Kommentar
Giger und Orlik gehen am Eidgenössischen leer aus: Auf die Enttäuschung muss ein Umdenken folgen

Samuel Giger und Armon Orlik sind nach dem Eidenössischen gefordert. Sie müssen ihre Komfortzone verlassen und eine Vorbildrolle einnehmen, schreibt Sportredaktor Ives Bruggmann.

Ives Bruggmann, Zug
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Ives Bruggmann (Bild: Ralph Ribi)

Ives Bruggmann (Bild: Ralph Ribi)

Der Berner Christian Stucki ist Schwingerkönig, der Innerschweizer Joel Wicki Erstgekrönter. Die beiden besten Athleten des Eidgenössischen Schwingfests standen im Schlussgang. Keine Frage. Dass aber die Nordostschweizer Schwinger trotz zweier Siegesanwärter nur eine Nebenrolle spielten, muss ihnen zu denken geben. Und hoffentlich zu einem Umdenken führen.

Vor drei Jahren prägten der Bündner Armon Orlik und der Thurgauer Samuel Giger in Estavayer das Fest. Den Sieg verpassten die beiden nur hauchdünn. Die Aussichten für das Eidgenössische in Zug drei Jahre später erschienen rosig. Doch die beiden Mitfavoriten scheiterten an diesem Wochenende deutlich: Giger bereits im dritten Gang, Orlik im siebten. Die Spurensuche wird nun beginnen. Sie müssen sich Fragen gefallen lassen.

Giger fühlt sich im Thurgauer Team pudelwohl. Diese Nestwärme macht ihn stark. Orlik gilt als akribischer Arbeiter – vor allem im athletischen Bereich. Er ordnet dem Schwingen alles unter, kein Detail überlässt er dem Zufall. Beiden ist jedoch gemein, dass ihnen der grosse Erfolg weiterhin fehlt. Deshalb sollten Giger und Orlik öfters im Training zusammenspannen, ihre Komfortzone vermehrt verlassen. Und damit innerhalb der Nordostschweiz eine Vorbildrolle einnehmen. Sich gegenseitig fordern, um national erfolgreicher zu sein.