Fussball
Gereizte Stimmung in Dortmund vor dem Auswärtsspiel bei Manchester City

Die Reise nach Manchester droht die letzte der Schwarzgelben in der Champions League für längere Zeit zu werden.

Oliver Mucha
Merken
Drucken
Teilen
Die Qualifikation für die nächste Kampagne der Champions League ist für Dortmund und Erling Haaland in Gefahr.

Die Qualifikation für die nächste Kampagne der Champions League ist für Dortmund und Erling Haaland in Gefahr.

Martin Meissner / AP

Als Captain Marco Reus und Co. die edlen Auswärts-Anzüge in der Champions League zum wohl letzten Mal für längere Zeit aus dem Schrank holten, hallte der Anpfiff vom Boss noch in ihren Ohren. «Ich habe die Mannschaft immer in Schutz genommen. Aber für das Auftreten im Spiel gegen Eintracht Frankfurt kann ich das nicht mehr machen. Das ist eine Willensfrage, und da hat mich die Mannschaft masslos enttäuscht», sagte Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke vor der schier unlösbaren Monsteraufgabe bei Manchester City.

Die Stimmung vor dem Viertelfinal-Hinspiel beim Starensemble von Pep Guardiola heute ist explosiv, nicht nur Watzke riss nach der Niederlage im Big-Point-Spiel gegen Frankfurt (1:2) der Geduldsfaden. «Auf die Europa League habe ich keinen Bock», schimpfte Nationalspieler Emre Can.

Es drohen Konsequenzen

Doch an die erste Saison ohne Königsklasse seit sechs Jahren wird sich der BVB bei sieben Punkten Rückstand und noch sieben ausstehenden Spielen gewöhnen müssen – mit allen Folgen. «Logischerweise hat das finanzielle Konsequenzen, und es kann sein, dass man einen nicht kaufen kann, den man haben will, und einen verkaufen muss, den man halten will», sagte Mats Hummels.

Der Abwehrchef dürfte dabei an die Jungstars Erling Haaland und Jadon Sancho, der weiterhin verletzt ausfällt, gedacht haben. Zuletzt hatten Besuche von Berater Mino Raiola und Haalands Vater Alf-Inge bei mehreren europäischen Spitzenklubs für Aufsehen gesorgt. Doch eine Ausstiegsklausel von 75 Millionen Euro gilt erst im Sommer 2022. «Es gibt keinen Alternativplan», sagte Watzke. Doch die norwegische Urgewalt will sich mit den Besten messen. Eine Spielzeit ohne Königsklasse? Eigentlich undenkbar. Ein Hintertürchen bietet der laufende Wettbewerb. Mit einem Triumph in der Champions League hätte Dortmund das Ticket für die neue Saison gelöst.

Aussenseiterrolle als möglicher Vorteil

Das Duell im ersten Viertelfinal seit vier Jahren mit der Siegmaschine Manchester City dämpft allerdings die Hoffnungen. Watzke sieht die Schwarzgelben in der «klaren Aussenseiterposition». Die Bayern und City habe keiner haben wollen, so Watzke: «Die Lose waren ja total kontaminiert.» Mit dem derzeit überragenden Ex-Dortmunder Ilkay Gündogan hat City 26 der vergangenen 27 Pflichtspiele gewonnen. Watzke wies die Spieler auf die Chance der klaren Rollenverteilung hin. «Ich hatte nie das Gefühl, dass unsere Mannschaft besonders demütig ist. Es ist eine ganz interessante Konstellation, denn du kannst eigentlich nur gewinnen», sagte er und fügte an: «Wenn du ausscheidest, sagt jeder, dass es klar war. Wenn du sie aber rausschmeisst, ist es eine Sensation. Demzufolge hast du als Spieler an so was Spass.»

Gündogan freut sich auf ein «ganz besonderes Spiel» beim Rendezvous mit der alten Liebe. Mit dem Duell gegen Dortmund beginnt die «wichtigste Zeit der Saison». An deren Ende soll der Triumph in der Champions League stehen. (sid)