Gossaus Neustart ist missglückt

Olaf Sager ist per sofort nicht mehr Trainer des 1.-Liga-Clubs Gossau. Der 36-Jährige war erst seit Sommer im Amt. Bis zum Saisonende übernehmen sein Assistent Roland Näf und Jan Berger die Leitung des abstiegsbedrohten Teams.

Patricia Loher
Drucken
Teilen
Olaf Sager (Bild: Mario Gaccioli)

Olaf Sager (Bild: Mario Gaccioli)

Fussball. In der Saison nach dem Abstieg aus der Challenge League droht Gossau gleich die nächste Relegation. Die Fürstenländer belegen in der Gruppe drei der 1. Liga mit drei Punkten Rückstand auf den Trennstrich den zweitletzten Rang. Zuletzt setzte es gegen den Leader Baden gleich ein 0:5 ab. Sechs Runden vor dem Saisonende hat die unbefriedigende Situation die allgemein üblichen Konsequenzen: Der Club trennt sich von seinem Trainer Olaf Sager. «Unser Ziel war ein Platz im gesicherten Mittelfeld. Und wenn Ziele nicht erreicht werden, gibt es Verantwortlichkeiten», so Präsident Roland Gnägi und er fügt an: «Olaf Sager hat die Mannschaft nicht mehr erreicht.» Gnägi sagt, er selber habe die Spieler nun in die Pflicht genommen. «Sie tragen mindestens eine Teilschuld.»

Sagers Vorwurf an sich selber

Sager sah sich mit einer schwierigen Aufgabe konfrontiert: Nach dem freiwilligen Abstieg aus der Challenge League erhielt die Mannschaft ein komplett neues Gesicht. Bloss vier Spieler waren übriggeblieben, gleich 18 Neuzuzüge hatte Sager zu integrieren. Er sagt: «Ich muss mir vorwerfen, dass ich es nicht geschafft habe, aus zusammengewürfelten Einzelspielern eine Mannschaft zu formen.» Gnägi glaubt nicht, dass die Ziele zu hoch waren für eine Mannschaft, die neu zusammengestellt wurde. Das Potenzial der Einzelspieler reiche für die 1. Liga aus, sagt der Präsident, der Ende Saison zurücktritt und dessen Nachfolger der aktuelle Sportchef Adrian Keller werden soll.

«Aber nicht gleich mit 0:5»

Natürlich habe er sich mehr Geduld erhofft, sagt Sager. «Aber ich konnte das Vertrauen der Vereinsleitung nicht in Punkten zurückbezahlen.» So bringt der 36-Jährige Verständnis auf für den Entscheid, sagt aber auch, «dass das Programm nach der Winterpause doch happig war». Von acht Partien bestritt Gossau fünf gegen Teams aus der vorderen Tabellenhälfte. Gegen Buochs oder Luganos U21 hat Gossau gewonnen. «Und gegen Baden darf man verlieren – aber nicht gleich mit 0:5.»

Sager kam im Sommer mit einem Einjahresvertrag nach Gossau. Zuvor war er, ausser eines zweijährigen Abstechers zum FC Wil, als Spieler und Trainer stets in Amriswil engagiert gewesen. Bis zum Saisonende übernehmen nun Sagers bisheriger Assistent Roland Näf und als Co-Trainer Jan Berger die Verantwortung. Der frühere St. Galler Spieler Berger wechselte vor etwas mehr als einem Jahr nach Gossau, zog sich aber im Herbst einen Kreuzbandriss im rechten Knie zu. Seither hat er nicht mehr gespielt.