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GUTE GENE: Giger macht’s wie der Vater

Der Thurgauer Samuel Giger gewinnt das Appenzeller Kantonalfest in Teufen. Speziell ist der Sieg deshalb, weil sein Vater Emil vor 29 Jahren an gleicher Stätte ebenfalls triumphierte.
Ives Bruggmann
Samuel Giger jubelt in Teufen über seinen sechsten Kranzfestsieg. (Bild: Eddy Risch/KEY)

Samuel Giger jubelt in Teufen über seinen sechsten Kranzfestsieg. (Bild: Eddy Risch/KEY)

Ives Bruggmann

Der Sieger am Appenzeller Kantonalfest in Teufen heisst Giger. Zum zweiten Mal nach 1988. Samuel tut es seinem Vater Emil gleich und triumphiert am gleichen Fest sowie am gleichen Austragungsort. Einziger Unterschied: Der Sohn tritt als Gast für die Farben des Thurgaus in dem Kanton an, in dem er aufgewachsen ist. Der stolze Vater Emil ist nach dem gewonnenen Schlussgang einer der ersten, der seinem Sohn gratuliert.

Zuvor hatte Samuel Giger im Schlussgang den Appenzeller Michael Bless besiegt. Zweimal konnte sich der 31-Jährige aus Gais noch in extremis ausdrehen. Doch beim dritten und letzten Kurz-Angriff gab es für Bless kein Entrinnen mehr. «Dieser Festsieg hat für mich eine sehr grosse Bedeutung», sprach Giger die Vorgeschichte an. Er sei gleich nebenan in Bühler aufgewachsen und deshalb seien auch viele Verwandte am Fest gewesen. «Es ist eine Riesenfreude für mich, wie alles gelaufen ist. Ein sehr spezieller Moment.»

Bereits im dritten Gang war Giger auf den Appenzeller Bless getroffen. «Ich hatte das Gefühl, dass Bless dort eher auf einen Gestellten aus war», sagte Giger. So kam es dann auch. Im Schlussgang behielt Giger seine Offensivtaktik gegen Bless bei. «Ich habe nicht viel anders gemacht. Ich wollte angreifen», sagte Giger. Auf dem Weg zum Festsieg legte der Zimmermannlehrling aus Ottoberg zudem Vorjahressieger Raphael Zwyssig auf den Rücken. Auch Adrian Oertig, Ivan Riget sowie der starke Zürcher Samir Leuppi mussten sich von Giger das Sägemehl vom Rücken wischen lassen. Für den 19-jährigen Giger ist es bereits der sechste Kranzfestsieg seiner noch jungen Karriere, der dritte in dieser Saison nach den Erfolgen am Glarner-Bündner und am Nordostschweizer Schwingfest. Giger freut sich bereits auf das Berner Teilverbandsfest in der kommenden Woche, wo er mit dem Bündner Armon Orlik die Nordostschweiz vertritt. Die beiden Dominatoren der bisherigen Ostschweizer Schwingsaison werden in dieser Verfassung sicherlich ernst zunehmende Gegner für die Berner sein. Trotzdem gibt sich Giger bescheiden, wenn es um eine Zielformulierung geht. «Primär ist mein Ziel, dass ich am Abend wieder gesund heimkomme», und schiebt dann doch noch nach: «Aber ein Kranz mitzunehmen, wäre schon schön.»

Appenzeller holen 17 von 26 Kränzen

In der Kranzstatistik liegen die Appenzeller eindeutig vorne: Von 26 Kränzen erschwangen sie sich deren 17. Vorjahressieger Zwyssig wurde nach der Startniederlage gegen Giger mit fünf Siegen noch Zweiter. Auch der Thurgauer Domenic Schneider (Rang 3a) und die beiden Appenzeller Marcel Kuster (3b) und Martin Hersche (4b) drehten nach einer Startniederlage den Spiess mit fünf Erfolgen noch um.

Alle Appenzeller Mitfavoriten ausser Bless wurden vor 2500 Zuschauern im Regen von Teufen schon früh zurückgebunden. Schnell zeichnete sich ab, dass ein Appenzeller Sieg nur noch mit einem optimalen Festverlauf möglich ist. Bereits im dritten Gang setzte das Einteilungsgericht um Kuno Sutter den SpitzenGang Bless – Giger an. Das Unentschieden öffnete das Feld zwar wieder, und dennoch waren es am Ende die beiden stärksten Schwinger des Tages, die sich am Schluss erneut gegenüberstanden.

Die Höhepunkte kommen erst noch

Es war ein Zeichen der Stärke, wie Giger Bless seinen Schwingstil aufdrängte. Gigers Kurzzug ist dabei die grösste Waffe. Setzt er dazu an, gibt es für die meisten Gegner keine Möglichkeit mehr, zu entkommen. Das musste am Nordostschweizer Schwingfest in Davos bereits Orlik erfahren, gestern blieb Bless chancenlos.

Nach den überzeugenden Auftritten im eigenen Teilverband stellt sich die Frage, wohin der Weg für Giger in dieser Saison noch führt. Die noch ausstehenden vier Kranzfeste (Berner Kantonalschwingfest, Brünig, Schwägalp und Unspunnen) werden es zeigen. Dort stehen dem jungen Thurgauer die grössten Kaliber aus sämtlichen Teilverbänden gegenüber.

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