HALLEN-SM IN ST. GALLEN: Letzte Qualifikationschance für die Hallen-EM

LEICHTATHLETIK. Neben Medaillen geht es an diesem Wochenende an den Schweizer Leichtathletik-Hallenmeisterschaften in St.Gallen um die letzten Tickets für die Hallen-EM in Paris (4. bis 6. März).

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Mujinga Kambundji (r.) hat Chancen auf zwei Goldmedaillen an der Hallen-SM in St.Gallen. (Bild: Archiv/Keystone)

Mujinga Kambundji (r.) hat Chancen auf zwei Goldmedaillen an der Hallen-SM in St.Gallen. (Bild: Archiv/Keystone)

Bislang haben sich mit Lisa Urech, Clélia Reuse (beide 60 m Hürden), Irene Pusterla (Weit), Beatrice Lundmark (Hoch), Pascal Mancini, Cédric Nabe (beide 60 m) und Tobias Furrer (60 m Hürden) vier Athletinnen und drei Athleten für den Saisonhöhepunkt in der Halle qualifiziert. Damit ist das Soll bereits erfüllt, denn Swiss Athletics hatte eine sechs- bis achtköpfige Delegation als Ziel herausgegeben.

Grossen Zuwachs dürfte das EM-Team im Athletik Zentrum St.Gallen nicht mehr erfahren. Realistisch gesehen kommen nur noch Sprinterin Mujinga Kambundji sowie der Weitspringer Julien Fivaz und der Dreispringer Alexander Martinez für Paris in Frage. Der erst 18-jährigen Kambundji fehlen über 60 m mit 7,49 noch vier Hundertstel zur U23-Limite für die Hallen-EM. Fivaz besitzt das Potenzial, die geforderten 7,80 m zu schaffen, allerdings blieb er in der bisherigen Indoor-Saison klar unter seinen Möglichkeiten; die Saisonbestleistung beträgt 7,65. Der körperlich fragile Martinez müsste sich um 18 Zentimeter auf 16,30 steigern, um das EM-Ticket zu lösen. Für eine weitere Disziplin könnte sich Clélia Reuse qualifizieren; mit 6,44 fehlt der 22-jährigen Walliserin ein mickriger Zentimeter zum geforderten Wert im Weitsprung.

Besonders gespannt sein darf man auf den Auftritt von Lisa Urech. Die 21-jährige Emmentalerin bestreitet in St.Gallen den letzten Test für Paris, wo sie zu den Medaillenkandidatinnen gehört. Urech egalisierte heuer mit 8,00 Sekunden -- nur vier Europäerinnen waren in diesem Jahr schneller - die persönliche Bestleistung und will in der Ostschweiz als zweite Schweizerin die 8-Sekunden-Marke unterbieten. Ihr deutscher Trainer Sven Rees traut ihr gar zu, dass sie noch in der laufenden Hallensaison den nationalen Rekord brechen kann. Diesen hält seit dem 31. Januar 1992 mit 7,95 die gebürtige Kanadierin Julie Baumann, die 1993 über 60 m Hürden Indoor-Weltmeisterin wurde.

Viel Spannung verspricht der 60-m-Sprint der Männer. Titelverteidiger Pascal Mancini liegt in der Schweizer Saisonbestenliste mit 6,67 nur um eine Hundertstelsekunde vor Cédric Nabe. Dieses Duo dürfte den Titel in der Königsdisziplin unter sich ausmachen. Gar Chancen auf zweimal Gold besitzt Mujinga Kambundji; die Tochter einer Bernerin und eines Kongolesen steigt sowohl über 60 als auch über 200 m als Topfavoritin ins Rennen.
St. Gallen ist zum dritten Mal nach 2007 und 2008 Austragungsort der Hallen-SM - ansonsten fanden die Titelkämpfe jeweils in Magglingen statt. Die ersten drei in den jeweiligen Disziplinen können sich über neu designte Medaillen freuen. (si)

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