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Gschobe: Unser Weltfussballer des Jahres? Keine Frage: Xherdan Shaqiri

Sie stammen aus dem gleichen Dorf im Appenzellerland, sind zwischen 47 und 50, treffen sich einmal pro Woche und jassen oder spielen Boule. Pius, Qualitätsmanager, Appenzell. David, Lehrer, Speicher AR. Tobias, Consultant, Zürich. Flavio, Sozialarbeiter, Kirchberg SG. François, Journalist, Windisch.
François Schmid-Bechtel
Da passt kein Blatt dazwischen:Weltfussballer Lionel Messi (links) und Fifa-Präsident Gianni Infantino. Bild: Keystone

Da passt kein Blatt dazwischen:Weltfussballer Lionel Messi (links) und Fifa-Präsident Gianni Infantino. Bild: Keystone

François: Die Fifa mit ihrem Präsidenten Gianni Infantino unternimmt ziemlich viel, damit wir den Glauben an das Gute verlieren. Ausnahme war bisher einzig die Wahl zum Weltfussballer des Jahres. Schliesslich wird stets offengelegt, wer wen gewählt hat. Aber jetzt bringt es die Fifa nicht mal mehr fertig, selbst diese harmlose Sache skandalfrei über die Bühne zu bringen.
Pius: Ronaldo oder Messi? Die Wahl dreht sich seit Jahren nur um diese eine Frage. Und Messi ist es dieses Jahr geworden. Wo bitte schön ist der Skandal?
Flavio: Ich sags dir. Seit Fabio Cannavaro 2006 wurde nie mehr ein Italiener gewählt. Selbst die ausländischen Spieler in der Serie A werden übergangen. Es ist ein eigentlicher Italien-Komplott im Gang. Selbst Ronaldo hat keine Chance mehr auf den Thron, seit er bei Juventus Turin kickt.

Tobias: So ein Quatsch! Soll man etwa Gianluigi Buffon für seine Patzer im Champions-League-Achtelfinal gegen Manchester United wählen? Oder Mario Balotelli dafür, dass er eine Vespa im Hafen von Neapel versenken lässt?

Flavio: Lustig. Auf welchem Platz ist eigentlich euer Xherdan Shaqiri gelandet?
David: Er fehlte wegen einer Verletzung im Aufgebot.
Flavio: Das scheint sich wie ein roter Faden durch seine Karriere zu ziehen.
Pius: Schnauze! Immerhin wurde Shaqiri Champions-League-Sieger. Einen Italiener findet man beim FC Liverpool nicht mal auf der Tribüne.
Tobias: Absolut! Es ist nicht der richtige Zeitpunkt, um sich über Shaqiri lustig zu machen. Der hat es schon schwer genug. Verletzt, kein fixer Platz in Klopps Team, keine Captainbinde in der Nati und kein gutes Verhältnis zu Vladimir Petkovic.
Flavio: Ich dachte, der Nationaltrainer hätte sich eben erst auf die weite Reise aus dem Tessin nach Liverpool aufgemacht, um Shaqiri den Hof zu machen. Weiss man eigentlich, was beim Treffen rausgekommen ist?
David: Nein, einmal mehr will man beim Verband erst kommunizieren, wenn nicht mal mehr die Spekulationen des Boulevards in der Öffentlichkeit auf Interesse stossen. Respektive, wenn Resultate vorliegen.

Da passen ziemlich viele Blätter dazwischen: Nationaltrainer Vladimir Petkovic (links) und Xherdan Shaqiri. Bild: Keystone

Da passen ziemlich viele Blätter dazwischen: Nationaltrainer Vladimir Petkovic (links) und Xherdan Shaqiri. Bild: Keystone

Pius: Deutet man die Verletzung, die er wenige Stunden nach dem Treffen erlitten hat, als Zeichen, ist der Graben zwischen Shaqiri und Petkovic tiefer denn je.
Tobias: Und weisst du wieso?
Pius: Nein.
Tobias: Weil Shaqiri Petkovic gefragt hat, für wen er bei der Wahl zum Weltfussballer des Jahres gewählt hat.
Pius: Und, wen hat er gewählt?
Tobias: Ronaldo vor Van Dijk und Messi. Interessant ist: Granit Xhaka durfte auch wählen. Und er hat sich genau für die gleichen Namen in der gleichen Reihenfolge entschieden. So wird und bleibt man Captain in der Nati.
David: Der eigentliche Weltfussballer-Skandal ist nicht die gefälschte Wahl von Sudans Trainer oder die für ungültig erklärten Stimmen der Ägypter. Der Skandal ist, dass Petkovic eine grosse Chance verpasst hat, seinem wichtigsten Spieler die Wertschätzung entgegenzubringen, die er ihm seit Jahren verwehrt. Votierte der Nationaltrainer für Shaqiri, er hätte sich die Reise nach London sparen können. Alle Probleme wären gelöst. Unser Zauberfuss hätte umgehend Petkovic angerufen und gefragt, ob er mit oder ohne Verletzung zum nächsten Zusammenzug erscheinen soll.

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