GEGEN DIE UHR: Dumoulin fährt in die Maglia rosa

Tom Dumoulin wird seiner Favoritenrolle im ersten von zwei Einzelzeitfahren des Giro d’Italia gerecht. Er löst Nairo Quintana im rosa Leadertrikot ab.

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Tom Dumoulin (Bild: AP)

Tom Dumoulin (Bild: AP)

Nach zwei Bergankünften in der Vorwoche und einem Ruhetag am Montag waren bei der Jubiläumsausgabe der Italien-Rundfahrt erstmals die Zeitfahrqualitäten der Favoriten gefragt. Auf dem 39,8 km Parcours von Foli­gno nach Montefalco mussten die Fahrer auf der zweiten Streckenhälfte einige Steigungsmeter bewältigen. Mit der anspruchsvollen Strecke am besten zurecht kam Tom Dumoulin.

Der 26-jährige Captain der deutschen Mannschaft Sunweb machte schon bis zur ersten Zwischenzeit nach 9,8 km den Rückstand von 30 Sekunden auf Quintana wett und übernahm virtuell die Maglia rosa. Am Ende distanzierte er den zweitplatzierten Briten Geraint Thomas um 49 Sekunden.

Im Gesamtklassement führt Dumoulin nun 2:23 Minuten vor dem bisherigen Leader Nairo Quintana. Der Kolumbianer, der am Sonntag die Leaderposition übernommen hatte, büsste als 23. fast drei Minuten auf Dumoulin ein. Das ist zwar viel Zeit, die der Kletterspezialist in den Bergen aber durchaus wieder gutmachen kann. Hinter Quintana lauern Dumoulins Landsmann Bauke Mollema (2:36 zurück), der Franzose Thibaut Pinot (2:40) und der italienische Vorjahressieger Vincenzo Nibali (2:47), alle mit engen Zeitabständen.

Dumoulin ist ein Spezialist für die Prüfungen gegen die Uhr. Im letzten August wurde er im olympischen Zeitfahren in Rio nur von Fabian Cancellara geschlagen. Seit 2014 flattert der «Schmetterling von Maastricht», wie der Niederländer auch genannt wird, auf seiner Zeitfahrmaschine scheinbar unbekümmert von Erfolg zu Erfolg. Zwölf seiner bisher vierzehn Profisiege hat er in einem Prolog oder Einzelzeitfahren errungen, vier davon an einer Grand Tour. Im Vorjahr gewann Dumoulin bereits das Auftaktzeitfahren des Giro. (sda)