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Gecastet für den Handball

Kathryn Fudge startet heute mit Brühl gegen Thun in die neue NLA-Saison. Obwohl die 23jährige Britin erst seit vier Jahren Handball spielt, nahm sie bereits an Olympischen Spielen teil.
Christof Krapf
Kathryn Fudge spielte mit nur vier Jahren Handball-Erfahrung an den Olympischen Spielen. (Bild: Coralie Wenger)

Kathryn Fudge spielte mit nur vier Jahren Handball-Erfahrung an den Olympischen Spielen. (Bild: Coralie Wenger)

HANDBALL. Dass Brühls Zuzug Kathryn Fudge Handballerin wurde, war Zufall. Als London vor sieben Jahren den Zuschlag für die Olympischen Spiele erhielt, riefen die Briten das Programm «Sporting Giants» ins Leben – mit dem Ziel, junge Athleten für diverse Sportarten zu finden. Gemeldet hat sich auch die damals 17jährige Fudge, die in der Nähe von Manchester aufgewachsen ist. «Wir Frauen mussten über 1,75 Meter gross und sportlich sein, um am Casting teilnehmen zu können», sagt die heute 23-Jährige.

Zuerst wurde Fudge zu einem Rudertraining eingeladen. «Die Sportart hat mir nicht gefallen, deshalb bin ich beim Handball gelandet.» Beim Casting habe sie sich manchmal gefühlt, wie nach einer Verhaftung. «Wir wurden von allen Seiten fotografiert, gewogen und ausgemessen.» Nach weiteren Leistungstests wurde sie in die nähere Auswahl für das Handball-Team aufgenommen. Im Januar 2008 erfolgte der Zusammenzug von 50 potenziellen Nationalspielerinnen. Fudge überzeugte die Trainer und konnte sich an einem dänischen Handball-Gymnasium professionell auf die Spiele vorbereiten.

Ausbildung in Skandinavien

Nach acht Monaten in Dänemark ging dem britischen Verband das Geld aus. «Wir wussten für kurze Zeit nicht, wie es mit dem Team weitergehen soll», so Fudge. Einige Spielerinnen spielten fortan in der norwegischen Liga. Fudge wechselte an eine Sportschule in der Nähe von Oslo – auf Kosten ihrer Mutter. Im Mai des vergangenen Jahres wurde das britische Nationalteam im Londoner Vorort Crystal Palace versammelt. Auf dem Programm standen ein bis zwei Trainings pro Tag. Die harte Arbeit hat sich für Fudge gelohnt: Die 23-Jährige wurde nach nur vier Jahren als Handballerin für das Olympiateam aufgeboten. «Ich konnte es kaum glauben, dass ich wirklich dabei bin», so Fudge. Erzählt die Rückraumspielerin vom Leben im olympischen Dorf, kommt sie ins Schwärmen. «Ich habe viele Athleten getroffen, beispielsweise Tennisspieler Andy Murray, den amerikanischen Basketballer LeBron James oder Fussballer Ryan Giggs.»

Eine Begegnung ist der 23-Jährigen in besonderer Erinnerung geblieben: «Am Tag nach der Eröffnungsfeier hat die Queen unserem Team einen Besuch abgestattet. Ich bin aber immer noch nicht sicher, ob ich alles nur geträumt habe.»

Spielen vor 7000 Zuschauern

Bereits vor Olympia wurde der Wechsel von Fudge zu Brühl eingefädelt. Dieser kam über ihre Teamkollegin Yvonne Leuthold zustande. Leuthold ist Doppelbürgerin und war zuvor auch im Kader der Schweizer Nationalmannschaft.

Während der Olympischen Spiele hat Fudge vor 7000 lautstarken Zuschauern gespielt, obwohl die britische Equipe nicht mit den anderen Nationen mithalten konnte. Bei ihrem NLA-Début, heute um 20.30 Uhr zu Hause gegen Thun, wird die Kulisse um einiges bescheidener sein. Fudge stört dies nicht und freut sich auf die Saison mit den St. Gallerinnen: «Unser Team wurde neu zusammengestellt. Ich bin gespannt, was in dieser Saison möglich ist.»

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