GROSSERFOLG: Medaillensegen in Racice

Die Schweizer Ruderer räumen an der EM in Racice ab. Michael Schmid gewinnt Gold. Patricia Merz holt Bronze – wie auch Barnabé Delarze/Roman Röösli im Doppelzweier.

Sascha Fey (sda)
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«Ich wusste, dass es ein enges Rennen wird», sagt Michael Schmid. (Bild: Martin Divisek/EPA)

«Ich wusste, dass es ein enges Rennen wird», sagt Michael Schmid. (Bild: Martin Divisek/EPA)

Sascha Fey (SDA)

Michael Schmid musste am Ende kämpfen, bis er jubeln konnte. Der 29-jährige Luzerner führte zwar bei sämtlichen Zwischenzeiten. Doch der Ungar Peter Galambos, vor einem Jahr WM-Zweiter, verkürzte den Rückstand auf den letzten 500 Metern um 1,26 Sekunden und lag im Ziel lediglich 13 Hundertstel hinter Schmid. Auch der drittklassierte Belgier Niels Van Zandweghe verlor lediglich 19 Hundertstel. «Ich wusste, dass es ein enges Rennen wird», sagte Schmid. Das habe sich im Vorlauf und Halbfinal abgezeichnet, als vier Boote ähnlich schnell gewesen seien. 300 Meter vor dem Ziel war ihm klar, dass er eine Medaille holen würde, nachdem er nach 1250 Metern wie geplant «extrem Gas» gegeben hatte. Er war sich aber nicht sicher, ob es zum Sieg reichen würde. Umso grösser war die Freude. Dabei war die Vorbereitung nicht wunschgemäss verlaufen, konnte er doch von Samstagmittag bis Mittwoch wegen Schmerzen an der Rippe aufgrund einer Überbelastung nur auf dem Velo trainieren.

Beim Weltcup-Auftakt in Belgrad hatte sich Schmid noch knapp hinter Galambos klassiert. Diesmal drehte er den Spiess um. Es war für ihn die zweite EM-Medaille im Leichtgewichts-Einer nach Bronze 2014. Die starken Leistungen haben auch mit dem neuen Headcoach Robin Dowell zu tun, der seit Februar im Amt ist. «Ich schätze die Zusammenarbeit mit ihm extrem», so Schmid. «Er spricht unsere Sprache, ich fühle mich ernster genommen. Ich kann mich mehr einbringen, ohne dass wir weniger hart trainieren. Ein zufriedener Athlet ist auch ein schneller Athlet.»

Delarze/Röösli mit Steigerungslauf

Im Gegensatz zum Leichtgewichts-Einer ist der Doppelzweier eine olympische Disziplin. Insofern gewinnt die Bronzemedaille von Delarze/Röösli an Wert. Nach 500 Metern lag das Duo lediglich auf dem fünften Platz von sechs Booten. Bei Rennhälfte passierte es als Vierte. Im nächsten Abschnitt arbeiteten sich Delarze/Röösli in den dritten Rang vor, den sie nicht mehr preisgaben. Am Ende betrug der Vorsprung auf die viertklassierten Deutschen Max Appel/Timo Piontek 5,39 Sekunden. Zur Silbermedaille der Polen Miroslaw Zietarski/Mateusz Biskup fehlten 2,06 Sekunden. Die Italiener Filippo Mondelli/Luca Rambaldi feierten einen Start-Ziel-Erfolg. Ganz zufrieden war Röösli mit dem Gewinn der Bronzemedaille nicht: «Wir hatten ein anderes Ziel (Gold).» Nicht hilfreich war die Bahn zwei, da es Seitenwind gab. Röösli wollte das jedoch nicht als Ausrede gelten lassen, da sie nicht optimal gerudert hätten. So konnten sie am Ende nicht mehr so viel aufholen wie in den ersten beiden Rennen in Racice. «Es gibt noch einiges zu verbessern», sagte Röösli.

Patricia Merz war nach ihrem überzeugenden Triumph beim Weltcup-Auftakt und ihren Siegen im Vorlauf und Halbfinal als Favoritin ins Rennen gegangen. Sie startete schnell. Nach Rennhälfte lag sie noch 4,19 Sekunden vor der späteren Siegerin Emma Fredh aus Schweden. Auf den nächsten 500 Metern verkürzte die letztjährige WM-Zweite den Rückstand um mehr als die Hälfte. Merz konnte in der Folge nicht mehr dagegenhalten und musste auch noch die Irin Denise Walsh vorbeiziehen lassen.

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