«Haben eine kleine Lehrstunde erhalten»

FUSSBALL. Trotz 2:1-Führung zur Pause verliert der FC St. Gallen das Auswärtsspiel gegen den FC Basel. Die Partie gibt auch nach dem Schlusspfiff zu reden.

Merken
Drucken
Teilen

FUSSBALL. Trotz 2:1-Führung zur Pause verliert der FC St. Gallen das Auswärtsspiel gegen den FC Basel. Die Partie gibt auch nach dem Schlusspfiff zu reden.

Daniel Lopar, Goalie FC St. Gallen: «Zu Beginn des Spiels war die Kluft zwischen Basel und uns gross. Zwischendurch wurde sie kleiner, am Schluss war sie dann wieder gross. Der FC Basel ist die bessere Mannschaft, vor allem individuell besser besetzt. Man könnte von einer kleinen Lehrstunde sprechen, die wir heute erhalten haben. Dennoch sind wir nahe dran gewesen. Es blieb bis zum Schluss spannend, wir boten dem Meister Paroli. Nach dem 2:3 konnten wir nicht mehr zulegen, taktisch agierten die Basler zu diesem Zeitpunkt bereits besser und wir fanden nicht mehr richtig zurück ins Spiel. Beim 2:2 berührt Marc Janko den Ball noch ein wenig – ich sehe aus wie ein Hampelmann, kann aber nicht viel machen.»

Marco Aratore, Mittelfeldspieler FC St. Gallen: «Wir haben sehr gut begonnen, trotz des frühen Rückstands. Nach unserer 2:1-Führung hörten wir auf, Fussball zu spielen. Das ist für mich unerklärlich. Vielleicht hatten wir Angst und warteten zu sehr darauf, dass Basel nun kommen würde. Es ist für mich immer schön, hierher zurückzukehren. Die ganze Familie ist im Stadion. Doch am Ende werden auch in Basel nur drei Punkte vergeben. Ich hatte das Gefühl, dass wir hier hätten gewinnen können. Vor allem nach dem Sieg gegen die Grasshoppers hatten wir viel Selbstvertrauen. Basel kann immer einen Gang höher schalten, der Ausgleich zum 2:2 fiel dann einfach zu früh. Wenn wir bis in die 70. Minute geführt hätten, hätten sie noch mehr kommen müssen. Und wir hätten uns darauf beschränken können, sauber zu kontern.»

Davide Callà, Mittelfeldspieler FC Basel: «Wir wissen, dass wir über viel Qualität verfügen. In der zweiten Halbzeit sind wir cool geblieben. Wir liessen uns nicht aus der Ruhe bringen. Marc Janko im Team zu wissen ist phantastisch. Nicht nur von seinen offensiven Qualitäten her, nein, er arbeitet auch viel nach hinten. St. Gallen hat zu Beginn unsere Fehler gnadenlos ausgenützt. Dennoch haben wir am Ende verdient gewonnen. Wir haben Vertrauen in uns und wissen, dass wir ein Spiel jederzeit noch drehen können.»

Marc Janko, Stürmer FC Basel: «Wenn man als Stürmer drei Tore erzielt, ist man immer zufrieden. Wir hatten heute einen guten Start, bei den zwei Gegentoren agierten wir zu nachlässig. Ich bin aber der Meinung, dass das zweite Gegentor von Martin Angha ein Foul war, er hat wohl abgestützt. In der zweiten Halbzeit haben wir unsere Kräfte nochmals gebündelt. Heute war es ein besserer Tag für mich und meine Bälle gingen rein. Bereits vor dem 1:0 hätte ich ein Tor machen müssen, aber ich bin ja keine Maschine. Vielleicht schaffen wir in der Europa League in Sevilla nun die Überraschung.»

Urs Fischer, Trainer FC Basel: «Wir waren ab der ersten Minute parat und gingen verdient in Führung. Doch ein paar Minuten später lagen wir wie aus dem Nichts 1:2 hinten. Das kostet unglaublich viel Energie. Dennoch hielt die Mannschaft an ihrem Plan fest, blieb auch in der Pause ruhig und kehrte die Partie auf eindrückliche Weise. Wir wussten, dass es gegen St. Gallen nicht einfach wird. Der Gegner steht sehr kompakt, er lässt nicht viel zu und erhält wenig Gegentore. Trotzdem haben wir vier Tore erzielt. Der Auftritt meines Teams hat mir sehr imponiert.» Notiert: Christian Brägger, Basel