Gegen Ronaldo nicht auf der Höhe, Kantersieg gegen Litauen: Rückblick auf frühere Qualifikations-Endspiele vor dem Nati-Showdown in Gibraltar

Die Schweizer Nati scheint unbesiegbar, nimmt sich Grosses vor – und verliert kläglich. So war das im Vorfeld der WM 2018 gegen Portugal. Doch in der Regel jubelt die Schweiz nach Qualifikations-Endspielen, auch dank Schützenhilfe. Ein Rückblick auf frühere Showdowns vor der Partie in Gibraltar.

Christian Brägger
Drucken
Teilen

WM-Qualifikation 2018: In Portugal nicht auf der Höhe

In Portugal kommt die Schweiz nach neun WM-Qualifikationsspielen mit grandiosen 27 Punkten zu einem ersten Matchball. Ein Unentschieden würde reichen, doch die Mannschaft von Vladimir Petkovic ist dem Druck des Europameisters überhaupt nicht gewachsen – und verliert nach einer bedenklichen Leistung 0:2. Über die Barrage mit einem 1:0 in Nordirland und einem 0:0 im Rückspiel erlebt sie dennoch den russischen Sommer 2018.

Ronaldo übersteigt Schär. Schliesslich verliert die Schweiz im Lissabonner Hexenkessel Estádio da Luz gegen Portugal mit 0:2. (Bild: KEYSTONE/Laurent Gillieron)

Ronaldo übersteigt Schär. Schliesslich verliert die Schweiz im Lissabonner Hexenkessel Estádio da Luz gegen Portugal mit 0:2. (Bild: KEYSTONE/Laurent Gillieron)

EM-Qualifikation 2016: Der Dank an Litauen

Die EM in Frankreich wird aufgestockt, neu nehmen die besten zwei Teams pro Qualifikationsgruppe teil. Vor dem zweitletzten Spieltag haben es die Schweizer gegen San Marino bei gleichzeitigem Punktverlust der Slowenen selbst in der Hand, sich den zweiten Platz hinter England zu sichern. Und siehe da, die Schweiz fegt in St. Gallen den Zwergstaat mit 7:0 aus dem Stadion, während Slowenien gegen Litauen nicht über ein 1:1 kommt.

Ein Ausnahmefall: Litauens Freidgeimas stoppt Xherdan Shaqiri. Die Schweiz gewinnt deutlich mit 7:0. (KEYSTONE/Samuel Truempy)

Ein Ausnahmefall: Litauens Freidgeimas stoppt Xherdan Shaqiri. Die Schweiz gewinnt deutlich mit 7:0. (KEYSTONE/Samuel Truempy)

WM-Qualifikation 2014: Abgeklärt in Albanien

In Albanien hat die Schweiz im Oktober 2013 einen ersten Matchball, und dies bereits zwei Runden vor Schluss. Dank der Tore von Xherdan Shaqiri (48.) und Michael Lang (78.) gewinnt sie mit einer abgeklärten Leistung in Tirana 2:1 – der Anschlusstreffer fällt kurz vor Spielende – und kann damit von Island nicht mehr eingeholt werden. Die Reise nach Brasilien ist gebucht, es wird die letzte unter Trainer Ottmar Hitzfeld.

Lang setzt zum Jubel an, das spätere Anschlusstor kann den Schweizer Sieg nicht mehr aufhalten. Das Team um Xhaka, rechts im Bild, gewinnt 2:1. (KEYSTONE/Peter Klaunzer)

Lang setzt zum Jubel an, das spätere Anschlusstor kann den Schweizer Sieg nicht mehr aufhalten. Das Team um Xhaka, rechts im Bild, gewinnt 2:1. (KEYSTONE/Peter Klaunzer)

EM-Qualifikation 2012: In Wales völlig uninspiriert

Nach dem missratenen Auftakt mit zwei Niederlagen verspielen die Schweizer in Wales am vorletzten Spieltag auch die theoretischen Qualifikationschancen. Der Auftritt in Swansea ist uninspiriert, das 0:2 die Folge. Parallel gleicht Montenegro in der Nachspielzeit gegen England aus und ist als Gruppenzweiter definitiv für die Barrage berechtigt. Womit die EM in der Ukraine und Polen ohne die Schweiz stattfindet – was für ein Rückschlag.

Die Niederlage verdient, die Enttäuschung gross. Eren Derdiyok verwirft bei der Schlappe in Swansea die Hände. (Bild: Urs Lindt/freshfocus)

Die Niederlage verdient, die Enttäuschung gross. Eren Derdiyok verwirft bei der Schlappe in Swansea die Hände. (Bild: Urs Lindt/freshfocus)

WM-Qualifikation 2010: Zittern gegen Israel

Im letzten Spiel der WM-Qualifikation braucht die ersatzgeschwächte, einer Verjüngungskur unterzogene Schweiz unter ihrem neuen Trainer Ottmar Hitzfeld (Bild) noch einen Punkt. Sonst würden die Griechen profitieren. Gegen Israel gibt es in Basel trotz halbstündiger Überzahl zwar ein verknorztes Spiel und ein nervöses 0:0. Aber das reicht in diesem Finalspiel, um als Gruppenerster die Fahrt an die WM in Südafrika zu buchen. 

Ottmar Hitzfeld gestikuliert. Das Spiel entdet 0:0, die Schweiz qualifiziert sich als Gruppensieger für die WM in Südafrika. (KEYSTONE/Peter Schneider)

Ottmar Hitzfeld gestikuliert. Das Spiel entdet 0:0, die Schweiz qualifiziert sich als Gruppensieger für die WM in Südafrika. (KEYSTONE/Peter Schneider)