

In der gestrigen Partie gegen GC Amicitia lagen die Gossauer nur bis zum 2:3 in 7. Minute in Rückstand. Danach bauten sie ihre Führung bis maximal fünf Treffer (14:9) aus. Wohl mussten sie in der Schlussphase vor allem wegen zahlreichen dem Gegner zugesprochenen Penaltys nochmals um den Sieg und den Aufstieg bangen, doch war das Schlussverdikt klar und verdient. Fortitudo gefiel vor allem defensiv mit einer geschlossenen Kollektivleistung. Torhüter Aurel Bringolf mit einer Fangquote von 41% und der LigatopskorerLuzius Graf mit seinen 11 Treffern hoben sich jedoch deutlich von ihren Mitspielern ab. «Eine unserer Stärken war es, dass wir nie aufsteckten und resignierten – auch dann nicht, wenn das Spiel nicht unbedingt zu unseren Gunsten lief», stellte Graf fest und hoffte gleich auch noch auf seinen ehemaligen Verein Pfadi Winterhur als Playoffgegner. Soweit mochte Captain Gabriel Würth noch nicht denken. Er genoss den Augenblick und schwärmte davon, dass die Gossauer Fans das Auswärtsspiel hatten zu einem Heimspiel werden lassen. In dieseRichtung gingen auch die ersten Gedanken nach dem Spiel von Torhüter Bringolf. «Eine solch unglaubliche Unterstützung habe ich noch nie erlebt. Alle stehen hinter dem Verein und unserem Team. Dieses hat als Ganzes eine unglaubliche Willensleistung vollbracht. Darauf bin ich extrem stolz.» Stolz – aber im Stillen, mit Tränen in den Augen, war auch Trainer Rolf Erdin. Er sass nach dem Schlusspfiff auf der Auswechselbank, konnte und wollte vorerst mit niemandem reden, denn eigentlich konnte auch er kaum fassen, was er mit seinem Team geschafft hatte: Die Playoffqualifikation - und in dieser wird er sein Team nochmals optimal einstellen und motivieren, egal, wer der Gegner auch sein wird.

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