Gelungenes Comeback von Grimm

TENNIS. Chiara Grimm ist nach einer einjährigen Verletzungspause eindrücklich auf die Wettkampfcourts zurückgekehrt. Die Tägerwilerin war an den Schweizer Meisterschaften in Uster nicht zu schlagen.

Marie-Theres Brühwiler
Drucken
Teilen
Nach den Titeln bei den U12, U14 und U16 gewann Chiara Grimm am Samstag nun auch den Titel in der Königskategorie. (Bild: Mario Gaccioli)

Nach den Titeln bei den U12, U14 und U16 gewann Chiara Grimm am Samstag nun auch den Titel in der Königskategorie. (Bild: Mario Gaccioli)

«Diese Goldmedaille bedeutet mir besonders viel», strahlte Chiara Grimm am Samstag in Uster. Obwohl die Tägerwilerin resultatmässig so locker wie bei ihren drei früheren Schweizer-Meister-Titeln siegte, ist der jüngste Erfolg an nationalen Titelkämpfen der bisher wertvollste. «Das vergangene Jahr war sehr hart für mich», sagt die 18-Jährige, die sich vor rund zwölf Monaten während einer missratenen Übung im Konditionstraining eine komplizierte Knieverletzung zuzog und seither ausfiel. Als ihr nach anhaltenden Schmerzen ein Spezialist vor einigen Wochen zu einer dritten Operation geraten habe, sei die Verzweiflung gross gewesen, erinnert sie sich. Dass dieser chirurgische Eingriff nun doch nicht nötig wurde, verdankt die mehrfache Junioren-Europameisterin einem neuartigen Therapieverfahren. Vor dreieinhalb Wochen konnte sie das professionelle Training aufnehmen.

Kam, sah und siegte

Obwohl die N2-Spielerin erstmals wieder ins Wettkampfgeschehen eingriff, setzte sie sich ihre eigene Messlatte gewohnt hoch. «Ich habe mir selbst Druck gemacht», sagt die Sportschülerin der PMS Kreuzlingen, die während der Meisterschaft in Uster weder im Einzel noch im Doppel einen Satz abgab. «Chiara hat die Anlage, um es ganz weit zu bringen», lobt Trainer Alex Hizli. Der Konstanzer Wettkampftrainer, der früher mit Mirka Federer-Vavrinec auf der Tour war, ist aber nicht nur von ihrem Potenzial überzeugt. «Wer ein ganzes Jahr pausieren muss, hat vieles aufzuholen.» Es brauche Mut, ausgerechnet im Schaufenster einer Schweizer Meisterschaft wieder in das Turniergeschehen einzugreifen, so Alex Hizli. Dass sie beim offiziellen Meldetermin für die nächste Woche in Klosters ausgetragene Junioren-EM noch nicht fit genug war und deshalb darauf verzichten muss, nimmt sie gelassen. «Ich muss die nächsten Wochen ohnehin sachte angehen», sagt sie. Vor ihren NLA-Einsätzen für den TC Hörnli Kreuzlingen anfangs August wird sie deshalb nur noch ein Turnier auf der untersten WTA-Stufe spielen.

Neue Hoffnungsträgerin

Mit der heute den 12. Geburtstag feiernden Alina Granwehr wächst ein weiteres Juwel heran. Die Wilenerin zog nach ihrem Halbfinalsieg über die Hallen-Schweizer-Meisterin Jade Haller (R3) erstmals in den Final einer Schweizer Meisterschaft ein. «Leider konnte ich nicht mehr an die guten Leistungen der Vortage anknüpfen», meinte die R3-Spielerin nach ihrer Finalniederlage gegen Kiara Cvetkovic. Nadine Keller (N4.62) aus Dussnang hatte bei den U16 in der zweiten Runde gegen die an Nummer drei gesetzte Simona Waltert (N3.36) einen schweren Stand und verlor in zwei Sätzen. Gleiches galt für die Frauenfelderin Lea Magun (R2).

Jakub Paul zum zweiten

Joël Alt (R1) aus Berg scheiterte in der zweiten Runde am topgesetzten Henry von der Schulenburg (N4.99). Besser machte es sein Trainingskollege Jakub Paul. Der Churer, der in der NET gefördert wird, durfte sich nach seinem Dreisatz-Finalsieg über von der Schulenburg feiern lassen.

Aktuelle Nachrichten