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HANDBALL: Der EM-Star in der Schweizer Provinz

An der EM war Ondrej Zdrahala ein Held. Heute tritt der Tscheche mit St. Otmar in der NLA-Abstiegsrunde in Gossau an.
Daniel Good
Ondrej Zdrahala belegte mit den Tschechen an der EM den sechsten Platz. (Bild: Ralph Ribi)

Ondrej Zdrahala belegte mit den Tschechen an der EM den sechsten Platz. (Bild: Ralph Ribi)

Daniel Good

Überlegener Torschützenkönig, dreimal zum Mann des Spiels gewählt: Ondrej Zdrahala hat eine überragende EM im handballverrückten Kroatien hinter sich. Die heutige Bühne für den Tschechen ist kleiner. Mit St. Otmar spielt der 34-Jährige ab 20 Uhr in der Gossauer Buechenwaldhalle gegen Fortitudo. Das Derby ist für St. Otmar noch die attraktivste Partie in der NLA-Abstiegsrunde. Heute in einer Woche treffen die Stadtsanktgaller mit dem EM-Torschützenkönig im Aargau auf Aufsteiger Endingen.

An der EM im Januar bekam Zdrahala andere Kaliber vorgesetzt. Als Regisseur der Tschechen spielte er gegen Teams wie Olympiasieger Dänemark, Gastgeber Kroatien, Titelverteidiger Deutschland und den nachmaligen Europameister Spanien. Die Tschechen belegten den sechsten Platz. «Wir hätten im Vorfeld des Turniers nie gedacht, dass wir so weit kommen», sagt Zdrahala. Schliesslich wäre aber sogar noch mehr möglich gewesen – auch dank der 55 Tore von Zdrahala. Der Sieg gegen die Dänen in der zweiten Partie beflügelte die Tschechen. «Mit etwas mehr Wettkampfglück hätten wir es sogar in die Halbfinals schaffen können.» Gegen Deutschland führten die Tschechen während 50 Minuten, verloren aber knapp.

Viel Verantwortung, weil Babak fehlte

Der tschechische EM-Erfolg war auch ein Produkt der knallharten Vorbereitung. Coach der Tschechen ist Jan Filip, der bis Ende 2014 St. Otmar betreute. Filip bot die tschechische Mannschaft schon am 27. Dezember auf. «Er liess kein Detail ausser Acht und und feilte akribisch am Spielsystem», sagt Zdrahala.

Der Regisseur musste an der EM viel Verantwortung übernehmen, weil mit Tomas Babak der zweite Mittelmann verletzt ausfiel. Der heute 24-jährige Babak spielte von 2013 bis 2016 für St. Otmar. Seit der vergangenen Saison steht er beim Bergischen HC unter Vertrag. Nach dem Abstieg spielt Babak in der 2. Bundesliga. Aus der 2. Bundesliga stiess 2016 Zdrahala zu St. Otmar. Als Hoffnungsträger. Individuell ist der EM-Torschützenkönig eine Klasse für sich, aber die Resultate stellten sich nicht wie gewünscht ein. Schon zum zweiten Mal in Folge musste St. Otmar in die Abstiegsrunde.

Zdrahala war am Wurfarm lange verletzt. Anstatt acht Wochen dauerte die Genesung acht Monate. Nun ist er aber fit und gewillt, die Saison im Club erfolgreich abzuschliessen. «Es bringt nichts mehr, sich mit der Vergangenheit auseinanderzusetzen. Wir schauen nach vorne. Ich bin sehr motiviert, auch wenn wir zurzeit in der Abstiegsrunde spielen. Aber wir haben ja gute Chancen, mit St. Otmar doch noch ins Playoff zu kommen», sagt Zdrahala. St. Otmar führt die Tabelle der Abstiegsrunde an und muss bis Mitte März zwei von drei Kontrahenten hinter sich lassen, um die Viertelfinals zu erreichen.

Freidorf oder internationale Verlockungen

Die EM-Leistungen Zdrahalas wecken internationale Begehrlichkeiten. Es gab schon diverse Anfragen für den Abstiegsrunden-Teilnehmer. «Ich darf mit dem Einverständnis der Clubleitung Verhandlungen führen», sagt der Spieler. Zdrahala scheint einerseits nicht abgeneigt, von den EM-Toren finanziell zu profitieren und nochmals den Club zu wechseln. «Ich bin ja auch nicht mehr der Jüngste.» Anderseits gefällt es dem Familienvater ausserordentlich gut in der Ostschweiz. «So gut wie nirgendwo vorher.» Er wohnt mit der Familie in Freidorf. Die beiden Kinder besuchen die 1. und 3. Klasse.

Zdrahala weiss, wovon er spricht. Bevor er nach St. Gallen wechselte, spielte er als Profi schon für sieben Vereine. Thurgau und Buechenwaldhalle oder nochmals die grosse Bühne? Zdrahala hat seine Zukunft selber in der Hand.

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