Gold und WM-Limite

Die erst 17-jährige Amriswilerin Yasmin Giger gewinnt an der U20-EM im italienischen Grosseto den Titel über 400 m Hürden.

Jörg Greb
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Yasmin Giger (hier am Meeting in Luzern) unterbietet in der Toscana die WM-Limite um zwei Zehntelsekunden. (Bild: Urs Flüeler/KEY)

Yasmin Giger (hier am Meeting in Luzern) unterbietet in der Toscana die WM-Limite um zwei Zehntelsekunden. (Bild: Urs Flüeler/KEY)

Jörg Greb

In der Schweizer Leichtathletik wird Erfolgsgeschichte um Erfolgsgeschichte geschrieben. Für die jüngste war Yasmin Giger verantwortlich. An der U20-EM im italienischen Grosseto stürmte die noch nicht 18-Jährige aus Amriswil in 55,90 Sekunden zum Titel – diese Zeit bedeutete U20-Schweizer-Rekord – vorher durch Giger mit 57,42 –, europäische Jahresbestzeit und erfüllte Limite für die Elite-WM in London.

Dieser Triumph beruht auf einer mentalen Entwicklung. «Ich bin überrascht, bin überglücklich, aber ich war auch überzeugt von meinen Fähigkeiten», sagte sie. Den Wandel im Vergleich zum Vorjahr, als sie an der U18-EM Silber gewann, bezeichnet Teamcoach Markus Schaffner als auffallend. Der erfahrene Hürdentrainer des LC Brühl streicht hervor: «Yasmin tritt viel selbstbewusster auf, was nicht zuletzt ihre Körpersprache ausdrückt.» Darum ist er überzeugt davon, dass «dieser Triumph im Kopf geboren worden ist». Giger glaubt an sich. Dies zeigte sich auch in den letzten Worten vor dem Rennen: «Ich gehe das Rennen schneller an, und bei den Hürden sechs, acht und neun werde ich noch intensiver attackieren.» Die Taktik ging auf. Auf der Zielgeraden stürmte sie von Position drei auf Rang eins.

Schweizer Leichtathletik im Aufschwung

Herausragendes in dieser Sommersaison lieferten zuvor bereits andere: Etwa das Nationalteam mit Giger als 4 × 400-m-Läuferin und dem erstmaligen Aufstieg in die Super League der zwölf besten Nationen Europas. An der U23-EM vorletzte Woche gelang der Schweiz eine noch nie da gewesene Erfolgsbilanz mit zweimal Gold, zweimal Silber und einmal Bronze. In Grosseto holte sich das Schweizer Team drei Gold- und eine Silbermedaille – durch Giger, Hürdensprinter Jason Joseph, Delia Sclabas über 3000 m sowie der Siebenkampfzweiten Géraldine Ruckstuhl.