Hände putzen mit Babyöl

Warum verwenden Handballer Harz?

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Warum verwenden Handballer Harz?

Es ist ein ewiger Streitpunkt zwischen Handballern und Hauswarten: das Harz. Die Sportler verteilen jeweils eine klebrige Paste auf Ball und Finger. Damit fühlen sie ihr Spielgerät besser. Erst mit Harz werden spektakuläre Würfe, Drehbälle oder einhändiges Fangen möglich. Das Harz kommt seit 1970 zum Einsatz. Die ersten Spieler, welche ihre Bälle und Finger einharzten, kamen wohl aus Skandinavien. Das Harz, das heute verwendet wird, ist künstlich hergestellt. In der Schweiz darf in den obersten drei Ligen sowie den stärksten Juniorenklassen mit Harz gespielt werden. Alle anderen Teams sind von der Gunst des jeweiligen Hallenwartes abhängig. Und nicht jeder Hauswart hat Freude an der Paste: Denn das Harz macht zwar Bälle und Finger klebrig – alles andere wie Wasserhähne, Sprossenwände oder Böden allerdings auch. Deshalb musste die erste Mannschaft von Fortitudo Gossau bis vor zehn Jahren nach dem Training den Hallenboden mit einem Lösungsmittel reinigen – das als NLB-Mannschaft. Man stelle sich vor, ein Challenge-League-Team müsste den Rasen im Stadion selbst mähen. Weil das Harz so hartnäckig klebt, reicht es nicht, sich nach dem Training einfach die Hände zu waschen. Babyöl wirkt hingegen Wunder. Ein früherer Spieler von Fortitudo Gossau führte gar immer eine Flasche italienisches Olivenöl in der Sporttasche mit – dieses machte dem Harz an den Händen im Nu den Garaus. (chk)

Weshalb tun die das? Die Welt des Sports steckt voller kleiner Rätsel. Einigen zentralen und weniger zentralen Fragen aus der Welt der Profis geht die Sportredaktion in dieser Rubrik nach.

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