Glosse

Der ewige Zlatan: Trotz Maradonas Tod spricht die Welt auch über Ibrahimovic

Der Tod von Diego Maradona dominierte in der vergangenen Woche (zurecht) die Schlagzeilen. Trotzdem räumten die Medien auch Zlatan Ibrahimovic ein wenig Aufmerksamkeit ein, diese war jedoch nicht nur sportlicher Natur.

Nico Conzett
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Zlatan Ibrahimovic zeigt sich nicht nur auf dem Platz angriffig: Videospielehersteller EA Sports bekommt den Zorn des Schweden zu spüren.

Zlatan Ibrahimovic zeigt sich nicht nur auf dem Platz angriffig: Videospielehersteller EA Sports bekommt den Zorn des Schweden zu spüren.

Alessandro Garofalo / AP

Der 39-jährige Ibrahimovic wurde jüngst zum zwölften Mal zu Schwedens Fussballer des Jahres gewählt. Nachvollziehbar, denn in einem Alter, in welchem die meisten Fussballer ihre sportliche Rente geniessen, schiesst der Schwede die italienische Serie A kurz und klein. Er sorgt dafür, dass sein Verein, die AC Milan, nach Jahren der Bedeutungslosigkeit plötzlich wieder zu den heissesten Anwärtern auf den Scudetto zählt.

Nico Conzett, Praktikant Sportredaktion

Nico Conzett,
Praktikant Sportredaktion

Doch nicht nur in sportlicher Hinsicht macht Ibrahimovic Schlagzeilen. Vergangene Woche ging er zum Frontalangriff gegen den Videospielehersteller EA Sports über. Ihm stiess sauer auf, dass er Teil der beliebten Videospielreihe «FIFA» von EA Sports ist. Wer EA Sports erlaubt habe, mit seinem Gesicht und seinem Namen zu hantieren und damit Geld zu verdienen, fragte er erbost bei Twitter. Er jedenfalls sei das nicht gewesen.

Nur, wer war es dann? Im Normalfall geben Profifussballer ihre Bildrechte für Werbezwecke bei der Unterschrift des Vertrages ihrem Verein ab. Die Vereine wiederum unterhalten Lizenzverträge mit Spielergewerkschaften und EA Sports, welche diesen die Verwendung von Namen und Gesichtern – gegen entsprechendes Entgelt – zusichern. Auch Ibrahimovic' Verein, die AC Milan, hat erst im Juli des laufenden Jahres einen neuen Vertrag mit EA abgeschlossen.

Entweder hat Ibrahimovic seinen Vertrag nicht genau gelesen oder es findet sich tatsächlich keine entsprechende Klausel darin. Das ist aus der Ferne nicht zu beurteilen. Spannend ist jedoch die Frage, wieso sich Ibrahimovic plötzlich daran stört, im Videospiel vorzukommen, ist er doch seit 2001 Teil der jährlichen erscheinenden Reihe.

Einige Mutmassungen: Ibrahimovic, das hat er schon öfter bewiesen, sorgt gerne für Aufsehen mit unkonventionellen, zuweilen zugegebenermassen unterhaltsamen, verbalen Äusserungen. Er liebt es, im Mittelpunkt zu stehen. Vielleicht spekuliert er aber auch einfach auf eine zusätzliche Einnahmequelle. Bei ungefähr sieben Millionen Euro Jahresgehalt kann ein finanzielles Zubrot schliesslich nicht schaden.

Oder aber, er ist ein wenig angefressen, dass EA ihn in der aktuellen Ausgabe des Spiels lediglich mit einem Gesamtwert von 83 taxiert. Denn als er 2017 in Diensten von Manchester United als Spieler des Monats eine 92er-Wertung sein Eigen nennen durfte, posierte er stolz mit seinem Rating – damals störte er sich offenbar noch nicht an seinem virtuellen Abbild.