Grosse Schweizer Momente an der Tour de France

Die Premiere: Als erster Schweizer gewann 1950 Ferdi Kübler die Tour de France. Im schwersten Zeitfahren der Nachkriegszeit nahm der damals 31jährige Kübler zwischen St-Etienne und Lyon dem Zweitplazierten mehr als fünfeinhalb Minuten ab.

Merken
Drucken
Teilen

Die Premiere: Als erster Schweizer gewann 1950 Ferdi Kübler die Tour de France. Im schwersten Zeitfahren der Nachkriegszeit nahm der damals 31jährige Kübler zwischen St-Etienne und Lyon dem Zweitplazierten mehr als fünfeinhalb Minuten ab. Im selben Jahr siegte Hugo Koblet als erster Ausländer im Giro d'Italia.

Die Solofahrt: Koblet doppelte 1951 in Paris nach. Den Grundstein zum Gesamtsieg legte der 26jährige Zürcher am 15. Juli in der 11. Etappe zwischen Brive und Agen. Mit einer grandiosen Solofahrt über flache 130 km gewann Koblet mit gut zweieinhalb Minuten Vorsprung. Die besten Rennfahrer jener Epoche – Coppi, Bartali, Bobet, Geminiani, Magni und Ockers – spannten im Feld zusammen, holten den Schweizer aber nicht mehr ein. Fiorenzo Magni sprach bis zu seinem Tod im vergangenen Oktober von der «phantastischsten Tat in der Geschichte des Radsports».

Die Thurgauer Premiere: Der aus dem thurgauischen Kaltenbach stammende Fritz Schär gewann als erster Fahrer die 1953 eingeführte Punktewertung. Die Punktewertung wird aus den Plazierungen in den einzelnen Etappen errechnet. Schär starb 1997 in Frauenfeld.

Der Bergpreis: Als einziger Schweizer gewann 1993 der Zuger Tony Rominger die Bergpreis-Gesamtwertung.

Der Rekordhalter: Am häufigsten das Maillot jaune des Gesamtersten trugen aus der Schweiz nicht etwa Kübler oder Koblet, sondern Fabian Cancellara. Schon 2009 wurde er nach dem Sieg im Zeitfahren in Monte Carlo zum 15. Mal ins Leadertrikot eingekleidet und überholte damit Kübler.

Der Bergfloh: Unvergesslich bleiben die Erfolge Beat Breus 1982. Zunächst gewann der Bergfloh in Pla d'Adet in den Pyrenäen die 13. Etappe, drei Tage später entschied der St. Galler auch die Prestige-Etappe in Alpe d'Huez für sich. Mit dem Triumph in Alpe d'Huez stiess er im Gesamtklassement auf den dritten Platz vor, Paris erreichte Breu schliesslich als Sechster.

Der Ostschweizer: Die besten Plazierungen eines Ostschweizers im Gesamtklassement erreichte Alex Zülle. 1995 belegte der Wiler hinter dem fünffachen Sieger Miguel Indurain den zweiten Platz. Auch 1999 stand Zülle in Paris nur ein Fahrer vor der Sonne, der später wegen Dopings disqualifizierte Lance Armstrong.

Der Start: 1982 erfolgte der Start zur Tour de France zum ersten und einzigen Mal in der Schweiz. Das Prolog-Zeitfahren in Basel gewann der spätere Gesamtsieger Bernard Hinault.

Das Finale: Als bislang einziger Schweizer siegte 1983 der Berner Oberländer Gilbert Glaus in der Schlussetappe auf den berühmten Champs Elysées in Paris.

Die Überraschung: Völlig unerwartet setzte sich der damals 23jährige Tessiner Rubens Bertogliati 2002 in der ersten Etappe in Luxemburg durch und nahm auch das Maillot jaune in seinen Besitz. Der Ende der vergangenen Saison zurückgetretene Bertogliati verteidigte die Gesamtführung während zweier Etappen mit Erfolg.

Die Tristesse: Der Tiefpunkt aus Schweizer Sicht datiert aus dem Jahr 1998, als das Team Festina mit den drei Schweizern Alex Zülle, Laurent Dufaux und Armin Meier in Brive am 17. Juli kurz vor Mitternacht wegen Verdachts auf Doping von der Tour de France ausgeschlossen wurde. (dg)