Grand Prix der Schweiz
«Mein Pferd hat sich toll präsentiert»: Mit Nayel Nassar gewinnt zum ersten Mal ein Ägypter den GP der Schweiz

Nayel Nassar startet zum ersten Mal in St.Gallen und feiert gleich einen seiner grössten Erfolge. Elian Baumann auf Campari und Beat Mändli auf Dsarie belegen als beste Schweizer die Ränge sechs und sieben.

Florian Brauchli
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Nayel Nassar fliegt auf Igor förmlich dem Ziel entgegen.

Nayel Nassar fliegt auf Igor förmlich dem Ziel entgegen.

Michel Canonica

«Abkürzungen führen nicht zum Erfolg in einer Reitsportkarriere», so das Motto von Nayel Nassar. Abkürzungen helfen aber sehr wohl im Parcours. Der 30-Jährige fand am Freitag mit seinem Belgierwallach Igor den schnellsten Weg ins Ziel und durfte sich als erster Sieger aus Ägypten feiern lassen.

Der Verlobte der US-Amerikanerin Jennifer Gates, Tochter von Microsoft-Gründer Bill Gates, gewann erst seinen zweiten Grand Prix auf allerhöchstem Niveau. Nassar sagte:

«Es ist ein wunderbarer Tag für mich. Ich bin so stolz auf mein Pferd, das sich toll präsentiert hat. Igor ist ein sehr schnelles Pferd und ich wusste, dass ich gewinnen kann.»

Im mit 150’000 Euro dotierten Grossen Preis der Schweiz gingen 49 Paare an den Start, die besten 13 qualifizierten sich für die leicht verkürzte, zweite Runde.

Pech für Balsiger, Fuchs und Schibli

Doppeltes Pech hatte der junge Schweizer Bryan Balsiger. Der Schweizer Meister zeigte mit seiner Franzosenstute Twentytwo des Biches eine tolle Runde und war bis kurz vor dem Ende auf Kurs für eine Nullrunde.

Doch kurz vor dem Ende des Parcours sprang «Twenty» etwas zu wenig weit und die Stange fiel. Im Ziel war er dann weniger als eine Sekunde zu langsam, um noch die zweite Runde zu erreichen.

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Dasselbe Schicksal ereilte auch Europameister Martin Fuchs. Der 28-Jährige aus Wängi verpasste die Reprise mit Leone Jei um zwei Sekunden. Ebenfalls äusserst unglücklich schied Lokalmatador Mathias Schibli aus. Der 30-jährige Henauer, der zum ersten Mal den GP der Schweiz reiten durfte, zeigte mit dem Holsteinerwallach Quno einen fantastischen Ritt und patzte erst am allerletzten Hindernis.

Die Letzten werden die Ersten sein

Unter den 13 Paaren, die um den Sieg kämpfen durften, befanden sich auch drei Schweizer. Als erster musste Beat Mändli einreiten. Der gebürtige Schaffhauser, der den grössten Teil des Jahres in den USA lebt und arbeitet, will sich mit seinem Paradepferd Dsarie für die Olympischen Spiele in Tokio empfehlen.

Dieses Vorhaben ging voll auf, Mändli und seine Niederländerstute zeigten erneut eine fehlerfreie Runde und gingen in Führung. Diese verteidigten sie auch nach dem Ritt von Alain Jufer. Der Jurassier patzte mit seinem Oldenburger Dante in der zweifachen Kombination und am darauffolgenden Steilsprung.

Elian Baumann auf Campari wird als Sechster bester Schweizer.

Elian Baumann auf Campari wird als Sechster bester Schweizer.

Gian Ehrenzeller/ Keystone

Besser machte es gleich anschliessend Kevin Jochems. Der Niederländer griff mit Turbo – dem Namen entsprechend – voll an. Mit über zwei Sekunden Vorsprung konnte er die Spitze übernehmen.

Das letzte Schweizer Eisen im Feuer, Elian Baumann auf Campari, ritt ebenfalls zügig vorwärts, aber das Paar musste sich besiegt geben. Mit der Zeit von 48,52 Sekunden schob es sich auf den Zwischenrang zwei. Baumann sagte:

«In zwei Wendungen habe ich leider etwas viel Zeit verloren. Aber das ist trotzdem eines meiner besten Resultate und darum bin ich sehr zufrieden.»

Direkt nach Baumann schob sich die Schwedin Eveline Tovek mit Dalila vor Baumann und noch drei Paare standen am Start. Der Brite Scott Brash gilt als einer der schnellsten Reiter überhaupt und dies bewies er ein weiteres Mal.

Im Sattel von Hello Vincent wendete er enger als alle seine Konkurrenten vor ihm und so konnte er die Führung deutlich übernehmen. Nayel Nassar konnte mit Igor nicht so einen kurzen Weg reiten, aber auf den Geraden war er viel schneller. Der Ägypter flog förmlich dem Ziel entgegen und war am Ende neun Hundertstelsekunden schneller als der Brite.

«Ich werde wiederkommen»

Schlussreiter Philipp Weishaupt hatte mit Coby nichts mehr entgegenzusetzen. Der Deutsche kam mit der drittschnellsten Zeit ins Ziel. Am Ende belegten die letzten drei Starter die ersten drei Plätze. «Ich bin zum ersten Mal an einem Turnier in der Schweiz und es ist wundervoll. Es ist ein tolles Gefühl hier in die Arena zu reiten und ich werde definitiv wiederkommen», schwärmte der Ägypter nach seinem Sieg.