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Mathias Frank – der glückliche Rückkehrer an die Tour de France

Mathias Frank (31) ist erst spät zum Aufgebot für die aktuelle Tour de France gekommen. Der Luzerner ist nun wieder ein wichtiger Helfer für den AG2R-Captain Romain Bardet, den Hoffnungsträger der Franzosen auf den Gesamtsieg.
Tom Mustroph, Sarzeau
Mathias Frank gestern entspannt lächelnd am Start zur 4. Etappe der Tour de France von La Baule nach Sarzeau. (Bild: Tim de Waele (10. Juli 2018))

Mathias Frank gestern entspannt lächelnd am Start zur 4. Etappe der Tour de France von La Baule nach Sarzeau. (Bild: Tim de Waele (10. Juli 2018))

Mathias Frank ist wieder bei der Tour de France zu Hause. Der 31-Jährige steigt im weiss-blauen Trikot seines Rennstalls AG2R aus dem Bus und setzt sich aufs Velo. Er liefert dort sogar ungewöhnliche Leistungen ab. Vor allem aber ist er froh, doch keinen Sommerurlaub zu haben. Denn eigentlich war der Tour-Achte von 2015 schon längst aus dem Kader gestrichen.

Erschöpft, aber glücklich. So könnte man jetzt die ersten Tourtage des Luzerners Mathias Frank beschreiben. Er hat den Rhythmus aufgenommen, spürt den Trubel, der um den blauweissen Bus ausbricht, sobald der Captain Romain Bardet nur die Nase herausstreckt. Bardet ist die Hoffnung der Franzosen auf den Gesamtsieg – und damit an Start und Ziel ein Zuschauermagnet. Und Frank ist sein Gardist.

Die Zurückstufung hat weh getan

Letztes Jahr war er noch der wichtigste Leutnant. 2018 erfuhr er eine schmerzhafte Zurückstufung. Denn ursprünglich war er gar nicht für die Tour berücksichtigt. «Ich war schon enttäuscht deswegen. Ich habe mich ja die ganze Saison darauf vorbereitet. Ich war auch wirklich gut vorher bei der Tour de Suisse. Ich habe die Form aber nicht in ein Resultat ummünzen können», blickt er noch einmal auf die Tage kurz vor der Tour zurück.

«Ich habe dann ziemlich schnell erfahren, dass ein Mann nicht bei 100 Prozent war. Und da war ich mir dann schon ziemlich sicher, dass ich doch zur Tour gehe», beschreibt er den Umschwung.

Gemacht hat er zwischen der Tour de Suisse, die für ihn von den Ergebnissen her so enttäuschend verlief, und der Tour de France nichts anderes als das ohnehin Geplante, keine anderen Rennen, kein extra Training.

Eine Planänderung gab es aber doch. Frank konnte auf einmal an Sommerurlaub mit der Familie denken. «Ich habe drei Kinder, wir hätten auch ganz schön gemeinsam Urlaub machen können. Es gibt auch Schlimmeres im Leben als eine Nicht-Selektion», sagt er unserer Zeitung.

Statt Familienferien an der Tour der Leiden

Traurig, dass aus der Ferienoption dann doch nichts wurde, ist er aber nicht. «Klar bin ich froh, dass ich jetzt hier dabei bin», versichert er. Und er ist gut dabei. Auf der wieder einmal hektischen 4. Etappe von La Baule nach Sarzeau war er stets um seinen Captain Bardet, war bis zum Zielstrich in der Stadt, in der der UCI-Präsident David Lappartient der Bürgermeister ist, wie ein Schatten für den Franzosen. Frank kam als 57., Bardet als 58. rein.

Beim Teamzeitfahren wuchs der aktuell beste Kletterer der Schweizer sogar über sich hinaus. Bis zur weissen Ziellinie hielt er in dieser für ihn eher nicht geliebten Disziplin den Anschluss an seine Teamkameraden. Das war auch bitter nötig. Der Aargauer Silvan Dillier, eigentlich ein wichtiger Motor fürs Teamzeitfahren, musste wegen Sturzfolgen schon sehr früh abreissen lassen. Gleichfalls der Franzose Tony Gallopin. Auf dem letzten Kilometer war die Truppe gar nur zu viert. Für Frank bedeutete dies: Fällt er auch aus, verliert der Captain Zeit. «Ich habe wirklich alles gegeben, kein Quäntchen Kraft blieb mehr übrig», sagte er tief atmend im Ziel.

Er steht auch in den kommenden Tagen vor einer gar nicht leichten Aufgabe: Er muss auf Terrain, das nicht das seine ist, so viel geben, dass sein Team am Fuss der Berge ein gutes Blatt in der Hand hält. «Für uns kommt es darauf an, jetzt jeden Tag gut durchzukommen, bis die Berge kommen. Wenn wir dort noch im Match sind, dann ist das gut für uns», meint er. Dann allerdings, wenn die Tour erst richtig beginnt, müssen er und sein Captain auch noch genug Energie im Speicher haben.

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