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GOLF: Via Hildisrieden zum Major-Sieg

Brooks Koepka heisst der Sieger der 117. US Open. So überraschend sein erster Sieg an einem der vier Major-Turniere kam, so speziell war der Weg dorthin.
Peter Lerch (sda)
Brooks Koepka präsentiert die Trophäe der 117. US Open. Vor fünf Jahren nahm er noch an der Swiss Challenge teil. (Bild: Charlie Riedel/AP)

Brooks Koepka präsentiert die Trophäe der 117. US Open. Vor fünf Jahren nahm er noch an der Swiss Challenge teil. (Bild: Charlie Riedel/AP)

Peter Lerch (SDA)

Brooks Koepka, der neue US-Open-Champion, wählte im Frühling 2012, als er ins Lager der Profis übergetreten war, einen ungewöhnlichen Weg. Die allermeisten jungen US-Golfer streben den schwer zu realisierenden Aufstieg in die lukrative US PGA Tour über untergeordnete Circuits in den Staaten an. ­Koepka aber reiste nach Europa und schloss sich der Challenge Tour an. Auf diesem zweitklassigen Circuit konnte er anfänglich nur mit Wildcards und Goodwill der Veranstalter spielen.

Mitte Juli 2012 war Koepka auch an der Swiss Challenge am Sempachersee im luzernischen Hildisrieden zu sehen. Aber wohl kaum jemand sah ihn wirklich, denn im Feld der 150 Profis war er einer der zahllosen Namenlosen. Auch sein Abschneiden wurde kaum zur Kenntnis genommen. Er belegte den unauffälligen 27. Platz, schlaggleich mit dem Engadiner Martin Rominger. Im darauffolgenden Frühling ging es schnell. Koepka gewann in kurzer Folge drei Turniere der Challenge Tour. Drei Siege in einer Saison bringen dem Spieler den Aufstieg in die grosse Europa-Tour ein. Mit dem höheren Spielerstatus ging er für die Saison 2014 zurück in die USA.

Mit verblüffender Konstanz

Auch auf der US PGA Tour setzte er sich mit einer Reihe ausgezeichneter Ergebnisse fest. Er gewann im Februar 2015 zwar nur ein Turnier, spielte jedoch mit einer für einen jungen Golfer verblüffenden Konstanz, so dass er beinahe Woche für Woche gutes Preisgeld gewann. Schon 2014 brachte er mehr als eine Million Dollar aufs Konto. Nach der Hälfte der laufenden Saison hat er schon fast 4,5 Millionen auf sicher und – viel wichtiger – den ewigen Ruhm als Sieger des US Open. Koepkas Eltern werden sich etwas gedacht haben, als sie Brooks’ dreieinhalb Jahre jüngerem Bruder den Namen Chase gaben. Chase steht für Jagd. Tatsächlich eifert Chase Koepka als Jungprofi seinem Bruder nach. Auch er strebt den Aufstieg über die Challenge Tour in Europa an. Vor zwei Wochen erspielte er sich mit dem dritten Platz sein bestes Ergebnis. Starten konnte er nur, weil der Turnierdirektor ihn mit einer Wildcard eingeladen hatte. Das Turnier war die Swiss Challenge in Hildisrieden.

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