Grosser Aufwand, aber keine Punkte

Die Gossauer Handballer unterliegen Kriens-Luzern zu Hause im NLA-Spiel mit 30:34 (16:17). Dies, obwohl die Mannschaft von Trainer Rolf Erdin mit vorbildlichem Einsatz und viel Kampfgeist auftrat.

Fritz Bischoff
Merken
Drucken
Teilen

HANDBALL. Wenn eine Mannschaft in einem Spiel 30 Tore wirft, so sollte sie dieses eigentlich auch gewinnen, wie dies Fortitudo Gossau vor einer Woche beim 30:28-Erfolg gegen die Lakers Stäfa getan hat. Wenn ein Team 30 Tore erzielt und dazu noch über einen hervorragenden Torhüter mit 20 erfolgreichen Interventionen verfügt, so muss es eine Partie ganz einfach gewinnen. Nicht aber so Fortitudo Gossau gestern abend bei seiner vermeidbaren 30:34(16:17-)Niederlage gegen Kriens-Luzern. «Es schmerzt, mit solchen Werten eine Partie zu verlieren. Da gibt es leider nur das ernüchternde Fazit, dass wir selber schuld sind, die Punkte nicht gewonnen zu haben», sagte Gossaus Trainer Rolf Erdin. Sein Team hatte enorm viel Aufwand betrieben, hatte mit einem vorbildlichen Einsatz und viel Kampf zu gefallen gewusst, doch am Ende stand es mit leeren Händen da.

Zu viele Fehler

Die Gründe der achten Niederlage im zwölften Spiel sind verschiedenartig und doch auch wieder einfach aufzulisten. Da ist einmal die mangelhafte Chancenauswertung und die schlechte Wurfgenauigkeit. Immer wieder wurden beste Möglichkeiten vertan, scheiterten die Gossauer am guten, aber nicht überragenden gegnerischen Torhüter Roman Schelbert. Dazu kam eine viel zu hohe Fehlerquote, wurden doch insgesamt 15 Angriffe ohne Torwurf abgeschlossen. Schliesslich war aber auch die individuelle Klasse beim Gegner mit seinen vier Nationalspielern und den beiden Ausländern Vukasin Stojanovic und Boris Stankovic schlichtweg zu übermächtig. Doch als Kollektiv vermochten die Gäste kaum einmal zu überzeugen und auch die Leistungsschwankungen im Verlaufe der 60 Minuten waren für ein Team seines Renommées zu gross.

Schwächen im Überzahlspiel

So war es doch wieder nicht verwunderlich, dass Gossau bis in die Schlussminuten auf Punkte hoffen konnte. In der ersten Halbzeit führte das Heimteam mehrheitlich. Erst in der 23. Minute übernahmen die Gäste der Zentralschweiz erstmals die Führung (13:14). Letztmals stand die Partie beim 15:15 kurz vor der Pause unentschieden. In der zweiten Halbzeit baute Kriens-Luzern seinen Vorsprung schon bald bis auf sechs Treffer (18:24) aus. Besonders ärgerlich war in dieser Phase für die Gastgeber, dass sie eine doppelte Überzahl nicht nutzen konnten, ja sogar drei Gegentreffer kassierten. Dies kam einer frühen Vorentscheidung gleich. Wohl verkleinerten die St. Galler mit grossem Aufwand ihren Rückstand wieder, doch zu mehr als dem Anschlusstreffer beim 28:29 und beim 29:30 reichten die Kräfte nicht. Umso grösser waren am Ende die Enttäuschung und der Ärger. Denn eigentlich war für die Gossauer mit 30 Toren und einem starken Torhüter alles zum Punktgewinn aufgetischt gewesen.