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St. Gallen im Cup: Gegen die Mauer
der Murianer

Wie spielt der FC Muri? Heisst es wirklich «Murianer»? Und was spricht für den Unterklassigen aus dem Aargau? Einige zentrale und weniger zentrale Informationen zum morgigen Cup-Gegner des FC St. Gallen.
Ralf Streule
Die Ruhe vor dem Cupspiel: Auf dem Sportplatz Brühl erwartet der FC Muri am Sonntag mindestens 2500 Zuschauer. (Bild: Eddy Schambron/AZ)

Die Ruhe vor dem Cupspiel: Auf dem Sportplatz Brühl erwartet der FC Muri am Sonntag mindestens 2500 Zuschauer. (Bild: Eddy Schambron/AZ)

Wenn der FC St. Gallen morgen um 16 Uhr auf der Sportanlage Brühl gegen den FC Muri antritt, sind die Rollen klar verteilt. Die Aargauer spielen in der 2. Liga interregional, die St. Galler stehen auf dem zweiten Platz der Super League. Die Frage nach dem Sieger im Cup-Sechzehntelfinal-Spiel sollte also geklärt sein. Darum wenden wir uns anderen Fragen zu rund um den FC Muri.

Wo liegt Muri?

Im Aargauer Freiamt, südwestlich von Zürich, zwischen Reuss und Hallwilersee, eineinhalb Autostunden von St. Gallen entfernt. Ein zweites Muri liegt bei Bern, fussballerisch könne jenes nicht mit den Aargauern mithalten, sagt FC-Muri-Präsident Erich Probst mit einem Lachen.

Wie spielt der FC Muri?

Offensiv, erklärt Probst. Wobei das wohl gegen St. Gallen wenig zum Tragen komme. Aber Trainer Miodrag Dedic habe einen Plan. Muri sei konterstark. Im Kader steht der 34-jährige ehemalige Super-League-Stürmer Cristian Ianu. Und mauern dürfte man in Muri auch können. Eine dicke Mauer ziert das Gemeindewappen. Muri heisst Muri, weil Alemannen bei ihrer Ankunft um das Jahr 900 viele römische Mauern vorfanden, erklärt Wikipedia.

Wie ambitioniert ist Muri?

Muri sieht sich als potenzieller Aufsteiger in die 1. Liga. Der Club strebe Platz eins bis drei an in seiner Gruppe der 2. Liga interregional, so Probst. Derzeit steht Muri auf Platz fünf. Wobei es die vergangenen Spiele gegen Leader Dietikon und Wohlen II jeweils gleich mit 4:0 gewann. Keine Frage: Muri läuft’s. Chancenlos sieht man sich am Sonntag nicht. Muri will die Überraschung.

Kommt viel Publikum?

Der Vorverkauf deute auf etwa 2500 Zuschauer hin, sagt Probst. Für gut 3000 hätte es Platz. Ausverkauft ist die Haupttribüne mit gut 300 Plätzen. St. Galler Fans erhielten im Vorverkauf rund 500 Tickets. Eine Zusatztribüne wurde nicht aufgestellt, weil die Mehrkosten unverhältnismässig gewesen wären. Trotz Sicherheits- und Infrastrukturkosten rechnet Probst mit einem satten Betrag für die Vereinskasse. Mit Werbeeinnahmen, Eintritten und Catering sei ein Bruttoertrag von 100'000 Franken möglich. Nur: Einige dürften von einem Besuch absehen, weil das Spiel live von SRF 2 übertragen wird.

Wieso überträgt SRF live?

Das Schweizer Fernsehen hat die Cup-Liveberichterstattung verstärkt. Im Internet sowie auf den Sendern der Süd- und Westschweiz sind weitere Partien zu sehen. Man wolle die Cup-Atmosphäre einfangen, heisst es bei SRF. Die Wahl fiel auf Muri gegen St. Gallen, da es eine klassische Partie David gegen Goliath sei und beide Teams aus der Deutschschweiz stammen. Die Auslosung für die Cup-Achtelfinals findet am Samstag ebenfalls in Muri statt.

Wie nennt man die Bewohner Muris?

Murianer! Und sollte das für manche Ohren etwas exotisch tönen: Wie soll man die rund 7000 Murianer denn sonst nennen? Murner? Muriesen? Übrigens: In Muri BE nennen sich die Muri-Bewohner Muriger.

Was müssen St. Galler Fans in Muri nebst dem Spiel gesehen haben?

Das 1000 Jahre alte Benediktinerkloster mit drei prägenden Türmen und «einem der schönsten Oktagons der Schweiz», erklärt Probst. Der Kuppelbau ist der grösste in seiner Art im Land. Das Kloster gilt dem Bund als «schützenswertes Kulturgut von nationaler Bedeutung».

Was prophezeite Hüppi?

St. Gallens Präsident Matthias Hüppi wohnt mit seiner Familie weiterhin in Mutschellen, unweit von Muri. Im Sommer stattete er einem Murianer Sponsorenclub einen Besuch ab. Vielleicht sehe man sich bald im Cup, spasste er. Tatsächlich lagen bei der Sechzehntelfinal-Auslosung am Ende noch zwei Kugeln im Topf: jene von Muri und jene von St. Gallen.

Was spricht für Muri?

Die Spielweise, siehe Frage zwei. Vielleicht aber auch der indirekte Vergleich über den FC Bazenheid. Muri qualifizierte sich Anfang Juni gegen die Toggenburger mit einem 5:1 für die Cup-Hauptrunde. Drei Wochen später spielte St. Gallen gegen denselben Gegner im Test 1:1. Natürlich ist das kein wirklicher Anhaltspunkt – für Präsident Probst aber immerhin, rein mathematisch, ein Hoffnungsschimmer, wie er mit einem Augenzwinkern sagt.

Ist St. Gallen vorbereitet?

Der St. Galler Spielbeobachter Werner Zünd hat Partien des FC Muri verfolgt – und hat Trainer Peter Zeidler von einem «lauffreudigen, stabilen und disziplinierten» Team erzählt. Grosse Experimente bei der Aufstellung seien in Muri nicht zu erwarten, so Zeidler. Ihm steht fast das gesamte Kader zur Verfügung, verletzt ist nur noch Miro Muheim, Philippe Koch ist zurück im ­Training. Man werde mit viel ­Respekt anreisen – von Muri sei wohl mehr Gegenwehr zu erwarten als in der ersten Runde gegen Ueberstorf.

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