Brühls Topskorerin Malin Altherr nach der Cupfinal-Qualifikation des St. Galler NLB-Teams: «Gefeiert haben wir nur kurz, es mussten alle wieder früh raus»

Malin Altherr aus Muolen ist die beste Torschützin bei der überraschenden Cupfinal-Qualifikation der NLB-Handballerinnen des LC Brühl.

Interview: Daniel Good
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Malin Altherr (rechts), jung und talentiert

Malin Altherr (rechts), jung und talentiert

Michel Canonica

Sie ist 16-jährig, talentiert und Schülerin an der Fachmittelschule mit Ausrichtung Pädagogik. Beim 25:23-Heimsieg gegen Herzogenbuchsee aus der NLA erzielte Malin Altherr sechs Tore und war die Matchwinnerin. Normalerweise spielt sie in der NLA und holte in der vergangenen Saison den Titel mit Rekordmeister Brühl. Weil Altherr eine Doppellizenz hat, darf sie auch für das Team zwei spielen.

Sie waren die beste Torschützin im erfolgreichen Halb­final. Wie geht es Ihnen am Tag nach der Qualifikation für den Cupfinal?

Malin Altherr: Einfach nur super. Ich kann es immer noch fast nicht glauben, dass wir den Final erreicht haben. Ich bin megastolz auf unser Team.

Wurde auch gefeiert?

Nur kurz. Wir freuten uns ausgiebig auf dem Spielfeld. Und dann noch ein bisschen in der Garderobe. Mehr lag nicht drin. Denn wir mussten alle früh aufstehen am nächsten Tag.

Was rechneten Sie sich im Vorfeld des Halbfinals aus?

Ich habe mir nie Gedanken darüber gemacht, ob wir nun gewinnen oder verlieren würden. Ich wusste, dass wir die Chance haben, um mitzuhalten oder vielleicht sogar zu siegen. Solange wir an uns glauben und alles geben, was wir können. Wir durften keinen Respekt haben vor dem Gegner. Ausserdem hatten wir nichts zu verlieren, weil wir die unterklassige Equipe waren und somit keinem Druck ausgesetzt waren.

Was gab den Ausschlag für den Brühler Sieg? Sie spielten mit einem jungen NLB-­Team, Herzogenbuchsee hingegen ist eine Equipe aus der NLA.

Wir kamen anfangs in einen Lauf und gingen sofort in Führung. Wir haben zwar nicht alle unsere Chancen verwertet, aber immer weitergekämpft. Eine bedeutende Rolle spielte sicher auch, dass zwei wichtige Spielerinnen Herzogenbuchsees verletzt waren und deshalb gegen uns fehlten.

Normalerweise sind Sie mit dem Brühler Meisterteam aus der NLA unterwegs. Wie gut kannten Sie die neuen Mitspielerinnen?

Obwohl ich nicht jede Woche mit dem Team zwei trainiere, kenne ich die Spielerinnen sehr gut. Ich habe in dieser Saison ja auch schon ein paar Partien mit der NLB-Equipe bestritten und mit den meisten dieses Teams habe ich schon im vergangenen Jahr gespielt.

Wie gross ist Ihre Vorfreude auf den Cupfinal? Gegner ist wahrscheinlich Nottwil, das sich gegen die erste Equipe Brühls durchgesetzt hat.

Ich freue mich ausserordentlich auf diesen Cupfinal. Wie im Halbfinal haben wir nichts zu verlieren. Wir dürfen keine Angst haben, auch wenn Nottwil unser NLA-Team ausgeschaltet hat. Wir müssen das zeigen, was wir können. Dann wird auch der Final Mitte März ein gutes Spiel für uns.

Sie sind europaweit eine der besten Spielerinnen ihres Jahrgangs. Wie geht es ­mittelfristig weiter in Ihrer Karriere?

Ich habe mit Brühl noch einen Vertrag bis 2021. Ich will sicher die Schule fertig machen. Was danach geschieht, darüber weiss ich noch nichts Genaues. Ich will mich zunächst in der Schweiz weiterentwickeln. Ob mein Weg dann ins Ausland führt oder nicht, weiss ich noch nicht.

Schon am Stadtwerkcup diese Woche können Sie mit Brühl eins Mass nehmen an international starken Teams.

Da kommen natürlich andere Kaliber als Herzogenbuchsee auf uns zu. Ich bin aber nur am Freitag dabei. Für Samstag und Sonntag habe ich eine Einladung nach Wien, weil ich an der B-EM in Georgien ins All-Star-Team gewählt worden bin.