Härtetest für Paris St-Germain

Heute beginnen in der Champions League die Achtelfinals. Es dauert bis zum 13. März, ehe die Viertelfinalisten ermittelt sind. Geheimfavorit Paris St-Germain gastiert heute in Valencia. David Beckham nimmt auf der Tribüne Platz.

Ueli Zoss
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«Niemand kann davon ausgehen, innert zwei Jahren eine Mannschaft zu formieren, welche die Champions League gewinnt»: Carlo Ancelotti, Trainer von Paris St-Germain. (Bild: ap/David Vincent)

«Niemand kann davon ausgehen, innert zwei Jahren eine Mannschaft zu formieren, welche die Champions League gewinnt»: Carlo Ancelotti, Trainer von Paris St-Germain. (Bild: ap/David Vincent)

FUSSBALL. Valencias grosser internationaler Erfahrung zum Trotz wäre ein Ausscheiden in der ersten K. o.-Runde für das Team von Trainer Carlo Ancelotti inakzeptabel, speziell in den Augen der katarischen Geldgeber von Paris St-Germain. Die neuen Verantwortlichen im Prinzenpark haben seit Sommer 2011 mehr als 250 Millionen Franken investiert. Ancelotti warnt allerdings vor allzu grosser Erwartungshaltung. «Niemand kann davon ausgehen, innert zwei Jahren eine Mannschaft zu formieren, welche die Champions League gewinnt.» Ob Clubpräsident Scheich Nasser Al-Khelaifi im Fall eines Misserfolges in der Königsklasse Geduld mit dem früheren Trainer von Milan und Chelsea aufbringt, bleibt allerdings abzuwarten.

In der Meisterschaft ist Paris St-Germain auf Titelkurs vor allem dank der 21 Tore von Zlatan Ibrahimovic. In der Champions League weist der schwedische Ausnahmestürmer mit bisher zwei Treffern eine eher bescheidene Bilanz auf. Überhaupt ist es ihm in der Königsklasse bei keinem seiner früheren Clubs nach Wunsch gelaufen. Weder mit Juventus Turin, noch mit dem FC Barcelona, der AC Milan und Inter Mailand reichte es für ihn zu Titelehren. «Das will ich mit Paris St-Germain nachholen», sagt der 31-Jährige. «Es ist normal, dass man viel von uns erwartet.» Mit diesem Druck könne die Mannschaft aber umgehen.

Umsatz dank Trikots

«Ich gehe davon aus, dass er die Reise nach Valencia mitmacht», antwortet Ancelotti auf die ihm häufig gestellte Frage, wie denn Neuzuzug David Beckham den ersten Spieltag in der Champions League verbringe. Beckham dürfte auf der Tribüne Platz nehmen. Auf morgen ist sein erstes Training mit Paris St-Germain angesagt. Ob überhaupt und wie oft der 37-Jährige in der Königsklasse zum Einsatz kommt, spielt bezüglich der Umsatzsteigerung des Clubs im Merchandising keine Rolle: Paris St-Germain rechnet mit rund 18 Millionen Franken Einnahmen aus dem Verkauf von Trikots mit Beckhams Namen.

Von solchen Einnahmen kann Valencia nur träumen. Den Club drückt ein Schuldenberg. Sportlich befindet sich Valencia nach dem Trainerwechsel von Mauricio Pellegrino zu Ernesto Valverde im Dezember immerhin im Aufwärtstrend und blieb zuletzt in der spanischen Meisterschaft in vier Spielen unbesiegt – auch gegen Barcelona und Real Madrid. Ebenso ohne Niederlage steht Valencia in den vergangenen neun Heimspielen der Champions League da. Zuletzt gewann Manchester United im September 2010 mit 1:0 im Mestalla-Stadion.

Mendietas Seitenhieb

Auf die Heimstärke seiner ehemaligen Mannschaft setzt auch Gaizka Mendieta. Der einstige Mittelfeldspieler stand mit Valencia zweimal im Final der Champions League, verlor aber gegen Bayern München im Penaltyschiessen und gegen Real Madrid 0:3. Mendieta verkneift sich nicht einen Seitenhieb auf den Gegner. «Paris St-Germain hat gute Spieler verpflichtet. Zum Teil fehlt es aber noch an den Automatismen im Team.» Valencia sei aber eine eingespielte Mannschaft.